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Mykotherapie

Die Mykotherapie hat eine jahrtausende alte Tradition. In Asien hat sie sich vermutlich von China aus verbreitet. Im europäischen Raum gehen erste Funde über 5000 Jahre zurück, eine weite Verbreitung fanden Medizinalpilze im Mittelalter.

Neben Tier- und Pflanzenreich gibt es als drittes das Reich der Pilze, das weltweit ca. 1,5 Mio. Arten umfasst. Im Unterschied zu Tieren besitzen Pilzzellen Vakuolen und Zellwände aus Chitin, im Unterschied zu den meisten Pflanzen besitzen Pilze kein Chlorophyll und können deshalb keine Photosynthese betreiben. Ca. 90 % aller Pilze sind mikroskopisch klein, viele davon sind tier- oder menschenpathogen. Die restlichen 10 % sind Großpilze mit einem komplizierten Aufbau und raffinierten Überlebensstrategien; in dieser Gruppe finden sich die als Medizinalpilze eingesetzten Arten. Weltweit werden derzeit etwa 50 verschiedene Pilzarten kommerziell kultiviert, überwiegend als Nahrungsmittel. Pilze für medizinische Zwecke werden meist in Labors unter kontrollierten Bedingungen kultiviert, sodass sie rückstandsarm und weitgehend unbelastet sind .

Großpilze (Basidiomyceten) bestehen aus Myzel, Fruchtkörper und Sporen. Ihre Vermehrung kann geschlechtlich, ungeschlechtlich und vegetativ erfolgen. Der eigentliche Pilz ist das unterirdisch oder in Holz wachsende Myzel mit seinen Hyphen (= Pilzfäden), das Nährstoffe speichert und den Fruchtkörper damit versorgt. Der oberirdisch wachsende Fruchtkörper ist das Vermehrungsorgan und dient zur Erzeugung und Verbreitung der Sporen. Nach Art der Sporenreifung unterscheidet man Ständerpilze (fast alle Pilze mit Hut und Stiel) und Schlauchpilze wie beispielsweise Morchel oder Trüffel.

Geschichte der Mykotherapie

Therapeutisch werden Pilze schon seit über 4000 Jahren in vielen Kulturkreisen eingesetzt. Vor allem in Asien wurde das Wissen um den Einsatz von Heilpilzen gesammelt, viele Literaturquellen stammen aus China, Japan und Korea. Im europäischen Sprachraum führte bereits „Ötzi“ (Gletschermumie aus der späten Jungsteinzeit, Fundort: Ötztaler Alpen) vor ca. 5300 Jahren Birkenporling als Laxans bzw. Endoparasitikum mit sich. Im Mittelalter wurde das Wissen um die Wirkungen von Pilzen in den Klöstern Europas gesammelt. Die Benediktiner kannten bereits Zusammenhänge zwischen Einnahmezeiten und spezifischen Wirkungen von Pilzen. Der schamanische Einsatz berauschender Drogen aus Pilzen war ihnen ebenfalls bekannt, wurde jedoch als heidnisch-teuflisch angesehen. Das Wissen darum wurde als Geheimnis bewahrt.

In einer epidemiologischen Studie von 1972–1986 über die Krebsinzidenz in der Region Nagano, Japan, mit 174 505 Teilnehmern wurden die Krebserkrankungsraten von Enoki-Pilzzüchtern, die im Verhältnis häufiger Pilze aßen, mit denen der Normalbevölkerung verglichen. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Krebserkrankungsrate bei männlichen Pilzzüchtern um etwa zwei Drittel, bei weiblichen um fast die Hälfte niedriger lag als bei der Normalbevölkerung [1]. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in Japan Krebspatienten in der begleitenden regulationsmedizinischen Therapie zu über 90 % Medizinalpilze erhalten. In Korea setzen etwa zwei Drittel aller Krebspatienten neben der Schulmedizin Medizinalpilze ein.

Inhaltsstoffe von Pilzen

Alle frischen Pilze enthalten etwa 90 % Wasser, 1,5–4,5 % Protein mit einer hohen Bioverfügbarkeit, 2–6 % Kohlenhydrate und nur wenig Fett. Sie sind reich an Ballaststoffen und B-Vitaminen und sind mit 20–40 kcal pro 100 Gramm eher kalorienarm. Daher eignen sich viele Großpilzarten hervorragend zur menschlichen Ernährung. Getrocknete Pilze enthalten ca. 60 % Kohlenhydrate, bis zu 25 % Protein mit einer Bioverfügbarkeit von > 80 %, darunter alle für den Organismus wichtigen Aminosäuren, ca. 10 % Rohfaser (Ballaststoffe), ca. 5 % Lipide, darüber hinaus noch Mineralien wie Kalium, Phosphor, Kalzium, Magnesium, Mangan, Zink, Selen und Vitamine/Provitamine.

 

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aus der Zeitschrift: Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin 04/2015

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