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Phytotherapeutika wirken anders – und oft auch besser

Phytotherapeutika zeigen seltener unerwünschte Arzneimittelwirkungen und sind dadurch meist besser verträglich als die konventionelle Pharmakotherapie. Da Phytotherapeutika jedoch meist ein Gemisch vieler Substanzen sind, sind oft wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe im Einzelnen nicht darstellbar – ein Umstand, der dazu führt, dass viele Phytotherapeutika mit jahrhundertelangen Anwendungserfahrungen vom Markt genommen werden müssen. Der Artikel beschreibt die Unterschiede zwischen Phyto- und konventioneller Therapie und zeigt Anwendungsgebiete auf, bei denen Phytotherapie überlegen ist.

Haustiere entwickeln zunehmend Gesundheitsstörungen, die den „Wohlstandserkrankungen“ von uns Menschen ähneln. Trotz enormen Zuwachses an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten wird eine Heilung der Tiere oft nicht erreicht. Vielfach wird durch unangepasste Pharmakotherapie zusätzlich Schaden und Leid verursacht. Aufgrund der z. T. spärlichen Datenlage in der Pharmakotherapie der Tiere und den daraus entstehenden unkalkulierbaren Risiken ist generell zu erwägen, ob Phytotherapeutika den synthetischen Pharmaka vorgezogen werden können und sollten.

Fallstricke der konventionellen Therapie

Pharmakokinetik und ‒dynamik

Konventionelle Pharmakotherapie erweist sich beim Tier in vielen Fällen deshalb als problematisch, da der größte Teil der Pharmaka für die Anwendung beim Menschen entwickelt wurde. Tierartliche Unterschiede in Pharmakokinetik und ‒dynamik finden kaum Berücksichtigung. Diese Unterschiede verursachen jedoch bei gleicher Dosierung sehr unterschiedliche Wirkqualitäten.

Durch unterschiedliche Verteilung im Organismus, Bioverfügbarkeit, Halbwertszeit und auch durch Kumulation aufgrund fehlender oder ineffizienter Detoxifikationsmöglichkeiten (Glukuronidierungsschwäche der Katze, Acetylierungsschwäche des Hundes etc.) kann die Anwendung ineffektiv, sinnlos oder sogar gefährlich sein. Es besteht meist keine lineare Beziehung zwischen Dosis und Körpergewicht, was Dosisangaben in mg/kg problematisch macht.

Ein weiteres Problem ist, dass bei Tierarzneimitteln viele pharmakokinetische Angaben vom gesunden, erwachsenen Tier stammen. Für Jungtiere, alte und kranke Tiere fehlt häufig eine fundierte Datenbasis. Und auch hier sind i. d. R. nur die bedeutsamen Tierarten wie Hunde, seltener auch Katzen untersucht.

Im Gegensatz dazu gibt es meist umfassende Angaben zu Pharmakokinetik und ‒dynamik für lebensmittelliefernde Tiere. Sie haben bei diesen Tierarten zu einer deutlichen Einschränkung der Pharmakotherapie geführt (Rückstandsproblematik, Wartezeiten, Verbraucherschutz).

Iatrogene Einflüsse und Chronifizierung

Da therapeutische Bemühungen häufig nur dazu verhelfen sollen, den gesundheitsschädlichen Lebensstil bzw. die nicht artgerechte Nutz- und Massentierhaltung aufrechterhalten zu können, nehmen iatrogene Schäden zu.

So ist der zunehmend praktizierte Langzeit- und Dauereinsatz steroidaler und nichtsteroidaler Antiphlogistika, z. B. bei chronischen Gelenks- und Darmentzündungen, kritisch zu sehen, da er die Situation zementiert und degenerative Prozesse verstärkt.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Phytotherapeutika wirken anders – und oft auch besser

Aus der Zeitschrift: Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin 02/2009

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