• Interview
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  • Thomas Krimmer
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  • 02.03.2020

PROMETHEUS – Das macht den Anatomie-Atlas so einzigartig

Dr. Jochen Neuberger, Programmplaner bei Thieme und Sabine Bartl, Redakteurin, beantworten Fragen rund um den Anatomieatlas PROMETHEUS.

 

>Warum braucht es im digitalen Zeitalter noch einen Atlas auf Papier?

Bei allen Vorteilen, die die digitale Welt bietet, lernen auch heute noch viele Menschen gerne mit dem gedruckten Buch. Das haptische Erleben, Post-its einkleben, markieren, Notizen machen – das möchten viele nicht missen. Davon abgesehen, brauchen gerade komplexe Informationen auch schlicht den notwendigen Platz, wie ihn zum Beispiel eine großformatige Doppelseite bietet. Neben den herausragenden Illustrationen ist es vor allen Dingen das durchdachte didaktische Konzept, das den PROMETHEUS auszeichnet. Der LernAtlas gliedert den Stoff in jeweils zweiseitige thematische Einheiten und ist damit deutlich mehr als die Aneinanderreihung anatomischer Abbildungen und Legenden. Je eine Doppelseite ist ein in sich abgeschlossener Lernabschnitt, zum Beispiel „Knöchernes Becken“ oder „Gallenblase“. Das macht den sehr umfangreichen Stoff der Anatomie auch für Anfänger in der Medizin überschaubar („zerlegbarer“) und zeigt: Auch ein Themengebiet wie die Anatomie ist zu bewältigen. Insgesamt umfassen die drei Bände über 600 Lerneinheiten, durch die sich Studierende systematisch durcharbeiten können. Diese thematischen und optischen Einheiten lassen sich am besten erfassen, wenn man sie gedruckt vor sich hat. Die Darstellung am PC oder Tablet kommt aufgrund der überschaubaren Displaygröße nicht an das „Printerlebnis“ heran.

Zusätzlich können PROMETHEUS Nutzer aber auch von den Vorteilen der digitalen Darstellung profitieren. Buchkäufer erhalten automatisch Zugang zur digitalen Wissensplattform eRef. Dort sind alle Inhalte aus dem LernAtlas auch digital verfügbar und können über PC, Tablet und Smartphone abgerufen werden. Dabei ist es beispielsweise möglich, einzelne Bilder zu vergrößern, Beschriftungen ein- oder auszublenden und sich so selbst zu testen. Außerdem können Lernende Markierungen vornehmen oder Notizen verfassen. Über die eRef App stehen die Inhalte den Studierenden auf Wunsch auch offline zur Verfügung.


>Wie sind die Rückmeldungen, die Sie von Studenten und Dozenten erhalten?

Wir bekommen durchwegs sehr positive Rückmeldungen. Die Kombination aus exzellenten Abbildungen, übersichtlichem Lerneinheiten-Konzept und maßgeschneiderten Inhalten begeistert die Nutzer. Bei der Gestaltung achten wir – ein eingespieltes Team aus Autoren, Grafikern, Fachredaktion und Layoutern – auf eine sinnvolle Anordnung und Gewichtung der Informationen, sodass die Fülle an Fakten eine sinnvolle Struktur erhält. Wird zum Beispiel die Lendenwirbelsäule dargestellt, lässt sich der Bandscheibenvorfall sinnvoll andocken. So können Nutzer Krankheitsbilder aus der Anatomie heraus verstehen. Lehrende können über die digitale Thieme Plattform eRef auf die Grafiken aus dem PROMETHEUS zugreifen und sie beispielsweise in ihren Vorlesungen verwenden. Die Illustrationen werden für ihre Klarheit und Ästhetik geschätzt. Es macht einfach auch Spaß, mit ihnen zu lernen und zu arbeiten. Das bekommen wir immer wieder gespiegelt.

>Warum muss der PROMETHEUS immer wieder aktualisiert werden? Ist der menschliche Körper nicht hinlänglich bekannt?

Es gibt immer Optimierungspotenzial. Zusammen mit den PROMETHEUS Autoren denken wir ständig über neue Lerneinheiten nach – und wie wir bestehende Lerneinheiten weiter optimieren können, damit die Inhalte noch besser zu den Bedürfnissen der Studierenden passen. Auch in der Anatomie tut sich etwas – durch die Zusammenarbeit mit Klinikern erhalten Anatomen wertvolle Rückmeldungen zur „klinischen Relevanz“ der Anatomie – indem wir diese in den LernAtlas einarbeiten, profitieren auch die Studierenden davon. Und auch Anatomen stoßen auf Neues, was wiederum für Kliniker relevant sein kann. Nach einer entsprechenden Bewertung durch die PROMETHEUS-Autoren können relevante Neuigkeiten Eingang in Neuauflagen des Atlas finden. So werden nicht nur die Illustrationen ständig optimiert, sondern auch die zugehörigen Lerntexte inklusive der geschilderten (klinischen) Zusammenhänge.

>Arbeiten Sie immer mit denselben Zeichnern zusammen?

2004 ist der erste PROMETHEUS Band „Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem“ erschienen. Die Grafiker Karl Wesker und Markus Voll waren von Anfang an dabei und haben in enger Zusammenarbeit mit den Autoren Michael Schünke, Erik Schulte und Udo Schumacher bis heute über 5000 anatomische Zeichnungen angefertigt. Ihr Können ist einzigartig. Bis heute erstellen sie exklusiv die Zeichnung für den PROMETHEUS.

Dr. Jochen Neuberger
Jochen Neuberger arbeitete schon während seines Medizinstudiums für die Fachredaktion eines Verlags und entdeckte dabei seine Leidenschaft, medizinische Inhalte so aufzubereiten, wie sie Ärzte im klinischen Alltag tatsächlich benötigen. Nach seinem Studium war er zunächst als Weiterbildungsassistent an der Neurologischen Klinik der Universität Erlangen tätig, bevor er 1997 bei Thieme als Fachredakteur für die Reihe „Checklisten“ anfing. Seit damals hat sich sein Tätigkeits- und Verantwortungsbereich stetig erweitert. Heute ist er unter anderem als Programmplaner für die Produktfamilie PROMETHEUS verantwortlich. Mehr Infos

Sabine Bartl
Sabine Bartl absolvierte nach ihrem Abitur eine Ausbildung zur Verlagsbuchhändlerin bei Thieme und studierte im Anschluss englische und neuere deutsche Literatur sowie Rhetorik an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Sie sammelte Erfahrungen beim Südwestfunk und einer lokalen Tageszeitung, bevor sie 1991 als Redakteurin wieder zu Thieme kam. Seitdem betreute sie zahlreiche Lehrbücher, vor allem im Bereich der Augenheilkunde. Seit 2004 ist sie mit Redaktion und Projektmanagement des PROMETHEUS betraut, wobei sie als Geisteswissenschaftlerin ein besonderes Augenmerk auf die Aufbereitung und Vermittlung der medizinischen Inhalte legt. Dabei schätzt sie vor allem die enge Zusammenarbeit mit Autoren, Grafikern und Layoutern.

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