• Untersuchung © Ivonne Wierink

     

Nierenerkrankungen beim Kaninchen

Kaninchen mit akuter oder chronischer Niereninsuffizienz werden in der Praxis häufig mit unspezifischen Symptomen vorgestellt. Neben der Allgemeinuntersuchung ist daher eine Blutuntersuchung zur Diagnosefindung unverzichtbar. Die „Basistherapie“ bei Nierenerkrankungen ist stets ähnlich, jedoch müssen je nach Ursache weitere Untersuchungen und ergänzende therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden.

Einschränkungen der Nierenfunktion finden sich beim Kaninchen oft, sie treten jedoch nicht nur altersbedingt auf. Druckatrophien, die im Rahmen einer Nephrolithiasis entstehen, oder einige häufige Erkrankungen wie die Encephalitozoonose können auch bereits in jungem oder mittlerem Lebensalter zu einer Niereninsuffizienz führen.

Beim Kaninchen überwiegen chronische Nierenveränderungen, aber auch akute Niereninsuffizienzen kommen vor und sind als Notfall zu betrachten. Betroffene Kaninchen werden mit meist unspezifischen Symptomen wie reduzierter Futteraufnahme, Gewichtsverlust oder Mattigkeit vorgestellt. Im Rahmen einer ausführlichen Anamnese, gefolgt von einer gründlichen Allgemeinuntersuchung, müssen zunächst andere Ursachen für die Veränderungen ausgeschlossen werden. Die Diagnose kann dann mithilfe weiterführender Untersuchungsmethoden gestellt werden.

Akute Niereninsuffizienz

Ätiologie

Die akute Niereninsuffizienz ist meist infektiös bedingt. Sie entwickelt sich in der Regel aus einer bakteriellen Nephritis. Trotz infektiöser Grundursache handelt es sich nahezu immer um eine Einzeltiererkrankung. In Ausnahmefällen kann auch eine vollständige Verlegung der Ureteren durch Konkremente die Ursache sein.

Klinik

Die akute Niereninsuffizienz geht mit unspezifischen Symptomen einher, die plötzlich auftreten. Betroffene Tiere erscheinen sehr matt bis somnolent und stellen die Futteraufnahme meist vollständig ein.

Diagnose

Die Allgemeinuntersuchung verbleibt bis auf die auffallende Teilnahmslosigkeit des Patienten und gelegentlich Palpationsschmerzen im Nierenbereich meist ohne besonderen Befund. Die fehlenden Befunde im Zusammenhang mit dem plötzlichen Auftreten der Apathie und Inappetenz sollten zumindest als Differenzialdiagnose an eine akute Niereninsuffizienz denken lassen, sodass Harn- und Blutuntersuchungen zur weiteren Abklärung angezeigt sind.

In der chemischen Harnuntersuchung ist oft ein deutlich erniedrigter pH-Wert festzustellen. Mikroskopisch lassen sich meist Leukozyten, Erythrozyten und Epithelien nachweisen. Der Urin sollte umgehend zur bakteriologischen Untersuchung eingeschickt werden.

Im Rahmen der Blutuntersuchung fallen neben einer Leukozytose massiv erhöhte Werte für Harnstoff und Kreatinin auf. Zusätzlich sind oft Veränderungen der Leberwerte festzustellen.

Sonografisch sind nicht grundsätzlich Veränderungen des Nierengewebes darstellbar.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Nierenerkrankungen beim Kaninchen – Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Aus der Zeitschrift kleintier.konkret 2/2015

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