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Rückenschmerz – Eine equine Zivilisationskrankheit?

Pferde, die unter Rückenschmerz leiden, zeigen häufig unspezifische und mitunter schwer zu deutende Symptome. Während einige Patienten rückenschmerztypische Beschwerden wie Widersetzlichkeit bei Putzen, Satteln oder Aufsteigen sowie Schmerz bei Betasten der Rückenregion äußern, fallen andere lediglich durch Leistungsminderung, Gewichtsverlust, lange Aufwärmphasen, schlechten Muskelaufbau oder Lahmheiten auf. Generell sollte bei Pferden mit vermindertem Muskelaufbau oder Gewichtsverlust differenzialdiagnostisch ein chronischer Schmerzzustand in Erwägung gezogen werden.

Die Basis einer korrekten und umfassenden Rückendiagnostik ist das fundierte Verständnis der anatomischen, biomechanischen und neurologischen Zusammenhänge der individuellen Wirbelsäulensegmente.

Die Untersuchung beinhaltet neben der Adspektion des Patienten in Ruhe und Bewegung die eingehende Palpation der gelenkbildenden Strukturen. Die knöchernen Anteile sowie die umliegende Muskulatur und zugänglichen Wirbelsäulenbänder werden auf Temperatur, Größe, Ausmaß, Schmerz und Symmetrie abgetastet. Neben der statischen Untersuchung der Wirbelsäulenstrukturen sollte der Fokus der palpatorischen Untersuchung auf der dynamischen (oder Bewegungs-) Palpation liegen.

Bewegungspalpation

Die Bewegungspalpation der individuellen Segmente ermöglicht eine Aussage über den funktionellen Status und Gesundheitszustand der Wirbelsäule, sofern ein fundiertes Grundverständnis über die ‚normalen‘ oder ‚physiologischen‘ biomechanischen Abläufe und Grenzen der individuellen Wirbelsäulengelenke besteht. Jedes Bewegungssegment zeigt einen individuellen Bewegungsspielraum, der sehr spezifisch und detailliert zu untersuchen ist. Dazu gehören das Gelenkspiel im Neutralzustand des Bewegungssegments , der aktive Bewegungsspielraum, der durch aktive Muskelkraft erreicht wird und der passive Bewegungsspielraum, der durch die Einwirkung einer äußeren Kraft bis an die sogenannte elastische Barriere gebracht werden kann. Hinter dieser elastischen Barriere, die durch die Bindegewebsstrukturen und Bänder des Gelenks bestimmt wird, liegt ein lediglich millimetertief ausgeprägter sog. paraphysiologischer Bewegungsspielraum. Die finale Begrenzung des potenziellen Bewegungsumfangs eines Gelenks wird durch die anatomische Barriere bestimmt, deren Überschreiten eine Gelenkzerstörung zufolge hätte.

Die einzelnen Anteile des Bewegungsspielraums sind an einem Finger der eigenen Hand gut nachzuvollziehen. Die spezifische Untersuchung auf Basis dieser Prinzipien ermöglicht eine Aussage über das quantitative und qualitative Palpationsgefühl und gibt gezielt Aufschluss über den Gesundheitszustand und die biomechanische Funktionalität der gelenkbildenden Strukturen.

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Aus der Zeitschrift: pferde spiegel 04/2018 

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