Trennungsangst beim Hund
Eine relativ große Anzahl an Hunden erlebt die Zeiten, in denen sie vom Besitzer getrennt sind, als Situationen panikartiger Angst. Wir zeigen Ihnen, wie diese Angst entsteht und was dagegen helfen kann.
Trennungsangst ist kein einheitliches Krankheitsbild und kann sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome äußern. Einige auffällige Formen der Trennungsangst gehen mit folgenden Symptomen einher:
- Vokalisieren: Die betroffenen Hunde fallen in den Zeiten der Abwesenheit des Tierhalters durch anhaltende oder wiederholte Lautäußerungen etwa in Form von Winseln, Jaulen, Heulen oder Bellen auf.
- Zerstörungsverhalten: Die Tiere zerstören Strukturen, indem sie an diesen kratzen, sie zerbeißen oder sie zerreißen. Nicht selten haftet den zerstörten Strukturen der Geruch des Besitzers an (z. B. an Handys, Geldbörsen, Kissen oder der Couchgarnitur). Aber auch bei Ausbruchsversuchen, die sie unternehmen, um ihren Besitzern zu folgen, können Dinge wie z. B. Bodenbeläge, Tür- oder Fensterrahmen sowie der Autoinnenraum zerstört werden.
- Körperliche Symptome: Die Palette reicht hierbei von unkontrolliertem Harnabsatz und Durchfällen über Zittern, Hecheln, Speicheln und Erbrechen bis hin zum Sich-Wundlecken.
Ursachen
Die Ursachen der Trennungsangst sind mannigfaltiger Natur: Vom übermäßigen Pflegeverhalten der Mutterhündin, zu starker bzw. zu bindungsintensiver Pflege durch Menschen (ggf. in Phasen einer Erkrankung des Hundes), über mangelnde Förderung von Selbstständigkeit des noch jungen Hundes, der schlagartigen Konfrontation mit dem Alleinsein oder der Wahl zu großer Trainingsschritte (womit das Gefühl von Todesangst ausgelöst werden kann) bis hin zum Erleben eines starken Traumas in den Phasen des Alleinseins, kann alles (auch Mischformen) vertreten sein.
Auch fehlende Überlagerungen im Hinblick auf soziale und speziell auf bindungsbezogene Geborgenheitsreize können Trennungsangst fördern. Hierbei kennt der Hund jeweils nur wenige Geborgenheitsreize in einem bestimmten Bereich, und die bloße Abwesenheit dieser (wenigen) Reize bedeutet starken Stress. Gibt es hingegen Überlagerungen mit weiteren Reizen aus der gleichen Kategorie, wird die Abwesenheit/der Wegfall eines Reizes mental problemlos verarbeitet. In Bezug auf Menschen bedeutet das: Kennt der Hund nur den Züchter (oder wenige Personen) erhält deren Anwesenheit oftmals eine zu hohe Bedeutung.
Trigger
Neben diesen Kernursachen gibt es noch eine Reihe weiterer Ereignisse bzw. Lebensumstände, die als Angst-Trigger (Auslöser) fungieren können. Hierzu zählen u. a.:
- Traumata durch einen Gruppenverlust (auch ausgesetzt worden zu sein)
- Tierheimaufenthalte
- Änderung der Arbeitszeiten des Tierhalters
- Umstellungen im Familiengefüge
- Ende von Urlaubszeiten oder anderen Phasen einer dauerhaften Nähe des Tierhalters
Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Trennungsangst beim Hund
Aus der Zeitschrift team.konkret 3/2015

