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Perioperatives Wärmemanagement

Hypothermie stellt in der Veterinärmedizin ein relevantes perioperatives Problem dar. Dies kann mit gravierenden Komplikationen für den Patienten einhergehen, so hat eine Hypothermie negative Auswirkungen auf den Metabolismus sowie das kardiovaskuläre und respiratorische System.

Zusätzlich wird die Hämostase beeinträchtigt und die Gefahr für Wundinfektionen und Wundheilungsstörungen steigt. Hypotherme Tiere zeigen zudem eine verzögerte Aufwachphase. Ziel sollte es deswegen sein, Wärmeverluste zu vermeiden und eine bestehende Hypothermie suffizient zu behandeln.


Physiologie der Thermoregulation

Homoiotherme Tiere wie Hunde, Katzen und Kleinsäuger sind in der Lage, ihre Körpertemperatur unabhängig von der Umgebungstemperatur aufrechtzuerhalten. Allerdings ist nur der Körperkern, bestehend aus Gehirn und den stoffwechselaktiven inneren Organen des Rumpfs, streng homoiotherm. Hier werden in Ruhe ca. 70 % der gesamten Wärmeenergie erzeugt. Umgeben wird er von der Körperschale, in der es zur Annäherung der Temperatur der Gewebe an die Umgebungstemperatur kommt. In der Regel ist die Temperatur in der Körperschale etwa 2–4 °C niedriger als die Kerntemperatur. In kalter Umgebung ist der konstant-temperierte Kern klein. Die Schale hingegen dehnt sich aus, es entsteht ein Temperaturgradient zur Isolation des Körperkerns.

Durch Thermoregulation (thermoregulatorische Zentren im Hypothalamus) wird die Wärmeproduktion und -abgabe des Körpers so geregelt, dass die Kerntemperatur weitestgehend konstant bleibt. Thermorezeptoren existieren als Kälte- und Wärmerezeptoren. Kälterezeptoren befinden sich in erster Linie an der Hautoberfläche und weisen eine erhöhte Konzentration im Bereich von Nase, Maul und Extremitäten auf. Wärmerezeptoren kommen vor allem im Bereich des Rückenmarks und des Hypothalamus vor. In der Area praeoptica laufen die afferenten Signale aller Thermosensoren des Körpers zusammen. Es erfolgt ein Vergleich mit dem spezifischen Sollwert. Zum Ausgleich von möglichen Temperaturabweichungen werden Mechanismen zur Wärmeabgabe bzw. -produktion aktiviert.

Bei beginnender Hypothermie, dem Absinken der Körpertemperatur unter den Sollwert, wird zur Thermogenese die Stoffwechselrate gesteigert. Allerdings kann auf längere Sicht die Wärmeproduktion nur um etwa das 5-Fache des Ruhestoffwechsels erhöht werden, sodass vor allem in kalter Umgebung die Wärmeverluste nicht ausgeglichen werden können. Parallel dazu kommt es zu einer peripheren Vasokonstriktion, durch die die Wärmeabgabe an die Umgebung minimiert wird. Bei starkem Temperaturabfall setzt eine Tonuszunahme der Skelettmuskulatur und darauffolgend Kältezittern ein.

Die Abgabe von Wärme erfolgt hauptsächlich über eine periphere Vasodilatation. Durch Hecheln können Hund und Katze die Wärmeabgabe über die Atmung beeinflussen. Kühlung durch Schwitzen ist aufgrund nur sehr weniger und lokal begrenzter Schweißdrüsen bei Hund und Katze ineffektiv. Kaninchen, Mäusen und Ratten fehlen Schweißdrüsen gänzlich.


Ursachen perioperativer Hypothermie

Während eine primäre Hypothermie bei kalten Umgebungstemperaturen und intakter Wärmeproduktion entsteht, sind die Ursachen für eine sekundäre Hypothermie vielfältig. Sie ist das Ergebnis der Störung der Thermoregulation, hervorgerufen durch Verletzungen, Krankheiten oder Medikamente.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Perioperatives Wärmemanagement

Aus der Zeitschrift kleintier.konkret 03/2017

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