• Parodontitis Zahnmedizin IOK Georg Thieme Verlag

     

Warnsignale in der Parodontologie

Die vorliegende Literaturübersicht befasst sich mit parodontalen Warnsignalen bzw. Frühsymptomen, die in der kieferorthopädischen Therapie berücksichtigt werden sollten. Für ein besseres Verständnis werden die aktuellen ätiologischen Theorien zur Entstehung der Gingivitis und Parodontitis, die notwendige parodontale Diagnostik und derzeitige Therapiemethoden beleuchtet.

Die chronische Parodontitis wird durch die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie definiert als „Infektionserkrankung, die zur Entzündung des Zahnhalteapparates sowie zu progressiven Attachment- und Knochenverlust führt.“. Einen Meilenstein in der Ätiologie der parodontalen Erkrankungen stellten die Untersuchungen zur experimentellen Gingivitis von Löe, Theilade u. Jensen dar, die eine starke positive Korrelation zwischen dem Vorhandensein von dentaler Plaque und gingivaler Entzündung feststellen konnten. Durch diese Feststellung beruhen die heutigen therapeutischen Konzepte im Wesentlichen auf einer Kontrolle des oralen Biofilms. Es zeigte sich allerdings im Laufe der Zeit, dass nicht jede Art von Plaque eine gleich starke entzündliche Antwort provozierte, sondern dass sowohl die Art der bakteriellen Komposition als auch die immunologischen Reaktionen des Wirtsorganismus eine entscheidende Rolle spielen. Die heutigen ätiologischen Theorien gehen davon aus, dass der Wirtsorganismus den parodontalpathogenen Erregern eine entzündliche Umgebung bieten muss, um eine Verschiebung zwischen gesundheitsförderlichen und parodontalpathogenen Keimen zugunsten der krankheitsfördernden Keime (Dysbiose) zu ermöglichen und zu unterhalten. Im Wesentlichen stehen hierbei die Faktoren des erworbenen und angeborenen Immunsystems sowie pro-inflammatorische Faktoren und der oxidative Stress im Vordergrund. Die häufigsten Formen der parodontalen Erkrankungen stellen die chronische Parodontitis und mit geringeren Prävalenzen die aggressive Parodontitis dar, bei denen aus ätiologischer Sicht der aggressiven Parodontitis eine stärke genetische Disposition zugerechnet wird. Aus diesem Grund sollte anamnestisch auch immer nach familiären Häufungen von Parodontalerkrankungen gefragt werden.

CHECKLISTE DER PARODONTOLOGISCHEN WARNHINWEISE:

  • positive Familienanamnese bezüglich parodontaler Erkrankungen
  • PSI*>Grad 3 und 4
  • Risikofaktoren wie Alter, Rauchen, Diabetes mellitus, Metabolisches Syndrom
  • Syndrome wie Down-Syndrom, Leukozyten-Adhäsionsdefekt-Syndrom, Chediak-Higashi-Syndrom, Papillon-Lefévre-Syndrom
  • Rezessionen
  • freiliegende Furkationen

*PSI=Parodontaler Screening Index

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag Warnsignale in der Parodontologie – Was der Kieferorthopäde wissen sollte

Aus der Zeitschrift IOK - Informationen aus Orthodontie & Kieferorthopädie 03/2016

 

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