• Info
  • |
  • Ines Elsenhans
  • |
  • 01.10.2012
  • Mutter Erde - Foto: ANK/Fotolia.com

    Mutter Erde

     

Einstieg bei WHO & Co.

Einen Job in einem Hauptsitz einer internationalen Organisation bekommt man nicht zufällig - man muss ihn sich hart erarbeiten. Denn egal ob OECD, CARE oder irgend eine andere internationale Organisation: Nur hochqualifizierte Bewerber haben eine Chance! Das bedeutet, dass man seine gesamte Ausbildung auf seinen Traumjob auslegen sollte. Will man vor Ort arbeiten, sieht es bei der Stellensituation schon besser aus. Fachkräfte aus allen medizinischen Bereichen mit einer soliden klinischen Basis werden händeringend gesucht werden. Egal ob Projektmanager oder Entwicklungshelfer - wir erklären, welche Qualifikationen man benötigt und wie man den Einstieg schafft.

Wie schafft man den Einstieg als Projektmanager oder Berater in den Hauptsitzen der internationalen Organisationen?

An den Lebensläufen von Dr. Khrist Roy und Michele Cecchini (siehe Via medici 4.12) wird eines klar: Einen Job in einer internationalen Organisation bekommt man nicht zufällig - man muss ihn sich hart erarbeiten. Denn egal ob OECD, CARE oder irgend eine andere internationale Organisation - es gilt: nur hochqualifizierte Bewerber haben eine Chance. Das bedeutet, dass man seine gesamte Ausbildung auf seinen Traumjob auslegen sollte. Michele Cecchini gibt folgenden Rat: „Medizinstudenten sollten jede Möglichkeit wahrnehmen um internationale Luft zu schnuppern." Famulatur und PJ eignen sich dafür wunderbar. Jedoch sollte man dabei eher in einem Forschungszentrum arbeiten und nicht in einer Klinik. Nach dem Medizinstudium ist ein Master in Public Health fast schon obligatorisch. Außerdem sind Fremdsprachenkenntnisse gefragt: Englisch ist ein Muss, jede weitere Sprache ein großer Pluspunkt. Auf jeden Fall sollte man auch ein Praktikum in einer internationalen Organisation machen. Denn es ist sehr unwahrscheinlich ohne Berufserfahrung den Jobeinstieg zu schaffen. Die Organisationen wollen einfach einen Kandidaten, der schon einen Gewissen Background hat.

Welche genauen Qualifikationen ein Bewerber haben muss, ist meist schon in der Stellenausschreibung detailliert aufgeführt. Alle internationalen Organisationen haben auf ihren Webseiten einen Link zu ihren offenen Stellen. Oftmals kann man sich gleich über ein Online-Formular bewerben. Dabei ersetzt ein Letter of Motivation meist das im deutschen übliche Anschreiben. In diesem Motivationsschreiben stellt sich der Bewerber vor und gibt an, welche der bisherigen Erfahrungen wie Studium, Praktika und Jobs ihn für die Stelle besonders Qualifizieren. Michele Cecchini rät, sich bei der Bewerbung viel Mühe zu geben: „Man muss sich von den anderen Bewerbern abheben. Denn auf eine Stelle bewerben sich ungefähr zwei bis dreitausend Personen." Kommt der Bewerber als Kandidat in Frage, wird er je nach Wohnort zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen oder per Telefon interviewt. Oft werden dabei kleine Fallbeispiele durchgeführt. Beispielsweise: Angenommen, Sie müssten eine Studie zum Thema XY durchführen. Wie würden Sie die Studie anlegen? Worauf würden Sie Prioritäten setzen? Sind alle Interviews geführt, bekommt man Bescheid ob man ausgewählt wurde.

Wer schließlich einen der begehrten Arbeitsplätze bezogen hat, sollte sich am Ende des Monats über den Gehaltszettel nicht wundern - mit dem eines klinisch tätigen Arztes ist das Einkommen nämlich oftmals nicht zu vergleichen. Beispielsweise verdient man als Junior Policy Analyst bei der OECD etwa 4.100 Euro Brutto. Oft kommen zu den Gehältern aber noch Leistungen für Flüge und Familienzuschläge. Ein kleines Manko zudem: Die meisten Stellen sind zunächst nur befristet.

Wie schafft man den Einstieg als Mitarbeiter vor Ort?

Will man vor Ort arbeiten, sieht es bei der Stellensituation schon besser aus. Dr. Kinzelbach erzählt: „Wir suchen händeringend nach Fachkräften aus allen Bereichen mit einer soliden klinischen Basis." Und das bedeutet mindestens drei Jahre Berufserfahrung und am besten schon klinische Erfahrung in einem Entwicklungsland. Auch Dr. Kinzelbach (siehe Via medici 4.12) empfiehlt, Famulatur und PJ zu nutzen, um Auslandserfahrung zu sammeln. Für längerfristige Projekte in der Nothilfe ist ein Master in "Public Health", "International Health" oder "Control of Infectious Diseases" empfehlenswert. Auch Zusatzkurse in Tropenmedizin sind sehr zu empfehlen, da Tropenkrankheiten in Entwicklungsländern weit verbreitet sind. Die Organisationen legen neben fachlichen Fähigkeiten besonderen Wert auf Belastbarkeit, Flexibilität, und emotionale Stabilität. Denn die Umstände vor Ort sind meist nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen. Welche Stellen ausgeschrieben sind, ist auch hier auf der Homepage der jeweiligen Organisation zu erfahren. Die Bewerbung verläuft online oder schriftlich. Je nach Organisation wird auch hier ein Letter of Motivation anstelle des Anschreibens verlangt. Die Frage nach dem Gehalt ist schwierig zu beantworten, da die Mitarbeiter in so unterschiedlichen Bereichen wie etwa Projektmanagement oder Finanzen tätig sind und das auch noch in unterschiedlichen Ländern und Regionen. Die Gehälter orientieren sich daher immer an den jeweiligen Arbeitsbedingungen und Lebenshaltungskosten im Einsatzgebiet. Ein Projektmanager im ländlichen Tschad, wo es kaum Infrastruktur und interessierte Kandidaten gibt, erhält zum Beispiel mehr Gehalt als ein Projektmanager in Indien.

Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete