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  • Henrike Horn
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  • 22.03.2010

Weiterbildung: Welcher Facharzt soll es sein?

Wer Medizin studiert, möchte später einmal Arzt werden. Welche konkreten Karrierepläne haben Leipziger Medizinstudenten?

Kurz nachdem ich das Studium in Leipzig aufgenommen hatte, hat das Leipziger Internetforum für Medizinstudenten eine Umfrage mit dem Titel "Was wollt ihr später werden?" gestartet. Das Physikum noch vor mir, konnte ich mich damals noch nicht festlegen. Allerdings war ich guter Dinge, dass ich im klinischen Studienabschnitt die richtige Fachrichtung für mich entdecken würde.

Andere hatten ihre Entscheidung schon gefällt: Insgesamt 253 Studierende haben Chirurgie (39 Stimmen), Innere Medizin (29 Stimmen) und Kinder- und Jugendmedizin (22 Stimmen) auf die vorderen Plätze gewählt. Die Schlusslichter waren Nuklearmedizin und Strahlentherapie mit jeweils einer Stimme. Allerdings hat die Antwort "Ich weiß es noch nicht" ebenfalls 22 Stimmen erhalten.

Die Facharztwahl

In einem kurzen Interview mit Nutzern des Forums wollte ich wissen, welche Pläne die Studenten für ihren Berufsweg schmieden.

Die meisten Medizinstudenten entscheiden sich erst endgültig in der Bewerbungsphase für ein Fachgebiet. Aber der Wunsch nach dem Studium einen Dr. med. vor dem Namen stehen zu haben, ist vielen gemein.

Einige wissen schon früh, wohin es gehen soll:

Eine Studentin im ersten Semester beispielsweise will Herzchirurgin werden.

Ein Student im letzten Semester vor dem PJ plant in die Innere Medizin zu gehen. Wohin genau, möchte er aber erst im Anschluss an das Praktische Jahr entscheiden. Zudem schildert er, dass sich sein Facharztwunsch im Studienverlauf geändert hat - zu Beginn des Studiums sollte es noch die Augenheilkunde sein.

Ähnlich ergeht es auch einer Studentin im 8. Semester, die sich ursprünglich für Notfallmedizin und Unfallchirurgie interessiert hat. Inzwischen sieht sie in der Inneren Medizin eine Perspektive. Vom klinischen Studienabschnitt verspricht sie sich einen guten Einblick in die verschiedenen Fächer als Hilfe bei der großen Auswahl.

Der spätere Arbeitsplatz

Gleich mehrere Studenten haben die Absicht, sich nach einigen Jahren klinischer Tätigkeit in einer Praxis niederzulassen, auch um Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Eine Studentin im siebten Fachsemester kann sich ihre spätere Tätigkeit als Anästhesistin oder Urologin nur in einer Klinik vorstellen. Andere halten sich die Wahl ihres Arbeitsplatzes noch offen.

Hinsichtlich des zukünftigen Arbeitsorts sind die meisten Forumsteilnehmer flexibel. Sie wollen eher danach entscheiden, wo sie eine Stelle finden. Einige Befragte wollen in Leipzig bleiben. Gründe dafür sind der Arbeitsplatz des Partners, das soziale Netzwerk, was sie sich hier in den Studienjahren aufgebaut haben, oder aber, weil Leipzig eine lebenswerte Stadt ist. Zwei Studentinnen können sich eine Zukunft in Sachsen vorstellen. Sie fühlen sich durch zahlreiche freie Stellen ermutigt ihre Berufspläne hier realisieren zu können.

Informationsquellen

Eine professionelle Berufsberatung hat noch keiner der interviewten Studierenden in Anspruch genommen. Entsprechende Angebote werden aber positiv bewertet und als mögliche Entscheidungshilfe wahrgenommen. Auch im Internet haben sich bisher nur wenige nach Informationen für die Karriereplanung umgesehen. Ein Student berichtet, sich vor allem in Gesprächen mit Ärzten Rat und Inspiration für die Facharztwahl und Berufsplanung zu holen.

Fazit

Die Entscheidung über die eigene Zukunft im Laufe des Studiums ist bei den meisten Studenten ein dynamischer Prozess, der vor allem von praktischen Erfahrungen und vom Austausch mit Ärzten beeinflusst wird.

Hoffentlich schält sich auch aus meiner Facharzt-Favoriten-Liste am Ende des Studiums ein klarer Sieger heraus.

Links

Internetforum für Leipziger Medizinstudenten

Netzwerk 'Ärzte für Sachsen'

 

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