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Molarenextraktion bei Heimtieren – Indikation und Technik

Veränderungen an den Backenzähnen und deren Folgeerkrankungen wie Granulome und Abszesse haben in der Heimtierpraxis eine große Bedeutung. Zugleich sind sie der Diagnostik und Therapie schwer zugänglich. Die elodonten Backenzähne bei Kaninchen und den Nagern (Meerschwein, Chinchilla, Degu) stellen wegen ihrer besonderen Anatomie eine große Herausforderung an die Extraktionstechnik dar.

Zahnerkrankungen

Kleinnager (Maus, Ratte, Hamster) haben normal bewurzelte, schmelzhöckerige kleine Backenzähne (Prämolaren und Molaren), die selten auffällig werden. Aufgrund ihrer omnivoren bzw. granivoren Ernährungsweise neigen sie zu Karies und Zahnabnutzung, Frakturen und Zahnverlusten. Solche Zähnchen gehen meist unbemerkt verloren und werden wohl äußerst selten zur Extraktion vorgestellt.

Die wurzeloffenen elodonten Zähne bei Kaninchen und den herbivoren Nagern Meerschwein, Chinchilla und Degu wachsen permanent mit hoher Eruptionsrate von 1–3 mm/Woche. Sie werden natürlicherweise durch intensives Mahlen strukturierten Grünfutters entsprechend abgenutzt. Bei unzureichender Kautätigkeit kommt es durch fehlenden Abrieb zu Zahnüberwachstum (Elongation). Diese entsteht durch fehlerhafte Fütterung mit schnell sättigendem Kraftfutter oder mangelhaftes Kauen infolge schmerzhafter Zustände. Pathologische Kaukräfte bei chronischer Malokklusion im Backenzahngebiss führen zu Veränderungen an den Zähnen selbst und Lageveränderungen aus der Zahnreihe heraus. Typische Veränderungen sind Zahnspitzenbildung, Deformationen und Verbiegungen. Bei chronischer Malokklusion kommt es durch permanenten pathologischen Druck auf die Zahnwurzeln zu entzündlichen Prozessen mit retrograder Wurzelverlagerung, Granulombildung und zu Zahnwurzelabszessen.

Diagnostik

Die intraoralen Aspekte der Backenzähne lassen sich durch Inspektion mit dem Trichterotoskop oder dem Video-Endoskop nur unzureichend einsehen. Bei vollständiger Exploration der Maulhöhle in Narkose nach Einsetzen von Kiefer- und Wangenspreizern können pathologische Zahnspitzen, Zahnverbiegungen und -dislokationen diagnostiziert werden. Da aber der größte Teil des Backenzahns im Kiefer liegt, können der gesamte Zahn und seine Umgebung erst durch die Röntgendiagnostik beurteilt werden.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Molarenextraktion bei Heimtieren - Indikation und Technik

Aus der Zeitschrift kleintier konkret S02/2016

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