• Bericht
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  • PM des Medizinischen Fakultätentags der BRD
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  • 14.03.2011

Sinkende Abbrecher- und steigende Absolventenzahlen bei Medizinern

Ein Studienabbruch ist in der Medizin wesentlich seltener, als vielfach behauptet. Die Abbrecherquote im Studium ist nach HIS-Studien auf fünf Prozent gesunken. Die Zahl der Absolventen stieg dagegen auf über 9.850 im Jahr 2008 an. Die seit dem Jahr 2007 kursierende Annahme eines Schwundes von über 40 Prozent trifft nicht zu. Die Forderung nach einem Bachelor in der Medizin lässt sich mit der Abbruchquote nicht begründen.

Langzeitbetrachtungen notwendig

"Wir haben hoch motivierte Studierende, die praktizierende Ärztinnen und Ärzte werden wollen. In den letzten Jahren konnten wir die Abbrecherquote halbieren", sagt Professor Dieter Bitter-Suermann, MFT-Präsident.

Die von Bund und Ländern grundfinanzierte Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) veröffentlichte im letzten Jahr eine Abbrecherquote von fünf Prozent für die Mediziner. HIS-Studien beschränken sich nicht auf Stichtagserhebungen. Kohortenbetrachtungen und Absolventenbefragungen - auch nach fünf und zehn Jahren - haben die HIS-Studien zum Qualitätsstandard für die vergleichende Bewertung der Fächer gemacht.

Langzeitbetrachtungen und Studierendenverläufe sind für die Medizin aus zwei Gründen besonders wichtig: Der Anteil der Studentinnen und die internationale Mobilität der Absolventen sind mit über 60 Prozent besonders hoch. An den Universitäten in Frankreich und der Schweiz, in denen die Note der Hochschulzulassungsberechtigung keinen maßgeblichen Einfluss bei der Bewerberauswahl hat, liegen die Abbrecherquoten um ein Vielfaches höher.

 

Verzerrung der Tatsachen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer sprechen von hohen Quoten auch für Deutschland. Nach ihrer Studie zur Entwicklung der Arztzahl aus dem Jahr 2007 gäbe es einen Schwund von 42 Prozent während des Medizinstudiums. Der MFT-Präsident hält dagegen: "Das ist eine Verzerrung der Tatsachen, die leider immer noch im Netz steht und häufig zitiert wird." Die Verbände beziehen sich auf eine Erhebung aus dem Jahr 2003, bei der Studierende gefragt worden sind, wie viele von ihnen noch den Arzt im Praktikum (AiP) machen würden. Da zu diesem Zeitpunkt jedoch schon feststand, den AiP 2004 abzuschaffen, hat in der Studie ein großer Teil der Studierenden angegeben, darauf zu verzichten.

In dieser Verbändestudie zur Arztzahlentwicklung wird ferner angegeben, dass Zahlen des Statistischen Bundesamtes dargestellt würden. Das Bundesamt hat jedoch andere Daten. Hinsichtlich der bestandenen Abschlussprüfungen des Medizinstudiums ist die Lage eindeutig. Sie sinken nicht, wie vielfach behauptet wird. Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Absolventenzahlen der Medizinischen Fakultäten in sechs Jahren von rund 8.810 um 12 Prozent auf rund 9.850 angestiegen sind.

 

Föderalismus verhindert klare Ärztestatistik

"Die Interessenvertreter haben leider keine umfassenden Daten über die nach dem Studium erteilten Approbationen, ihre Schwundbilanz ist daher auch nicht zutreffend", kritisiert der MFT-Präsident. Dass in Deutschland eine klare Ärztestatistik fehle, läge am Föderalismus, denn hierzulande werden die ärztlichen Approbationen nicht einheitlich ermittelt. "Der Bund sagt, dafür seien die Länder zuständig, die haben aber zum Teil schon vor Jahren die Erfassung frisch approbierter Ärzte eingestellt", erläutert Bitter-Suermann.

Experten bezweifeln stark, dass die Einführung eines Bachelors die Studienabbrüche noch weiter reduzieren könnte. So erfolgen Ausstiege vorrangig in den ersten Semestern aufgrund von Prüfungsversagen. In späteren Semestern führen vereinzelt klinische Erfahrungen zum Studienfachwechsel oder Abbruch.

Die HIS-Untersuchung stellt fest, dass das für die Medizin gegebene klare Berufsbild und die damit zusammenhängende Motivation sowie die Studienstrukturen und Zugangsbeschränkungen dazu führen, dass nur sehr wenige Studienanfänger die Universität ohne Examen verlassen.

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