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  • Cordula Dahlmann
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  • 18.02.2005
  • Kind mit Globus - Foto: drubig-photo/fotolia.com

    Besonders junge Ärzte zieht es raus in die Welt. Wer seinen Facharzt im Ausland machen will, muss im Vorfeld allerdings viele Dinge beachten.

     

Tipps zur Facharztweiterbildung im Ausland

Viele junge Mediziner zieht es zeitweise oder ganz ins Ausland. Was dabei zu beachten ist, erläutet Frau Dr. Ruth Wichmann, Auslandsreferentin des Marburger Bunds.

Anerkennung im Ausland

Die Anerkennung der ärztlichen Ausbildung ist in den Europäischen Richtlinien für Ärzte geregelt, wie Frau Dr. Wichmann berichtet. Danach würde das Studium innerhalb eines Staates des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz anerkannt werden, wenn:

  • Man die Staatsbürgerschaft eines dieser Länder besitzt.
  • Die Facharztausbildung mit der dort im Ausland geltenden Weiterbildungsordnung übereinstimmt
  • Eine möglicherweise geforderte Arbeitserlaubnis für das jeweilige gewünschte Land besteht.
  • Eventuell geforderte Nachprüfungen erfolgreich absolviert worden sind.

Anerkennung in Deutschland

Jungen Ärzte, die ihren Facharzt zum Teil oder vollständig in Ausland machen möchten, rät Frau Dr. Wichmann, im voraus die Landesärztekammer zu kontaktieren.

Die deutsche Anerkennung für ein Jahr im Ausland sei allerdings in der Regel kein Problem, wenn:

  • Mindestens 6 Monate in einem Fachgebiet in einer anerkannten Klinik oder Praxis absolviert worden sind.
  • Die Arbeit dort unter Aufsicht eines autorisierten Arztes stand.

Über die Schweiz und Länder des Europäischen Wirtschaftraumes (EWR)

Schweiz

In der Schweiz würde offiziell nur ein gewisser Prozentsatz ausländischer Ärzte pro Kanton akzeptiert sein, erklärt die Referentin. Allerdings sei ihr in der Praxis noch von niemandem zu Ohren gekommen, dass er Probleme mit der Arbeitserlaubnis gehabt hätte.

Die Aus-und Weiterbildung umfasse in der Schweiz 6 Jahre Studium. Anschließend stünden 44 Weiterbildungstitel zur Spezialisierung zur Auswahl.

Insgesamt sei dort der Arbeitsmarkt laut Frau Dr. Wichmann für Fachärzte und Assistenzärzte gut, besonders an kleinen Krakenhäusern und in ländlichen Gegenden.

Neben den folgenden Internetseiten empfahl sie den Besuch der Seiten der Krankenhäuser im Internet, da dort auch viele Stellen ausgeschrieben würden.

www.europa.admin.ch

www.fmh.ch

www.jobmed.ch

Schweden

In Schweden würden folgende Unterlagen zur Bewerbung verlangt werden:

  • Beglaubigte Kopie der Approbationsurkunde
  • Certificate of good standing, zu erhalten bei der obersten Landesgesundheitsbehörde. Dieses Zertifikat dürfe nicht älter als 3 Jahre sein.
  • Lebenslauf

Man könne sich dort durchaus auf Englisch bewerben und auch seine ersten Schritte dort auf Englisch bewältigen, berichtete Frau Dr. Wichmann. Allerdings seien gute Kenntnisse der schwedischen Sprache erforderlich, die aber auch innerhalb von Kursen in Schweden erworben werden könnten.

Die schwedische Aus-und Weiterbildung umfasse dort 5,5 Jahre Studium, daran anschließend erfolge eine PJ-ähnliche Phase, das AT (allmän tjänstgöring). Die Weiterbildung in den verschiedenen Fachdisziplinen würde jeweils etwa 5 Jahre dauern.

Offene Stellen seien vor allem im ländlichen Norden vorhanden, berichtete Frau Dr. Wichmann. Besonders die Fachgebiete Anästhesie, Psychiatrie und Radiologie wären gesucht. Aber auch für Assistenzärzte bestünden Möglichkeiten.

Für die erste Suche nach einer Stelle helfe besonders die Seite des Schwedischen Institutes, da dort auch viele Informationen auf deutsch und englisch eingestellt würden.

Schwedisches Institut

Folgende weitere hilfreiche Links empfahl sie:

http://www.socialstyrelsen.se/

http://www.folkuniversitetet.se/

http://www.ams.se/

http://www.slf.se/

http://www.sweden.se/

Jobs findest du auch bei careerjet.se, eine Jobsuchmaschine für Schweden:

http://www.careerjet.se

Großbritannien

"Die Aus-und Weiterbildung befindet sich in Großbritannien im Umbruch.", erklärte Frau Dr. Wichmann. Den bisherigen Aufbau erläuterte sie wie folgt:

  • 5 Jahre Studium
  • 1 Jahr Pre-Registration
  • 2-3 Jahre SHO (Assistenzarzt)
  • 4-6 Jahre Specialist Registrar (Oberarzt)
  • Consultant (Chefarzt/Facharzt)

Preregistration-Year und die Ausbildung zum SHO (Senior House Officer) sollten innerhalb des Foundation Programmes zu 2 Jahren zusammengefasst werde, was aber noch nicht ganz klar sei, erläuterte die Referentin.

