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Vom Umgang mit Parasiten

Parasiten waren Thema im Praxisseminar „Phytos für alle Felle“ des Arbeitskreises Phytotherapie der GGTM in Wettelbrunn 2017. Welche Auswirkungen konventionelle Parasitenbekämpfung haben kann – und das nicht nur auf die Haut – ergänzt um Angaben zu Phytotherapeutika werden hier wiedergegeben.

„Die Flöhe und die Wanzen gehören auch zum Ganzen …“ (Sprichwort)

Beim konventionellen Umgang mit Parasiten, zu denen wir im Folgenden auch potenziell schädliche Mikroorganismen zählen werden, wird oft außer Acht gelassen, dass praktisch jeder Makroorganismus gemeinsam mit diesen Kleinstlebewesen ein Ökosystem bildet und überhaupt nur innerhalb dieser Gemeinschaft lebensfähig ist. Unter optimalen Bedingungen besteht ein flexibles Gleichgewicht zwischen Parasiten und Makroorganismen, welches das Lebensrecht aller Beteiligten des Systems wahrt. Störungen in diesem Gleichgewicht können für den Makroorganismus gesundheitsgefährdend und sogar lebensbedrohlich werden, denn der Grat zwischen Symbiose, Kommensalismus und schädigendem Parasitismus ist oft schmal. Die Ursachen für derartige Störungen sind vielfältig, Lebens- und Haltungsbedingungen und medizinische Maßnahmen spielen dabei zentrale Rollen.

Die Bekämpfung von Ektoparasiten – irrationale Ängste und konkrete Gefahren

Vom Menschen von alters her besonders gefürchtet sind Zecken, Mücken, Flöhe, Läuse und Wanzen, die als Blutsauger potenzielle Krankheitsüberträger sind. Das macht ihre Bekämpfung besonders wichtig. Doch nicht überall und zu jeder Zeit fungiert ein Parasit auch als Vektor. Sinnvoll ist Bekämpfung nur auf der Basis umfassenden Wissens über die biologischen Zusammenhänge. Es braucht strategisches Vorgehen mit Augenmaß, will man nicht durch unüberlegte Bekämpfungsmaßnahmen weitere Schäden anrichten.

Konventionelle Ektoparasitenbekämpfung

Gegen Ektoparasiten werden sowohl am Tier (lokal und systemisch) als auch im Umfeld zu den Pestiziden (lat. pestis = Geißel, Seuche und lat. caedere = töten) zählende Ektoparasitika eingesetzt (Akarizide, Insektizide). Ziel ist es, lästige oder schädliche Lebewesen zu töten, zu vertreiben oder in Keimung, Wachstum oder Vermehrung zu hemmen. Eingesetzt werden u. a. neurotoxisch wirkende, zu den Neonicotinoiden zählende Chlornicotinoide, Pyrethroide, zu den makrozyklischen Lactonen gehörende Avermectine und Milbemycine, Phenylpyrazolone wie Fibronyl und Pyriprol sowie organische Phosphorsäureester, die über die Blockade lebenswichtiger Enzyme wirken.

Toxizität

Alle eingesetzten Wirkstoffe sind für Warmblüter mehr oder weniger toxisch. Insbesondere für Jungtiere unter drei Monaten, kranke, schwache, alte und hochträchtige Tiere besteht die Gefahr der resorptiven Vergiftung. Für Katzen sind etliche Wirkstoffe aufgrund der Glucuronidierungsschwäche lebensbedrohlich toxisch. Es besteht z. T. hohe Ökotoxizität. Fische und nützliche Insekten, insbesondere Bienen werden durch Ektoparasitika gefährdet.

Seit dem spektakulären Tod von 11.000 Bienenvölkern im Oberrheingraben 2008 durch Stäube von mit Neonicotinoiden gebeiztem Getreide, ist die Bienentoxizität dieses Pestizids hinlänglich bekannt. Über die Auswirkungen subletaler Dosen von Neonicotinoiden wird seither kontrovers diskutiert. Was viele Tierhalter nicht wissen: aus dieser Stoffgruppe stammen etliche Produkte zur Floh-Bekämpfung.

2017 sorgte die Entdeckung des Ektoparasitikums Fipronil in Eiern für Aufregung. Als Spot on oder Spray wird es selbstverständlich für Hund und Katze weiter eingesetzt. Doch selbst bei Anwendung von Kombinationsprodukten aus mehreren chemische Ektoparasitika, lässt sich Zeckenbefall nicht immer verhindern.

Lesen Sie den gesamten Artikel hier: Vom Umgang mit Parasiten

aus der Zeitschrift: Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin 3/2018

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