• Kutanes Lymphom beim Hund - HUndemezizin - Dermatologie - Tiermedizin - Georg Thieme Verlag

     

Das kutane Lymphom beim Hund

Das kutane Lymphom des Hundes ist sehr variabel in Bezug auf das klinische Erscheinungsbild, z. B. Verteilungsmuster, Pruritus und Prognose. Aufgrund dieser Heterogenität kann es zu Verwechslungen mit anderen Hauterkrankungen kommen wie der atopischen Dermatitis oder der Sarkoptesräude.

Das kutane Lymphom beim Hund ist mit einer Prävalenz von ca. 1% eine seltene neoplastische Hauterkrankung. Auch unter den kaninen Lymphomen tritt es mit 3 – 8% deutlich seltener auf als die multizentrische Form der Krankheit. Betroffen sind vor allem ältere Tiere ohne besondere Geschlechtsprädisposition. Allerdings besteht eine Rasseprädisposition für den Cocker Spaniel und Boxer.

Ätiologie
Die genaue Ätiologie des kutanen Lymphoms beim Hund ist unklar. Es wird diskutiert, ob eine vorhergehende chronische Entzündung sowohl beim Menschen als auch bei Hunden zu der Entstehung der Erkrankung beitragen kann. In einigen Studien konnte ein Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer atopischen Dermatitis und der Entwicklung eines kutanen Lymphoms festgestellt werden. In einer amerikanischen Studie wurden 19 Hunde mit kutanem Lymphom untersucht, wobei 5 Hunde im Vorfeld eine allergische Hauterkrankung aufwiesen. Bezogen auf die Gesamtpopulation der Klinik hatten die Tiere mit atopischer Dermatitis ein 12-fach höheres Risiko für die Entstehung eines Lymphoms. Die Erkrankungen weisen ähnliche Lymphozytenphänotypen, Zytokinspiegel und einen erhöhten IgE-Antikörperspiegel auf. Man geht davon aus, dass es durch die chronische Aktivierung der Lymphozyten schließlich zu einer Proliferation und neoplastischen Entartung kommt.

Beim epitheliotropen Lymphom kommt die Affinität der T-Lymphozyten für die Epidermis und adnexalen Strukturen (Haarfollikel und Drüsen) vor allem durch die Expression von sogenannten Skin-Homing-Rezeptoren, z. B. CC-Chemokin-Rezeptor-4, zustande. Diese sorgen für die Bindung an die Keratinozyten und Langerhans-Zellen.

Klinisches Bild

Merke: Die Ausprägung der Hautläsionen, die Verteilung und das Vorkommen von Pruritus sind sehr variabel.

Deswegen kann die Erkrankung mit zahlreichen anderen Dermatosen oder Endokrinopathien verwechselt werden. Häufig werden die Tiere bereits mit einer chronischen Symptomatik und zahlreichen Vorbehandlungen präsentiert. Die Zeit zwischen den ersten Symptomen und der Diagnosestellung ist häufig sehr lang (durchschnittlich ca. 5 Monate). Ca. 40% der Tiere zeigen Pruritus in unterschiedlichen Schweregraden. Das Fehlen von Juckreiz sollte daher nicht zum Ausschluss der Differenzialdiagnose kutanes Lymphom führen.

In einer Studie ergaben sich bei 30 Hunden folgende Verteilungen der Läsionen:

  • Rumpf: 83,3%
  • Kopf: 63%
  • Nase: 43%
  • Ballen: 26,6%
Diese 30 Hunde wiesen folgende Primär- und Sekundärläsionen der Haut auf:

  • Erythem: 86,6%
  • Plaque: 73,3%
  • Erosion: 60%
  • Schuppen: 60%
  • Knoten: 53,3%
  • Hypopigmentation: 50%
  • Krusten: 46,6%
  • Alopezie: 33,3%

 

Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag: Das kutane Lymphom beim Hund – Verwechslungsgefahr!

Aus der Zeitschrift kleintier.konkret 2/2018

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Quelle

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