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Wenn der Hundesportler nicht rund läuft – Die Bedeutung iliosakraler Gelenkdysfunktionen im Hundesport

Die sportliche Betätigung mit Hunden erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Auch in den letzten Jahren hat sich der von Neumann bis 2011 beschriebene Trend fortgesetzt, dass immer mehr Teams an Hundesportveranstaltungen des VDH teilnehmen. So stieg die Teilnehmerzahl insgesamt von 270  099 im Jahr 2011 auf 355 387 im Jahr 2016. Dabei waren in beiden Jahren die Teilnehmerzahlen in der Sportart Agility am höchsten.

In der sportmedizinischen Praxis wird dabei, vor allem im Leistungssport, die Mehrzahl der Patienten mit relativ dezenten Beschwerden vorgestellt. Diese erfüllen oftmals nicht die Definition einer Lahmheit, sondern äußern sich nur in leichtgradigen Bewegungsabweichungen und Gangbildveränderungen, welche aber unter Wettkampfbedingungen entscheidend für den Erfolg eines Teams sein können. Insbesondere in schnellen Sportarten wie Agility und Flyball trifft dies zu, aber auch im Obedience und in der Unterordnung als Teildisziplin anderer Sportarten, wo ein exaktes Arbeiten des Hundes erforderlich ist und bereits kleine Nachstellschritte bei Bewegungstransfers sowie Haltungsasymmetrien in den Sitz-, Platz- und Stehübungen zu einem Punktabzug führen.

Häufig spielen bei solchen Problemen Dysfunktionen von Wirbelsäulen- und Gliedmaßengelenken eine Rolle. Nach Erfahrung der Autorin sind dabei insbesondere auch Dysfunktionen der Iliosakralgelenke von Bedeutung.

Obwohl einzelne Untersuchungen Beweglichkeit und Funktion der Iliosakralgelenke beim Kleintier dokumentieren, wird deren Rolle in Bezug auf die Gesamtbewegung, aber auch im Hinblick auf pathologische Prozesse kontrovers diskutiert. Gregory et al. beschreiben die Iliosakralgelenke beim Hund als Gelenke mit einem sehr geringen Bewegungsumfang von maximal 7°. Sakamoto et al. konnten in den Iliosakralgelenken der Katze mechanosensitive und nozizeptive Rezeptoreinheiten nachweisen, die den Rückschluss zulassen, dass das Zentralnervensystem propriozeptive Informationen aus den Iliosakralgelenken erhält. Diese kommen ebenfalls als Ursache für Schmerzen im Bereich der Beckenregion infrage. In jüngeren Untersuchungen dokumentierten Saunders et al. mittels Computertomografie an 10 Deutschen Schäferhunden und 12 Greyhounds die Position des Beckens in Relation zum Sakrum mit den Hintergliedmaßen jeweils in neutraler, gebeugter und gestreckter Position. Dabei konnten sie ein signifikant größeres Bewegungsausmaß in den Iliosakralgelenken beim Deutschen Schäferhund im Vergleich zum Greyhound nachweisen. Birch und Lesniak zeigten, dass sich beim Sprung über unterschiedlich hohe Hürden in der Absprungphase insbesondere die Gelenkwinkel der Tarsal- und der Iliosakralgelenke signifikant verändern, je nachdem, ob der Hund über eine in Relation zur eigenen Widerristhöhe niedrige oder hohe Hürde springt. Die Ergebnisse dieser letztgenannten Untersuchung unterstreichen die Bedeutung der Iliosakralgelenke beim Hund im Sprung und somit für die meisten Hundesportarten.

Bislang findet die Untersuchung der Iliosakralgelenke in der Literatur zur Lahmheitsdiagnostik beim Hund dennoch wenig Beachtung. Die Erkrankungen, die im Bereich der Iliosakralgelenke Erwähnung finden, beschränken sich auf massive Zusammenhangstrennungen wie Frakturen oder Luxationen.

Sportphysiotherapie oder Sportmedizin? 

Die Sportphysiotherapie ist ein Teilgebiet der Physiotherapie. Ihr Ziel ist es, die Gesundheit zu fördern und zur Gesunderhaltung durch sportliche Aktivität beizutragen.

Die Sportphysiotherapie umfasst:

  • Verletzungsprävention
  • akute Intervention bei Verletzungen
  • Rehabilitation
  • Leistungssteigerung

Die Sportmedizin verfolgt prinzipiell dieselben Ziele wie die Sportphysiotherapie, ist per definitionem jedoch Medizinern vorbehalten. Dementsprechend umfasst sie weitere Teilbereiche wie beispielsweise bildgebende Diagnostik, chirurgische Orthopädie, Kardiologie und Fütterung.

Untersuchungsablauf

Auch im Bereich der sportmedizinischen Untersuchung stellen die klinische Allgemeinuntersuchung sowie die Lahmheits- und ggf. neurologische Untersuchung die Basis der Diagnostik dar. Sie reichen aber in der Regel nicht aus, um die Problemursache exakt zu identifizieren und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Hierbei bedarf es speziell geschulter palpatorischer Fähigkeiten.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Wenn der Hundesportler nicht rund läuft – Die Bedeutung iliosakraler Gelenkdysfunktionen im Hundesport

Aus der Zeitschrift: kleintier konkret 02/2019

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