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Physiotherapie beim thorakolumbalen Bandscheibenvorfall
Der thorakolumbale Bandscheibenvorfall ist eine relativ häufige neurologische Erkrankung, die je nach Ausmaß konservativ oder chirurgisch behandelt werden kann. Bei beiden Methoden sollte die Physiotherapie einen festen Bestandteil der Rehabilitation darstellen. Der Artikel gibt neben der Beschreibung der Pathophysiologie, der Klinik und der Diagnose eine Übersicht der verschiedenen rehabilitativen Methoden, die bei der konservativen und der chirurgischen Therapie zum Einsatz kommen.
Pathophysiologie
Aufgrund der schmalen dorsalen Region des Anulus fibrosus und der dadurch extremen Dorsallage des Nucleus pulposus sind Bandscheibenvorfälle häufiger in den kaudalen Abschnitten der Brustwirbelsäule (Th11–13/L1) sowie in den kranialen Bereichen der Lendenwirbelsäule (L1–L2) zu finden. Bandscheibenvorfälle zwischen Th1 und Th11 sind hingegen aufgrund des Lig. intercapitale selten.
Bandscheibenvorfälle, die infolge einer Degeneration entstehen, treten im Vergleich zu traumatisch bedingten Bandscheibenvorfällen viel häufiger auf. Degenerative Veränderungen können jede Bandscheibe zwischen C2 und S1 betreffen. Bei chondrodystrophen Rassen liegt eine chondroide Degeneration des Nucleus pulposus vor, bei Hunden großwüchsiger Rassen hingegen eher eine fibroide Degeneration.
Chondroide Degeneration
Eine degenerierte Bandscheibe neigt durch Verlust der Stoßdämpferfunktion schon bei kleinstem Trauma (z. B. Sprung) zu einer Protrusion oder einer Extrusion des Nucleus pulposus in den Wirbelkanal. Bei der Extrusion reißen der Anulus fibrosus und der Nucleus pulposus ein, sodass das Material in den Wirbelkanal eindringt. Bei einer Protrusion (Hansen-Typ-II) bleibt der Anulus fibrosus intakt und wölbt sich in den Wirbelkanal vor.
Die Extrusion erfolgt meistens akut bis subakut. Der Schweregrad der Symptomatik variiert in Abhängigkeit von:
- der Geschwindigkeit (dynamischer Faktor), mit der die Kompression entsteht
- dem Ausmaß der Kompression
- der Dauer der Kompression
Das vorgefallene Bandscheibenmaterial beschädigt das Rückenmark mechanisch in Form einer Kontusion, aber auch als Kompression. Bei chronischen Bandscheibenvorfällen liegt meistens eine Protrusion vor. Entwickelt sich der Druck auf das Rückenmark langsam, wird dieser durch kompensatorische Durchblutungsmechanismen besser toleriert, und die Symptome sind nur wenig ausgeprägt. Bei leichten Bandscheibenvorfällen ist Schmerz sehr häufig das vorherrschende Symptom. Der Schmerz ist dabei auf eine Reizung der Meningen und eine Dehnung der Nervenwurzeln zurückzuführen.
Fibroide Degeneration
Eine fibroide Degeneration der Bandscheibe ist relativ häufig und tritt vor allem bei mittel- und großrassigen Hunden auf. Bei einem Bandscheibenvorfall liegt eine Protrusion vor. Der Verlauf ist meist chronisch progressiv.
Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Physiotherapie beim thorakolumbalen Bandscheibenvorfall – Welche Maßnahmen sind sinnvoll?
Aus der Zeitschrift kleintier.konkret 6/2014

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