• Geschädigte Zähne

     

Management der Parodontitis beim Hund – ein Update für die Praxis

Betrachtet man den Stellenwert der Tierzahnheilkunde in der Tiermedizin, so fällt auf, dass 3 Diplomates, 16 Fachtierärzte und ca. 150 Tierärzte mit der Zusatzbezeichnung Zahnheilkunde etwa 28 000 tierärztlich tätigen Kollegen gegenüberstehen. In der Humanmedizin praktizieren ca. 69 000 Zahnärzte und etwa 357 000 Ärzte und Fachärzte.

Meist zeigen Tiere mit Problemen in der Maulhöhle nur subtile Symptome. Gerade bei älteren Tieren wird das Nachlassen des Spieltriebs, erhöhtes Schlafbedürfnis und Lustlosigkeit auf das Alter geschoben. Auch wird vielfach angenommen, dass Maulgeruch normal sei. Akute Zahnschmerzen werden von Hund und Katze oft nicht so gezeigt, dass man eine schmerzhafte Zahnerkrankung vermuten würde. Unsere Patienten beißen bei Zahnschmerz sprichwörtlich die Zähne zusammen, da ihr Leben in freier Wildbahn von einer funktionierenden Futteraufnahme abhängt.

Durch die entsprechend bessere medizinische Versorgung, gezielte Prophylaxemaßnahmen und die in vielen Fällen bessere Ernährung und Haltung steigt die Lebenserwartung unserer vierbeinigen Patienten stetig. Waren 1967 gerade einmal 19 % der Haustiere zwischen 10 und 19 Jahren alt, so gehörten im Jahr 1997 bereits 46,7 % dieser Altersgruppe an. Nach einer Umfrage im Jahre 2005 konnte bei Hunden eine Durchschnittslebenserwartung von 11,9 Jahren ermittelt werden, wohingegen diese im Jahr 1982 noch 9,5 Jahre betrug.

Aufgrund der gesteigerten Lebenserwartung werden wir Tierärzte auch zunehmend mit multimorbiden geriatrischen Patienten konfrontiert. Hierbei besteht häufig die Schwierigkeit, dass mehrere Erkrankungen sich gegenseitig beeinflussen und oft nur schwer beurteilt werden kann, welche Erkrankungen die Lebensqualität am nachhaltigsten beeinflussen bzw. die Lebenserwartung begrenzen.

Haupterkrankung des älteren Hundes ist die Parodontitis, eine chronische, prinzipiell irreversible Erkrankung des Zahnhalteapparats. Bereits etwa 80 % der Hunde im Alter von nur zwei Jahren sind von dieser Erkrankung betroffen. Bei der Parodontitis handelt es sich um eine Erkrankung, die uns meist leider erst relativ spät vorgestellt wird, obwohl die Prophylaxemaßnahmen „Heimische Zahnpflege“ und „regelmäßige professionelle Zahnreinigung“ maßgeblichen Einfluss auf die Etablierung einer Parodontitis haben können, wenn diese Maßnahmen konsequent umgesetzt werden.

Bei der Parodontitis kommt es durch Plaquebildung im Bereich der Zahnhälse erst zur Ausbildung einer (reversiblen) Gingivitis, die bei fortdauerndem Bestehen zur eitrigen Einschmelzung des Parodonts und des angrenzenden Kieferknochens führt. Bei weiterem Fortschreiten kann es zu Zahnverlust), Fistelbildung, Entwicklung einer Osteomyelitis bis hin zur Kieferfraktur kommen. Auch Augenprobleme, wie z. B. retrobulbäre Abszesse und gehäuftes Auftreten von Maulhöhlentumoren sind häufig auf chronische Entzündungen im Bereich des Zahnhalteapparates zurückzuführen.

Eine fundierte Untersuchung der Maulhöhle und der Zähne sowie die weiterführende bildgebende Diagnostik sind beim Tier nur in Allgemeinnarkose bzw. Sedation möglich. Viele Bereiche der Maulhöhle können am wachen Tier nicht ausreichend untersucht werden. Auch sind beispielsweise Frühstadien von Maulhöhlentumoren am wachen Patienten kaum erkennbar. Die Erhebung eines vollständigen Parodontalstatus mit allseitiger Vermessung der Taschentiefen und der Klassifizierung von Furkationsbefunden ist am wachen Tier ebenso unmöglich wie auch die strahlenschutzkonforme intraorale Röntgendiagnostik. Auch die Behandlung von Erkrankungen der Maulhöhle und Zähne ist grundsätzlich nur in Narkose möglich.

 

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Aus der Zeitschrift veterinär spiegel 03/2015

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veterinär spiegel
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