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Medienarbeit: Chance und Gefahr zugleich – Wie ticken die Medien?

Der Ruf nach mehr Öffentlichkeitsarbeit und verstärkter Medienpräsenz ist im Berufsstand der Tierärzte immer wieder hörbar. Allerdings ist das so eine Sache mit den Medien. Sie sind Chance und Gefahr in einem. Der Beitrag zeigt, wo die Gefahren lauern – und was zu tun ist, damit der Medienauftritt zur Chance wird.

Das Telefon klingelt, die Praxisassistentin nimmt den Anruf entgegen. Eine Journalistin des örtlichen Medienhauses ist am anderen Ende der Leitung und sagt, dass die Redaktion einen Beitrag rund um das Thema Tiermedizin in Arbeit habe. Sie bittet nun um ein paar kurze Einschätzungen eines Experten zu spezifischen Fachfragen.

Tierarzt Jakob Muster, Inhaber der Kleintierpraxis Bellenbach, lässt sich die Medienschaffende spontan durchstellen. Er kann sich ja mal anhören, was die Journalistin wissen möchte – und ihr, wenn möglich, weiterhelfen.

Harmloses Porträt über „Fiffi-Omi“

Die Journalistin erzählt, dass sie ein Porträt über eine betagte, alleinstehende Dame aus der Umgebung schreibe, die 3 Chihuahuas in ihrer Wohnung halte. Die Tiere seien ihr Ein und Alles, sie nehme sie überall hin mit, verfüttere ihnen nur qualitativ hochwertiges Fleisch aus der Metzgerei und ziehe ihnen im Winter purpurrote Wärmemäntelchen über. Mit ihrer auffälligen Zuneigung zu ihren winzigen Hunden habe sie sich im Ort den Übernamen „Fiffi-Omi“ eingehandelt.

Einer der Hunde sei schon seit längerem schwer krank – und die Dame gebe für die medizinische Versorgung eigenen Angaben zufolge ein Vermögen aus. So werde dieser Tage der bereits 3. operative Eingriff am bedauernswerten kleinen Vierbeiner vorgenommen.

Was die Journalistin vom Experten nun wissen möchte, ist, ob so kostspielige Eingriffe bei Haustieren wirklich immer verhältnismäßig sind und ob in den letzten Jahren ein genereller Trend hin zur Vermenschlichung der Haustiere zu beobachten sei.

Mit ihren Fragen rennt die Journalistin bei Jakob Muster offene Türen ein. Er selber ist seit über 20 Jahren praktizierender Tierarzt und hat selber beobachtet, dass sich die Tiermedizin mehr und mehr an die Humanmedizin annähert. Er selber steht dieser Entwicklung kritisch gegenüber.

Differenziert, offen und ehrlich

So entwickelt sich ein angeregter Austausch am Telefon. Jakob Muster gibt an, dass sich die Bandbreite tiermedizinischer Eingriffe im Verlauf der letzten 2 Jahrzehnte erweitert hat und dass auch immer öfters größere Eingriffe bei Haustieren vorgenommen werden. Er berichtete davon, dass er vor Jahresfrist eine Chemotherapie für eine an Krebs erkrankte Katze durchgeführt hatte – und dies ohne realistische Aussicht auf Erfolg. Eigentlich habe er nur die Leidenszeit des Tieres verlängert, gibt Muster unumwunden zu. Natürlich machte er die Therapie auf eindringlichen Wunsch der Katzenbesitzerin. Letztlich entscheide der Klient, ob ein Eingriff gemacht wird oder nicht. Aber persönlich habe er schon seine Vorbehalte. Und das habe er der Klientin auch gesagt.

Die Journalistin hakt nach – und Muster antwortet frisch von der Leber: „Ja, mitunter handeln Tierbesitzer aus eigennützigen Motiven und tun ihren Tieren damit keinen Gefallen.“ Er teile diese Erfahrung mit verschiedenen Berufskollegen. „Diese falsche Tierliebe stimmt mich manchmal schon etwas nachdenklich.“

Nach 15 Minuten, in denen viel gefragt und gesagt wird, bedankt sich die Journalistin für die wertvollen Inputs. Sie werde Dieses oder Jenes in ihren Beitrag einfließen lassen.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Medienarbeit: Chance und Gefahr zugleich – Wie ticken die Medien?
aus der Zeitschrift Kleintier konkret 06/2018

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