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt gäbe es für folgende Fachdisziplinen: Allgemeinmediziner, Anästhesisten, Innere Medizin, Psychiatrie, Radiologie. Im Allgemeinen sei die Konkurrenz um Weiterbildungsstellen allerdings groß. Die Stellen beginnen jeweils im August und im Februar.

Kurse und Kongresse der AGMS

Britische Botschaft

www.nhscareers.nhs.uk

www.bma.org.uk

Über Länder außerhalb Europa

Die Weiterbildung außerhalb Europa z.B. in den USA würde in Deutschland nicht automatisch anerkannt werden. Allerdings könnten Abschnitte, die dort abgeleistet wurden unter folgenden Bedingungen anerkannt werden:

  • Die Ausbildung muss der deutschen gleichwertig sein und den Grundsätzen der hiesigen Weiterbildungsordnung entsprechen.
  • Mindestens 12 Monate der Ausbildung müssen in Deutschland absolviert worden sein.
  • Die Facharztprüfung muss auch in Deutschland abgelegt worden sein.

USA

In den USA wird laut Dr. Wichmann das ECFMG-Certificate verlangt, um dort ärztlich tätig werden zu können. Dafür müssten viele Dokumente eingereicht werden, sowie einige Prüfungen erfolgreich absolviert werden:

  • USMLE 1- Hier werden vorklinische Kenntnisse im Rahmen von MC-Fragen abgefragt. Frau Dr. Wichmann empfiehlt, diese Prüfung erst im 3. Studienjahr abzulegen.
  • USMLE 2 clinical knowledge- Dr. Wichmann empfahl: "Den würde ich erst gegen Ende des Studiums ablegen, da dort viele klinische Dinge abgefragt werden."
  • USMLE 2 clinical skills- Da auch hier klinische Kenntnisse abgefragt werden, empfahl die Referentin, diesen auch erst am Ende des Studiums abzulegen.

Alle Prüfungen inklusive des Step 3 (Abschlussprüfung) müssten innerhalb von 7 Jahren absolviert worden sein.

Auf den Internetseiten des USMLE sind booklets zu den verschiedenen Schritten verfügbar. "Wenn man Interesse hat, muss man sie von A bis Z durchlesen.", riet Frau Dr. Wichmann.

http://www.usmle.org/

Die operativen Fächer sind nach Angaben der Referentin sehr kompetitiv, bessere Chancen hätte man da in folgenden Disziplinen: Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Pädiatrie. In bevorzugten Wohngegenden oder an renommierten Klinken sei es trotzdem schwierig. In den USA sind die erreichten Scores bei dem USMLE Step 1, sowie bei dem Step 2 clinical knowledge sehr wichtig. Hilfreich ist es, wenn man bereits in einer Famulatur, in einem PJ-Tertial oder innerhalb eines Forschungsaufenthaltes in den USA bereits Kontakte knüpfen konnte.

Die Weiterbildungsstellen beginnen jeweils im Juli. Dabei solle man sich bereits 1 Jahr im voraus über den Electronic Residency Application Service bewerben, so die Referentin. Welche favorisierten Kliniken man dabei angebe, solle man gut durchdenken. Denn eine Zuteilung über das National Residency Match Programme verpflichtet dazu, diese Stelle auch anzutreten.

Meist erhält man nur ein J1-Visum, welches laut der Referentin nur zur Weiterbildung in den USA berechtigt. Nach 7 Jahren müsse man für 2 Jahre zurück ins Heimatland. Nur sehr selten würden Ausnahmen von der Regel gemacht werden.

Workshops zum Thema bietet die Marburger-Bund-Stiftung, außerdem fänden Vorbereitungskurse für USMLE Step 1 und Step 2 clinical skills in Berlin statt. Informationen sind auf der Seite des Marburger Bundes zu finden:

Seminare des Marburger Bundes

Folgende weitere Links helfen weiter:

http://www.ecfmg.org/

http://www.usembassy.de/

 

Neuseeland

In Neuseeland müssen Assistenzärzte, sowie Fachärzte vorerst eine Provisional Registration beantragen. Erst nach dieser 12-monatigen Phase ärztlicher Tätigkeit unter ärztlicher Aufsicht und Bewährung innerhalb dieser Zeit, könne man die volle Registrierung beantragen, erklärte Dr. Wichmann. Außerdem sei das Bestehen des internationalen English Language Testing Systems vorausgesetzt, sowie weitere Prüfungen, die denen in der USA ähnlich seien. Die Referentin weist darauf hin, dass das Medical Council mindestens 1 Jahr Berufserfahrung im Heimatland empfiehlt.

Habe man allerdings 3 Jahre Berufserfahrung innerhalb der letzten 4 Jahre vorzuweisen, entfielen viele Bedingungen und es sei nur noch der Englischtest zu absolvieren. Allerdings gelte dies nur bei Ländern, die den neuseeländischen Standards entsprächen. Dazu würde Deutschland gehören, erklärt die Referentin. Kann man allerdings 2 Jahre Tätigkeit in England nachweisen, mit Empfehlung von 2 Muttersprachlern, so entfällt auch der Englischtest.

Besonders gesucht seien hier Allgemeinmediziner. Außerdem stünden Ärzte auf der Imidiate Skills Shortage List und daher sei es leichter, ein Visum zu erhalten.

Folgende Links helfen weiter:

Medical Council von Neuseeland

IELTS Englisch Test

www.nzma.org.nz/journal/vacancies.html

Jobs in Neuseeland für Mediziner

www.immigration.govt.nz/

 

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