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Kariesexkavation – der aktuelle Stand

Ein verändertes Verständnis zur Ätiologie der Erkrankung „Karies“ spiegelt sich auch in einer drastisch veränderten Therapie kariöser Läsionen wider.

So werden Strategien zur Kariesexkavation, bei denen eine vollständige Entfernung kariösen Gewebes angestrebt wird, heute teilweise hinterfragt. Moderne Vorgehensweisen zielen auf eine minimalinvasive Kariesentfernung ab mit anschließender Versiegelung der Kavität.

Kariesätiologie – Plaquehypothesen

Die als „spezifische Plaquehypothese“ bezeichnete Auffassung von Karies als Infektionserkrankung ist heute nicht mehr zeitgemäß. Diese Betrachtungsweise impliziert nämlich, dass die Infektion mit einer spezifischen Bakterienart (vor allem Streptococcus mutans) oder mehreren spezifischen Bakterienarten fast zwangsläufig zur Entstehung kariöser Läsionen führen würde. Dementsprechend ging man davon aus, die Anwesenheit dieser Pathoorganismen müsse bekämpft werden, um die „Infektion“ Karies zu heilen. Insofern war die vollständige Elimination kariogener Mikroorganismen gleichsam eine Voraussetzung für den Therapieerfolg. Diesem Verständnis folgend zielten Zahnärzte auch bei der Kariesexkavation lange Zeit ab auf eine möglichst vollständige Entfernung der kariösen Zahnhartsubstanz und damit auch der kariogenen Bakterien.
 


MERKE

In den letzten 30 Jahren hat sich das Verständnis zur Kariesentstehung  tiefgreifend gewandelt. Die heute etablierte „ökologische Plaquehypothese“  erklärt Karies als ein multifaktorielles Geschehen.

Grundlage für den Umschlag einer physiologischen (wenig kariogenen) zu einer pathologischen (kariogenen) Flora des Zahnbiofilms sind Veränderungen der ökologischen Bedingungen. Diese wiederum sind vor allem Resultat einer hochfrequenten Zufuhr fermentierbarer Kohlenhydrate. Unter diesen Umweltbedingungen nämlich erfahren kariogene Bakterien einen Wettbewerbsvorteil: sie verstoffwechseln Kohlenhydrate zu organischen Säuren und generieren dadurch ein saures Milieu, in welchem andere, nicht kariogene Bakterien nur bedingt überlebensfähig sind und somit verdrängt werden. Ein Unterbinden der Kohlenhydratzufuhr führt demnach zu einem ökologischen Nachteil für die kariogenen Bakterien. Somit kann durch eine entsprechende Veränderung der Biofilmzusammensetzung der Kariesprozess gestoppt und beispielsweise eine aktive Kariesläsion arretiert werden.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Kariesexkavation – der aktuelle Stand
aus der Zeitschrift ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt 07/08 2020

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Quelle

ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt
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