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  • Sven Jungmann
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  • 17.11.2015

Drei Wege zum E-Health Pionier – Teil 3: praktische Erfahrung sammeln

Wer in der E-Health Branche Karriere machen möchte, braucht vor allem eines: praktische Erfahrung. Hier die besten Tipps, wie und wo du dich engagieren und Kontakte knüpfen kannst.

Sicherlich bringen dich Ausbildungen und Forschungsprojekte schon sehr weit auf deinem Weg zum E-Health-Pionier, aber wer steile Lernkurven mag, der braucht praktische Erfahrung als dritte Zutat im Erfolgsrezept. Ob du dich an ein kleines Start-Up hängst oder dir E-Health aus einer politischen Perspektive anschaust – alles sind wichtige Einblicke für deine beginnende Karriere als Mitgestalter der Zukunft unserer Gesundheitsversorgung. Hier die besten Tipps, um praktische Erfahrung zu sammeln.

Ein inspirierendes Wochenende: Health Hackathons

Ein Hackathon dauert üblicherweise ein Wochenende und bringt unterschiedlichste Menschen zusammen, um Probleme mit neuen Technologien zu lösen. Üblicherweise werden Ärzte, Pfleger, Patienten, Designer und Programmierer Teams zusammengewürfelt, um dann einen echten Prototypen zu kreieren. Am Ende werden Gewinner gekürt, die häufig ein großzügiges Sponsoring erhalten und so ihre Idee weiter ausbauen können. Meistens wird man dabei von erfahrenen Industrieexperten betreut. Eine super Gelegenheit, um von Menschen zu lernen, denen man sonst nie begegnen würde.
Ein bekannter Hackathon im Gesundheitsbereich ist Hacking.Healthcare, woraus Anwendungen wie mySugr Buddy oder Sigmund Frog entstanden sind. Etwas anders ist der StartupBus: hier werden die Teams im Reisebus durch die Gegend gekarrt, während sie an ihren Projekten tüfteln. Und falls du dich fragst, ob es auch Hackathons in Flugzeugen gibt: ja.

 

Die Business-Seite: Management-Praktikum

Hast du in deinen Semesterferien noch etwas freie Zeit übrig? Dann solltest du mal die Webseiten von Beratungsfirmen durchstöbern und schauen, wer sich da so alles mit Health Innovation beschäftigt. Neben den prestigiösen großen Firmen (z.B. Roland Berger, McKinsey&Company, The Boston Consulting Group, KPMG oder Accenture) gibt es auch kleinere, die interessant sein können, wenn sie einen Fokus auf Krankenhäuser und eHealth haben. Erkundige dich doch mal nach bezahlten Praktika zu Digitalisierungsprojekten im Gesundheitsbereich. Normalerweise findet man hierzu sehr viel Information online.

Wenn du genügend Vorinformationen gesammelt hast, kannst du einzelne Berater, die du besonders interessant findest, entweder direkt kontaktieren oder du gehst gleich den Weg über die Personalabteilung, die sind oft ziemlich hilfreich und antworten schnell. Wenn du keinen Businesshintergrund hast, wird oft erwartet, dass man mindestens drei Monate mitmacht, aber vielleicht ist das im Einzelfall verhandelbar. Alternativ zu externen Beratungsfirmen kannst du auch die Manager in Krankenhäusern kontaktieren. Immer mehr Kliniken haben in der Chefetage jemanden, der für die Digitalisierung zuständig ist. Beschränke dich bei deiner Recherche nicht auf Deutschland. Beispielsweise haben Skandinavien, Katalonien, Schottland und Estland derzeit einige Vorreiter im E-Health-Gebiet.

 

Die Makroebene: Gesundheitspolitik

Ministerien oder die Europäische Kommission haben spezialisierte Abteilungen, die sich mit Digitalisierungsfragen beschäftigen. Die freuen sich auch über frische Gedanken von Leuten, die „an der Front“ mit den neuen Technologien arbeiten werden. Die Europäische Kommission bietet sogar bezahlte "Traineeships" in unzähligen Bereichen an, für die man sich bewerben kann.

 

Klassisch: Studentenjobs

Vielleicht willst du aber gar keine zeitlich begrenzten extravaganten Exkursionen, sondern eher etwas Beständiges nebenbei – oder gar beides? Dann schau dich doch mal nach Studentenjobs und HiWi-Stellen mit E-Health-Bezug um! Damit hast du nicht nur eine konstante Einnahmequelle, sondern kannst dir auch ein Netzwerk aufbauen und deinen Wissensschatz erweitern. Manche Universitäten haben Institute für Medizininformatik, die Stellen anbieten. Oder du schaust dich in der Industrie um: Sowohl IT-Firmen (wie SAP zum Beispiel) als auch E-Learning-Verlage sind potentiell interessante Arbeitgeber.

 

Hip: Start-Ups

Du möchtest etwas „szenigeres“? Dann schnupper mal in die Start-Up-Szene rein. Entweder setzt du dich direkt mit jungen E-Health-Gründern in Verbindung oder du schaust bei so genannten Inkubatoren und Start-Up-Hubs nach Möglichkeiten, Jungunternehmer zu beraten. Hier kannst du deine praktische Erfahrung als Medizinstudent einsetzen, um den Produktentwicklern oder Investoren nützliches Feedback aus der Praxis zu geben und lernst umgekehrt ganz andere Denkstrukturen kennen. Meistens kann man hier nicht das große Geld absahnen, aber man profitiert trotzdem vielfach auf anderen Wegen.

 

Fazit: Finde deinen Weg

Wie in den anderen Beiträgen ist auch hier wieder die Kernaussauge: "Finde deinen eigenen Weg!" Mache das, was dich bereichert und dir Freude bereitet und du wirst dir ein individuelles Profil als E-Health-Pionier aufbauen, mit dem du deinen Beitrag für die Zukunft der Medizin leisten wirst. Die Artikel dieser Miniserie bilden keinen vollständiger Reiseführer durch die E-Health-Welt – sie sind bestenfalls ein bescheidener Wegweiser, der dich zu deiner eigenen Suche inspirieren soll. Viel Spaß auf der Reise! – Sven Jungmann (@s_jungmann)

 


Drei Wege zum E-Health Pionier: Teil 1

Drei Wege zum E-Health Pionier: Teil 2 

 

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