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DOI 10.1055/s-00000172

Transfusionsmedizin - Immunhämatologie, Hämotherapie, Immungenetik, Zelltherapie

In dieser Ausgabe:

Keine Hektik bei der Induktionschemotherapie

Die schlechte Prognose der unbehandelten akuten myeloischen Leukämie begründete die Doktrin, dass eine hämatologische Notfallerkrankung vorliegt, die umgehend spezifisch zu behandeln ist. In der Studie der SAL-Gruppe wirkte sich ein verzögerter Beginn der Induktionschemotherapie nicht nachteilig auf Frühtodesfälle und das Gesamtüberleben aus.

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Kommentar

In derStudiewurden Daten der Studien-Allianz Leukämie (SAL) retrospektiv ausgewertet hinsichtlich der Frage, ob ein Zusammenhang zwischen der Zeit bis Therapiebeginn (time from diagnosis to treatment start, TDT) und der Prognose besteht. Analysiert wurden AML-Patienten, die eine intensive Induktionstherapie erhalten hatten und bei denen ein minimales Follow-up von 12 Monaten erreicht war (n = 2263).

Folgende Punkte erscheinen besonders bemerkenswert:

Die Studie verfügt über eine im Vergleich zu früheren Arbeiten deutlich größere Fallzahl.

Die Daten stammen aus 46 deutschen Zentren, die sich der SAL angeschlossen haben und repräsentieren „real-world data“ mit der Diversität, die in einem prospektiv randomisierten Studiensetting nicht zu finden wäre. Zwangsläufig ergibt sich eine Heterogenität durch individuell getroffene Therapieentscheidungen.

Im 2-Jahres-Überleben und im Gesamtüberleben zeigte sich kein signifikanter Unterschied bezogen auf die TDT. Der Anteil an Patienten mit einem frühen Versterben innerhalb der ersten 30 Tage nach Beginn der Behandlung war in allen Gruppen gleich hoch. Auch die multivariate Analyse ergab diesbezüglich keinen Zusammenhang.

Leukämiespezifische biologische Faktoren scheinen die stärksten Determinanten für ein Ansprechen auf die Behandlung und das Rückfallrisiko zu sein. Dies bestätigt sich auch in der multivariaten Analyse in Bezug auf Erreichen einer Remission und die Überlebensdauer: Das Alter und die Genetik hatten im Gegensatz zum Behandlungsbeginn einen signifikanten Einfluss auf das Outcome.

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Das SARS-CoV-2 ist tückisch, die Infektion selbst kann schwer verlaufen, und überschießende Immunantworten stellen ein zusätzliches Risiko dar. Patienten mit hämatologischen Neoplasien sind meistens hochgradig immunkomprimiert. Der Review und die Metaanalyse ergaben die Mortalität und Risikofaktoren von Betroffenen, die zusätzlich an COVID-19 erkrankten.

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