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Lama und Alpaka Teil II – Bedeutende Erkrankungen der Neuweltkameliden

Durch die steigende Beliebtheit der Neuweltkamelidenhaltung in vielen europäischen Ländern finden sich diese Tiere natürlich auch vermehrt als Patienten in der Tierarztpraxis wieder. Die vielen Besonderheiten dieser Tiere, die in ihrem Wesen bzw. Verhalten und in ihren morphologisch-physiologischen Merkmalen liegen, erschweren oftmals die diagnostische und auch therapeutische Herangehensweise und erkrankte Lamas und Alpakas stellen somit für den behandelnden Tierarzt eine wahre Herausforderung dar.

Erkrankungen, die bei Neuweltkameliden auftreten, sind im Allgemeinen auch bei anderen Tierspezies bekannt. Doch einige Krankheitsbilder ergeben sich aus den Besonderheiten dieser Tiere, weshalb Wissen über Anatomie und Physiologie dieser Tiere grundsätzlich erforderlich ist (s. Teil I der „Kamelidenserie“ im Veterinär Spiegel Ausgabe Nr. 4, 2017).

Zur Diagnostik stehen neben der Erhebung einer exakten Anamnese und der klinischen Untersuchung auch Laboruntersuchungen wie z. B. Blut, Kot, Liquor, Peritonealflüssigkeit, Futtermittelanalysen, etc. zur Verfügung. Die Anwendung von bildgebenden Verfahren in den unterschiedlichsten Krankheitsfällen, wie die Röntgenuntersuchung, die Sonografie, die Computertomographie oder die Magnetresonanztomographie, eignet sich bei diesen Tieren hervorragend für diagnostische Zwecke. Diese Verfahren geben oftmals hilfreiche Hinweise zur Abklärung der Krankheitsursache.

Gastrointestinaltrakt 

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes gehören zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen bei Neuweltkameliden. Hierzu zählen vor allem Enteritiden, die Kompartimentazidose sowie die Entstehung von Magen- oder Darmgeschwüren. Die Ursachen einer Enteritis können infektiöser oder nicht infektiöser Natur sein. Zu den infektiösen Ursachen zählen vor allem Durchfallerkrankungen von Neugeborenen, hervorgerufen durch Rotaviren, Coronaviren oder E. coli. Bei älteren, adulten Tieren stehen Clostridieninfektionen (Cl. perfringens) im Vordergrund, wobei den Typen A, C und D die größte Bedeutung zugeschrieben wird.

Endoparasiten

Endoparasitosen zählen zu den häufigsten infektiösen Ursachen von Enteritiden bei Neuweltkameliden, sowohl bei Jungtieren, als auch bei adulten Tieren. Die Besonderheit bei Neuweltkameliden im Gegensatz zu anderen Tierarten liegt darin, dass bei einer vorhandenen Endoparasitose in den meisten Fällen kein Durchfall als klinisches Symptom auftritt. Im akuten Krankheitsfall sind die Symptome eher unspezifisch und reichen von verminderter oder keiner Fresslust, über Kolik bis hin zum Festliegen. Bei längerem Fortbestehen der Erkrankung ist eine Abmagerung des Tieres als sehr typisch zu beobachten. Die häufig nachgewiesenen Endoparasiten bei Neuweltkameliden umfassen Protozoen, Nematoden, Zestoden und Trematoden.

Zu den Antiparasitika, die für die Therapie eines Dicrocoelium dendriticum Befalles bei Neuweltkameliden eingesetzt werden, zählen Albendazol und Praziquantel. Bei der Verabreichung von Albendazol gibt es Hinweise in der Literatur, dass bei Neuweltkameliden eine toxische Wirkung auftreten kann. Todesfälle bei Alpakas im Zusammenhang mit der Gabe von Albendazol wurden bereits beschrieben. Neben der toxischen Wirkung weist Albendazol auch nur eine Teilwirkung gegenüber diesem Parasiten auf. Als Mittel der Wahl gilt demnach der Wirkstoff Praziquantel, der zur Bekämpfung des Kleinen Leberegels in einer Dosierung von 50 mg/kg oral verabreicht werden muss.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Lama und Alpaka Teil II – Bedeutende Erkrankungen der Neuweltkameliden

aus der Zeitschrift: veterinärSPIEGEL 1/2018

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