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Stress in der Tierarztpraxis – (wie) lässt er sich managen?

Andauernde Gefühle von Stress, ob selbst verursacht oder von außen „auferlegt“, und das Arbeiten unter Zeit- und Leistungsdruck machen krank. Man hat das Gefühl, man kommt nicht mit der Erledigung der Aufgaben hinterher. Es beginnt mit mehr Kaffee, Energy-Drinks, weniger Schlaf und mündet in Phasen der Verzweiflung oder Blackout. Mit diesen Empfindungen werden nicht nur praktizierende Tierärzte während ihrer beruflichen Laufbahn konfrontiert. Auch Veterinärmedizinstudierende erfahren bereits früh, was es heißt, unter Stress zu arbeiten.

Gestiegene Ansprüche

Der Anspruch an die tierärztliche Leistung und an die Personen, die hinter der Profession des Tierarztes stecken, ist durch vielfältige Veränderungen in der „Tierhalterwelt“ so hoch wie nie zuvor. Neue Unternehmen sprießen sprichwörtlich aus dem Boden, um dem modernen Tierhalter einen noch ausgefalleneren oder individuelleren Service für das eigene Haustier bieten zu können – ob in der Gesundheitsüberwachung, der bedarfsgerechten Ernährung oder dem gemeinsamen Urlaub. Auch die Auseinandersetzung mit Konkurrenzmärkten, die keine tierärztliche Approbation erfordern, oder gängige „Kosten-Diskussionen“ mit Patientenbesitzern nehmen immer größeren Raum ein. Dass all diese Faktoren neben dem ohnehin stressigen Arbeitsalltag eine deutliche Belastung darstellen können, liegt vermutlich auf der Hand.

Stressige Fragen

Wie kann man Stress „managen“, wenn man keinen Einfluss auf externe Gegebenheiten hat? Zum Beispiel darauf, wie viele Patientenbesitzer die Praxis betreten oder nachts anrufen? Oder man wieder mit Patientenbesitzern über die Tabletteneingabe für den Hund oder die Abrechnung von Leistungen diskutieren muss? Oder sich der Pferdebesitzer beschwert, dass er 30 Minuten im Stall warten musste?

Wie kann man mit Stressgefühlen umgehen, die entstehen, wenn die Wut nach schlechten Bewertungen in Onlineportalen, spontaner Kündigung von Mitarbeitern oder sonstigen Ausfällen abgeklungen ist? Wenn man plötzlich vor einem Berg voller Gefühle der Frustration, Angst und Verzweiflung steht?

Um eines vorweg zu nehmen: Es gibt kein „Patentrezept“ gegen Stress. Jeder muss selbst Wege finden, die funktionieren. Und dies erfährt man nur nach dem Trial-and-Error-Prinzip. Das eine hat super geholfen, das andere überhaupt nicht. Nur eines sollten Sie nie: stehen bleiben.

Folgen

Die Reaktionen auf stressige Situationen fallen nicht nur individuell, sondern auch situationsbedingt unterschiedlich aus. Der Eine behauptet, er könne unter „Stress“ effektiver arbeiten, der Nächste sitzt nach einem 12-Stunden-Dienst erschöpft in der Ecke und fragt sich, wie er noch so einen Tag überstehen soll. Auch Dauerstress führt zu unterschiedlichen Reaktionen: Der Eine fällt in eine Lethargie, der Andere in ungerichteten Aktionismus. Der Eine gesteht sich ein, dass es so nicht weitergehen kann, der Andere rennt blind weiter bis zum Umfallen.

Fakt ist: Man könnte viele krankheitsbedingte Ausfälle verhindern, würde man mehr präventive Maßnahmen einführen. Dazu gehört nicht nur das Einhalten von (gesetzlich) geregelten Arbeits- und Ruhezeiten, sondern auch Aspekte wie Wertschätzung, eine gute Kommunikation und das Zugestehen von Pausen (die leider oft noch immer als „Schwäche“ bewertet werden).

Wer effektiv, erfolgreich, motiviert und langfristig diesen Beruf ausüben möchte, sollte den Blick einmal von seinen Patientenbesitzern abwenden und auf sich selbst schauen. Denn diese „Ich-bezogene-Aufmerksamkeit“ und das Nehmen von Auszeiten sind die Basis für eine gute tierärztliche Arbeit. Wer gestresst und übellaunig ist, kann weder gute Diagnosen stellen, noch eine dauerhafte Kundenzufriedenheit aufbauen. 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Stress in der Tierarztpraxis – (wie) lässt er sich managen?

Aus der Zeitschrift: veterinärSPIEGEL 04/2017

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