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Umgang mit der Katze – Wie Sie ihr Stress und Angst in der Praxis ersparen können

Es gibt viele Faktoren in der Tierarztpraxis, die bei der Katze Stress, Frustration und Angst auslösen. Der Beitrag gibt zahlreiche Tipps für eine katzenfreundlichere Behandlung, damit die Heilungschancen der Katze erhöht werden und sie nicht zum unkalkulierbaren Risiko für die Mitarbeiter wird.

Einleitung

Die Zahl der Katzen in deutschen Haushalten steigt seit vielen Jahren bemerkenswert. Inzwischen gibt es deutlich mehr Katzen als Hunde, die als geliebte Haustiere gehalten werden. Leider nicht im gleichen Maße steigt die Anzahl der Katzen, die in Tierarztpraxen vorgestellt werden. Nach wie vor möchten Katzenbesitzer jeden Tierarztbesuch vermeiden und dafür hört man die unterschiedlichsten Gründe. Gestern sagte mir eine Katzenbesitzerin, ihre Katze bräuchte keine Wurmkur, denn sie habe ja keine Zähne mehr …

Der wichtigste Grund ist sicherlich der Stress, den nicht nur die Katze, sondern auch der Besitzer empfindet. Die Katze ist ursprünglich ein einsamer Jäger, der gerne die Kontrolle über seine Situation behält. Nun wird diese Katze gewaltsam in einen fremd riechenden Transportkorb verfrachtet, mit dem Auto durch die Stadt gefahren und in der Tierarztpraxis auf den Boden gestellt, umzingelt von lauten Hunden. Wird sie danach über den Umweg durch das ebenso bedrohliche Wartezimmer in den Behandlungsraum getragen und auf den Tisch gesetzt, ist ihre Toleranzgrenze um ein Vielfaches überschritten. Was die Katze in diesem Moment empfindet, ist nicht Wut, sondern Frustration, häufig gepaart mit Angst. Frustration entsteht bei der Katze, wenn ihre Erwartungen an Selbstbestimmung nicht erfüllt werden. Natürlich können wir der Katze diesen Verlust nicht vollständig ersparen, doch lässt sich ihre Situation deutlich erleichtern und ihre Angst verringern. Dies beginnt mit der Empfehlung eines Katzenkorbtrainings und Tipps für einen sanften Transport in die Tierarztpraxis. Doch wirklich Einfluss auf die Stressreduzierung bei unseren Katzenpatienten haben wir erst, nachdem diese in der Praxis angekommen sind.

Anmeldung und Wartezimmer

Schon beim Betreten der Praxis können wir dem Katzenbesitzer signalisieren, dass er in einer katzenfreundlichen Praxis angekommen ist, indem wir ihn bitten, den Katzenkorb nicht auf den Fußboden abzustellen. Eine Alternative bieten erhöhte Plätze im Wartezimmer, auf denen ein Transportkorb mit einer Katze sicher abgestellt werden kann.

Aber schon die erhöhten Abstellplätze, vielleicht sogar ausreichend große Regalbretter an der Wand können unangenehme Hund-Katze-Begegnungen verhindern.

Ein sehr hilfreiches Accessoire in der katzenfreundlichen Praxis ist eine Fleecedecke, die mit einem Spritzer Feliway® Classic Spray präpariert über den Katzenkorb gelegt wird. Diese Decke soll die Katze durch die ganze Behandlung begleiten. Darin wird sie eingehüllt, wenn sie wartet oder untersucht wird. Diese Decke dient auch als Unterlage auf dem Röntgen- oder Behandlungstisch. Und in der Katzenstation schirmt sie die Patienten gegen die Unruhe außerhalb des Käfigs ab.

Um die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten, rate ich zu einer großzügig bemessenen Terminsprechstunde. Die Minimalforderung der ISFM (International Society of Feline Medicine) für eine Konsultation beträgt 15 Minuten. Die Untersuchung einer älteren Katze, die eine Blutdruckmessung beinhalten sollte, muss mit 30 Minuten geplant werden.

Im Behandlungsraum

Der ideale Behandlungsraum für Katzen hat keine Hundegerüche. Um einen Katzenbehandlungsraum einzurichten, braucht man nicht viel Platz. Manche Abstellkammer ist geeignet. Ein kleiner Behandlungstisch, auf den eine Babywaage und eine Katze passen, ist ausreichend. Die benötigten Utensilien für die Katzenuntersuchung passen in einen kleinen fahrbaren Container. In solch einem spartanisch eingerichteten Raum kann die Katze umherstreifen, um sich daran zu gewöhnen und die Angst zu verlieren – eine gute Vorbereitung für die folgende Blutdruckmessung.

Doch auch ohne exklusiven Katzenbehandlungsraum lassen sich die Gerüche für die empfindliche Katze erträglicher machen. Der 1. Schritt ist die Reinigung des Tisches, allerdings nicht unbedingt mit Desinfektionsmittel (nur bei erhöhtem Infektionsrisiko). Da die Katze sich in erster Linie über ihren Geruchssinn orientiert, sind scharfe Gerüche ein Angst- und Stressauslöser hoher Potenz. Die Katze sollte nicht auf der gleichen Unterlage sitzen müssen wie der Hund, der vorher behandelt worden ist. Hier hilft die an der Anmeldung ausgegebene Fleecedecke mit dem Pheromon-Aroma.

Eine weitere Hilfe auf dem Behandlungstisch ist der mitgebrachte Transportkorb, wenn er aus 2 Teilen besteht und die Unterschale nach Abnahme des Deckels als Nest für die Katze auf dem Tisch stehen bleiben kann. Alternativ dazu bietet sich ein Korb an, in dem sich die Katze, eingehüllt in ihre Decke, ebenfalls geschützt fühlt.

Während der Anamnese geben wir der Katze die Gelegenheit, uns kennenzulernen. Wir bieten ihr die Hand zum Schnuppern an und beobachten die Reaktion. Ist sie neugierig oder ängstlich? Verkriecht sie sich in ihrer Decke oder zeigt sie sogar Drohsignale wie Knurren und Fauchen? Im besten Fall reibt sie ihre Stirn an unserer Hand.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Umgang mit der Katze – Wie Sie ihr Stress und Angst in der Praxis ersparen können

Aus der Zeitschrift: kleintier konkret 05/2018

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