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  • Romana Mikes
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  • 09.06.2005

Turnusausbildung in Österreich

Nach erfolgreichem Abschluss des Medizinstudiums steht den meisten frischgebackenen Medizinern der Turnus bevor. Dieser dient der Ausbildung zum Allgemeinmediziner.

 

Möchte man einen Facharzt machen, so kann man sich entweder gleich nach dem Studium, während des Turnus oder auch erst danach um eine Facharztstelle bewerben. Da diese nur sehr begrenzt vorhanden sind, muss man meist lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Diese kann man mit dem Turnus sinnvoll überbrücken, wählt man ein Fach, welches man für sein späteres Wunschfach gebrauchen kann, kann man sich dieses oft für die weitere Ausbildung anrechnen lassen.Da die Ausbildung zum Facharzt sehr stark variiert, möchte ich mich hier auf die Turnusausbildung beschränken und einige allgemeine Informationen geben.

Allgemeines zum Turnus

Als Turnusarzt hat man 35 Wochenstunden in 5 Tagen mit Nacht- und Wochenenddienste zu leisten. Im Jahr stehen einem 5 Wochen Urlaub zu. Der Turnus zum Arzt für Allgemeinmedizin dauert insgesamt zumindest 3 Jahre.

In dieser Zeit müssen folgende Fächer abgedeckt werden:

Innere Medizin: zumindest 1 Jahr
Allgemeinmedizin: zumindest 6 Monate
Chirurgie: zumindest 4 Monate
Frauenheilkunde und Geburtshilfe: zumindest 4 Monate
Kinder- und Jugendheilkunde: zumindest 4 Monate
Hals Nasen Ohren Heilkunde: zumindest 2 Monate
Haut- und Geschlechtskrankheiten: zumindest 2 Monate
Neurologie ODER Psychiatrie: zumindest 2 Monate

Zu einem Teil kann die Ausbildung in den oben genannten Fächern auch in Lehrpraxen sowie in Lehrambulatorien absolviert werden. Die Fächer "Innere Medizin" und "Chirurgie" bzw. "Chirurgie und Unfallchirurgie" müssen in einem Krankenhaus absolviert werden. Oft dauert die Ausbildung in einer Lehrpraxis um ein Monat länger und es darf nur ein Turnusarzt pro Praxis ausgebildet werden.

Tätigkeitsbereich eines Turnusarztes:

Die Turnusausbildung dient dazu diejenigen Kenntnisse zu erwerben, die dem Aufgabengebiet eines Allgemeinmediziners entsprechen.

Diese "liegen […] in der patientenorientierten Erkennung und Behandlung jeder Art von Erkrankungen, in der Vorsorge, in der Früherkennung von Krankheiten, in der ärztlichen Betreuung chronisch-kranker und alter Menschen sowie in der Erkennung und Behandlung von milieubedingten Schäden."

Ärztekammer Wien

Diese Tätigkeiten sollen unter der Aufsicht eines ausgebildeten Arztes ausgeführt werden. Wie intensiv die Anleitungen und die Aufsicht sein sollen, hängt natürlich stark von den Fähigkeiten des Turnusarztes und der jeweiligen Situation ab.
Der ausbildende Arzt muss also nicht immer anwesend sein, er sollte aber bei Fragen, Unklarheiten und Problemen seitens des Turnusarztes immer verfügbar sein. Der auszubildende Arzt darf Tätigkeiten also eigenverantwortlich ausführen und hat somit Mitverantwortung zu übernehmen.

Die Turnusausbildung wird mit einer Arztprüfung abgeschlossen. Hat man also die mindestens dreijährige Ausbildungszeit absolviert und die Prüfung positiv agbelegt, ist man endlich das, worauf man viele Jahre hingefiebert hat: ein richtiger Arzt! Das Lernen ist damit aber sicher nicht vorbei, denn als Arzt gibt es mit Sicherheit laufend Neues zu Entdecken und zu Erlernen ...

 

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