• Quiz
  • |
  • Claudia Ley
  • |
  • 05.05.2015

Mediquiz: Gar nicht so banal: Husten

Oft tritt Husten bei einer Erkältung auf uns ist harmlos. Doch Husten kann auch andere Ursachen haben. Mach unser Quiz und stell dich den kniffligen Fragen zum Thema Husten.

Erkältung - Foto: Patrizia Tilly – Fotolia.com

Foto: Patrizia Tilly – Fotolia.com

 

Mittlerweile naht der Sommer und lockt mit milden bis heißen Temperaturen und Sonnenschein. Dennoch dürfte dem ein oder anderen die kühle nasse Jahreszeit noch gut im Gedächtnis geblieben sein, denn die schwere Grippewelle hat nicht nur uns Ärzten volle Wartezimmer und lange Arbeitszeiten beschert, sondern bestimmt auch unter euch den ein oder anderen erwischt. Aus diesem Anlass wollte ich heute näher auf das Symptom Husten eingehen, mit dem ich mich die letzten Monate überhäufig beschäftigen durfte, aber dennoch eben nicht immer auf die vorherrschende Virusgrippe zurückzuführen war und deswegen meiner Meinung nach etwas mehr Beachtung und differenzialdiagnostisches Denken verdient.

Frau M., eine 56-jährige rüstige, leicht übergewichtige Patientin, suchte mich vor einigen Wochen primär wegen starker Halsschmerzen auf. Die Schmerzen seien plötzlich nach einigen Tagen "Erkältung" mit Husten und Schnupfen aufgetreten würden ihr nun das Essen bzw. Schlucken fast unmöglich machen. Auch Fieber sei seit dem Vortag neu aufgetreten, Auswurf bzw. Ausfluss aus der Nase hätten sich farblich jedoch nicht verändert.

Der hochrote Rachen mit geschwollener Uvula, jedoch unauffälligen sauberen Tonsillen, sowie die druckschmerzhaft vergrößerten zervikalen Lymphknoten bestätigten die akute Entzündungsreaktion. Die Nasennebenhöhlen erwiesen sich als nicht druckdolent, Auskultation und Perkussion der Lunge ergaben erfreulicherweise einen Normalbefund.


Frage:

Was ist dennoch angesichts der plötzlich veränderten aggravierten Symptomatik bei zunächst harmlos erscheinender "Erkältung" zu befürchten?

  • Antwort

    Im Rahmen eines primär viralen Infekts kommt es nicht selten zu einer zusätzlichen bakteriellen Superinfektion. Trotz der blanden Tonsillen schien mir der Verdacht auf eine Angina tonsillaris durch Streptokokken naheliegend. Hierbei ist nebenbei bemerkt eine Orientierung am so genannten Centor Score in der Hausarztpraxis ganz hilfreich

    Centor Score zur Abschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Streptokokken-Tonsillitis:

    Symptome | Punkte

    Fieber in der Anamnese | 1
    Tonsillenexsudat | 1
    Geschwollene cervikale Lymphknoten | 1
    Fehlender Husten | 1

    Bewertung: ab 3 Punkten wird je nach Schwere der Symptomatik eine Penicillintherapie empfohlen

     

    Eine weitere Entscheidungshilfe zwischen bakterieller und viraler Infektion bietet der Entzündungsparameter CRP, dessen Bestimmung bei Frau M. eigentlich angesichts der restlichen Kriterien nicht mehr zwingend notwendig war, aber dennoch zur Sicherung der Diagnose vorgenommen wurde.

    Ab einem Wert überhalb von ca. 40-50 mg/l steigt die Wahrscheinlichkeit für eine bakterielle Genese stark an bzw. nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine rein virale Genese ab. Passenderweise war der Laborparameter bei Frau M. mit 200 mg/l deutlich erhöht, sodass nach Rücksprache mit der Patientin eine Antibiose mit Penicillin begonnen wurde.

    Bezüglich der Schmerzen empfahl ich zusätzlich die Einnahme eines NSAR, in diesem Fall Ibuprofen 600mg bis zweimal täglich, da ein merkliches Ansprechen auf das Antibiotikum erst nach 24 Stunden zu erwarten war.

Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete