• Frühkindlicher Karies

     

Frühkindliche Karies – was ist diagnostisch und therapeutisch zu beachten?

Den aktuellen epidemiologischen Begleituntersuchungen zur Gruppenprophylaxe aus dem Jahre 2017 zufolge, ist die frühkindliche Karies auch in Deutschland ein ungelöstes Gesundheitsproblem. Vor dem Hintergrund der neuen zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen im System der gesetzlichen Krankenversicherung werden die diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen einer präventiv-orientierten Betreuung von Kleinkindern erörtert.

In der o. g. repräsentativen bundesweiten Studie wiesen 14% aller 3-Jährigen kariöse Defekte an durchschnittlich 3,6 Milchzähnen auf, und 5% der Kinder hatten einen hohen Kariesbefall (dmfs > 4). Weiterhin waren 74% aller kariösen Läsionen unversorgt. Akute Zahnschmerzen und daraus resultierende endodontische Folgeerkrankungen sind daher die häufigste Ursache für die Vorstellung von Kleinkindern beim (Kinder)Zahnarzt und deren Krankenhauseinweisungen. Zahnschmerzen gehen darüber hinaus mit Problemen beim Kauen und Schlafen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Verhaltensänderungen, Aktivitätseinschränkungen sowie erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Eltern einher.

Die Weltorganisation der Zahnärzte (FDI World Dental Federation) forderte daher bereits 2012 in ihrer „Global Caries Initiative“ eine Priorisierung der zahnärztlichen Betreuung auf die Altersgruppe der 0- bis 3-Jährigen sowie die Ausrottung der frühkindlichen Karies bei unter 3-Jährigen. In Deutschland hat der Gesetzgeber mit der Einführung von zahnärztlichen Frühuntersuchungen ab dem ersten Zahn auf das Problem der frühkindlichen Karies reagiert.

 

MERKE

Seit dem 1. Juli 2019 ist im Rahmen der deutschen vertragszahnärztlichen Regelversorgung eine evidenzbasierte zahnärztliche Betreuung mit dem Fokus auf die Prävention der frühkindlichen Karies gegeben.


Definition

Die frühkindliche Karies (Early Childhood Caries – ECC) ist eine chronische, multifaktorielle Erkrankung, die von der Amerikanischen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (American Academy of Pediatric Dentistry – AAPD) als das Vorhandensein eines oder mehrerer kariöser (nicht kavitierter oder kavitierter Läsionen), fehlender Zähne aufgrund von Karies oder gefüllter Milchzahnflächen eines Kindes unter 6 Jahren definiert wird.

 

DEFINITION

Eine schwere Form der ECC (Severe Early Childhood Caries) liegt vor, wenn

  • Zeichen einer Glattflächenkaries bei Kindern jünger als 3 Jahren auftreten,
  • im Alter von 3 – 5 Jahren ein Kariesbefall von ≥ 1 dmfs vorliegt,
  • eine Glattflächenfüllung an oberen Milchfrontzähnen
  • und ein Kariesbefall von ≥ 4 dmfs mit 3 Jahren, von ≥ 5 dmfs mit 4 Jahren oder von ≥ 6 dmfs mit 5 Jahren vorliegt.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Frühkindliche Karies – was ist diagnostisch und therapeutisch zu beachten?

Aus der Zeitschrift ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt 06/2020

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Quelle

ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt
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