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Milchzahnendodontie

Für das Milchgebiss gilt die in den letzten Jahren zu beobachtende Verbesserung der Zahngesundheit nur eingeschränkt. Insbesondere die frühkindliche Karies hat sich wegen ihrer großen Verbreitung und ihres raschen Verlaufs zu einem wachsenden Problem entwickelt. Neben der restaurativen Versorgung von Milchzähnen gehören folglich auch endodontische Maßnahmen im Milchgebiss zu den häufigsten Arbeiten in der Kinderzahnheilkunde.

 

Die frühkindliche Karies (Early Childhood Caries, ECC) stellt nach wie vor weltweit ein Problem dar. Sie gilt gegenwärtig als häufigste chronische Erkrankung im Vorschulalter und dominiert mit zum Teil massiver Gebisszerstörung das Gesamtkariesaufkommen. Obwohl Deutschland in der Breite der zahnmedizinischen Behandlung insgesamt einen hohen Versorgungsgrad erreicht hat, ist auch hier die frühkindliche Karies unverändert immer noch als ein ernsthaftes und ungelöstes Versorgungsproblem einzustufen.

In einem kürzlich veröffentlichten Review berichten die Autoren von einer globalen Prävalenz der ECC zwischen 1% und 12% in den Industrienationen, sowie von ca. 70% in Entwicklungsländern und benachteiligten Bevölkerungsgruppen entwickelter Länder. In Deutschland liegt die durchschnittliche Prävalenz bei 13,7%, unter Einbeziehung der Initialläsionen sogar zwischen 14,4% und 24,6%. Für das Auftreten spielen der sozioökonomische Status, ein Migrationshintergrund und/oder eine eingeschränkte Kooperationsfähigkeit eine bedeutende Rolle.
Gleichzeitig ist zu vermerken, dass auch der Sanierungsgrad der Milchzähne nicht zufriedenstellend ist. Aktuelle Daten zeigen, dass immer noch knapp die Hälfte (42,6%) der kariösen Milchzähne nicht saniert ist. Der Erhalt von Milchzähnen bis zur regulären Exfoliation ist für eine reguläre Entwicklung der Dentition jedoch von großer Bedeutung. Milchzähne erfüllen wichtige Funktionen. Sie dienen nicht nur als Platzhalter für die nachfolgenden bleibenden Zähne, sondern sind ebenfalls bedeutend für das Kauen, die Sprachentwicklung sowie für eine gesunde psychische Entwicklung. Folglich sollten die Dentes decidui so lange wie möglich erhalten werden.
Endodontische Maßnahmen bieten eine Möglichkeit, Milchzähne bis zu ihrer natürlichen Exfoliation zu erhalten. Für das Milchgebiss sind verschiedene endodontische Therapieverfahren denkbar, die im Nachfolgenden detailliert beleuchtet werden. Angesichts der relativ kurzen Funktionsperiode des Milchgebisses sollte es dabei das Ziel sein, einen defekten Milchzahn möglichst nur ein einziges Mal bis zur natürlichen Exfoliation zu versorgen. Voraussetzungen für den Erfolg sind neben der exakten Arbeitsweise des Behandlers und der Mitarbeit des Kindes die genaue Kenntnis der Milchzahnphysiologie und -pathophysiologie sowie die möglichst korrekte Einschätzung des aktuellen Zustands des Endodonts und entsprechende werkstoffkundliche Parameter.

Besonderheiten der zahnärztlichen Behandlung

In der Kinderzahnheilkunde stellt die Kooperation des Kindes bei der Behandlung oftmals den entscheidenden Parameter dar. Die Aufmerksamkeitsspanne und somit auch die Kooperationsmöglichkeit sind bei Kindern stark vom Alter abhängig. Dabei muss weiterhin zwischen der meist altersbedingten Kooperationsfähigkeit und dem Kooperationswillen unterschieden werden. Bei mangelndem Kooperationswillen lassen sich in der Regel verhaltensführende Maßnahmen einsetzen. Eine geringe Kooperationsfähigkeit muss jedoch unter Umständen durch eine Sedierung oder Narkose kompensiert werden, da anderenfalls nur temporäre Restaurationen erfolgen können, die dann bei einer Zunahme der Kooperationsfähigkeit ausgetauscht werden. Weiterhin darf bei der Versorgung kariöser Milchzähne die verbleibende Verweildauer des Zahnes in der Mundhöhle nicht außer Acht gelassen werden. Diese bestimmt entscheidend, ob optimale Ergebnisse und eine hohe Lebensdauer erzielt werden müssen, ob eine suboptimale Restauration bis zur baldigen Exfoliation belassen werden kann oder ob die Extraktion sinnvoller ist. Bei stark kariös befallenen Zähnen sollte die Alternative der Extraktion erwogen werden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Milchzahnendodontie

Aus der Zeitschrift Zahnmedizin up2date 5/2018

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