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Das Prostatakarzinom des Hundes

Prostatatumoren beim Hund sind selten: In der Literatur wird die Prävalenz mit 0,2–0,6 % angegeben. Im Vergleich dazu ist das Prostatakarzinom beim Mann mit etwa 26 % die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Aufgrund der Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsprogramme liegt das Sterberisiko jedoch lediglich bei 6 %.

Definition des Prostatakarzinoms

In der Humanmedizin ist eine Prostataneoplasie histologisch zu etwa 94 % ein Adenokarzinom. Daher ist in der Regel ein Adenokarzinom gemeint, wenn von einem Prostatakarzinom gesprochen wird. In der Veterinärmedizin hingegen werden verschiedene Tumoren unter dem Begriff „Prostatakarzinom“ zusammengefasst. Zu den häufigsten Prostatatumoren gehören:

  • Adenokarzinome (am häufigsten)
  • Übergangsepithelkarzinome
  • Plattenepithelkarzinome
  • undifferenzierte Sarkome
Dabei scheinen die Übergangsepithelkarzinome wahrscheinlich aus dem urothelialen Epithel des intraprostatisch verlaufenden Urethraanteils zu entstehen und sich in die Prostata und die Blase auszubreiten. Bei den Adenokarzinomen gibt es unterschiedliche Differenzierungsformen. Histologisch kann zwischen urothelialen, glandulären, squamoiden und sarkomatösen Anteilen unterschieden werden. Dagegen sind mesenchymale Tumoren der Prostata sehr selten. Es gibt Einzelfallbeschreibungen von primären Leiomyosarkomen primär malignen Lymphomen und Hämangiosarkomen.


Vorkommen

Das durchschnittliche Alter der erkrankten Hunde liegt bei etwa 10 Jahren. Dabei treten Prostatakarzinome bei kastrierten Rüden signifikant häufiger als bei unkastrierten Hunden auf.

Das Risiko, speziell an einem Adenokarzinom zu erkranken, ist bei kastrierten Rüde um das 2,12-fache erhöht. Dabei scheinen Rasseprädispositionen eine Rolle zu spielen. Unter anderem wird für folgende Rassen eine statistisch signifikantere Wahrscheinlichkeit angegeben, eine Prostataneoplasie zu entwickeln:

  • Dobermann
  • Airedale Terrier
  • Scottish Terrier
  • Deutsch Kurzhaar
Andere Autoren beschreiben, dass für Rüden der Rasse Bouvier des Flandres das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, um das 8,4-fache erhöht ist.


Pathogenese

Das Prostatakarzinom entsteht aus den Basalzellen des Epithels der Ductuli. Mögliche Ursachen sind in der Genetik und in der Immunhistologie zu suchen.

Prostatakarzinome sind lokal aggressiv und haben eine hohe Neigung zur Invasion in die Urethra, die Harnblase oder das umgebende Weichteilgewebe. Bei bis zu 64–80 % der Tiere liegt zum Zeitpunkt der Sektion, der häufig gleichzeitig auch der Zeitpunkt der Diagnosestellung ist, eine Metastasierung vor. Prostatakarzinome metastasieren am häufigsten in die Sublumballymphknoten (43 %, 64 %), die Lunge (32%, 62 %) und in das Skelettsystem (25,5 %, 28 %). Dabei sind Knochenmetastasen vor allem in den Lendenwirbeln und dem Becken zu finden. Die Knochen der Gliedmaßen sind seltener betroffen. Außerdem wurden seltener auch Metastasen in der Leber, Niere, Milz, im Colon, in den Nebennieren sowie im Herz und Gehirn nachgewiesen.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Das Prostatakarzinom des Hundes

Aus der Zeitschrift kleintier.konkret 4/2015

 

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