• Steckbrief
  • |
  • Dr. Christian Fleischhauer
  • |
  • 17.10.2012

Notfallmedizin - Steckbrief

Wenn in Deutschland irgendwo ein medizinischer Notfall passiert, ist ein Notarzt oft nicht weit. Sofort kümmert er sich um die erste, präklinische Versorgung des Patienten. Ein flächendeckendes System sichert dabei, dass die Notfallmediziner innerhalb einer Hilfsfrist von wenigen Minuten beim Patienten sind. Der folgende Steckbrief erklärt, welche Weiterbildung man braucht, um später im spannenden Feld der Notfallmedizin zu arbeiten.

 

Rettungswagen - Foto: C. Fleischauer

Im Notfall ist der Rettungswagen oft die Erstversorgung auf Rädern
 

Wer als zukünftiger Notarzt Leben retten möchte, muss nach dem Studium seine ärztliche Tätigkeit in einem Fach der unmittelbaren, stationären Patientenversorgung beginnen. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, welches Fachgebiet man sich aussucht. Insgesamt müssen hierbei 24 Monate absolviert werden und im Anschluss ist eine Weiterbildung von sechs Monaten nötig.

OP- Saal - Foto: C. Fleischauer

Der OP-Saal, der Arbeitsplatz des Anästhesisten

 

Diese kann entweder in der Intensivmedizin, der Anästhesiologie oder der Notfallaufnahme erfolgen. Oftmals beginnen angehende Notärzte ihre ärztliche Tätigkeit gleich im Bereich der Anästhesiologie oder Intensivmedizin. Dieses Fachgebiet bietet eine sehr gute Basis für die spätere Notarzttätigkeit. Besonders die Grundlagen der Patientenversorgung und -überwachung, auch von instabilen Patienten, werden hierbei erlernt. Neben der nicht-invasiven und invasiven Beatmung erfährt man zudem, wie die Vitalfunktionen eines Patienten kontrolliert und im Notfall auch wiederhergestellt werden können.

Endotracheale Intubation - Foto: C. Fleischauer

Die endotracheale Intubation

 

Der Notarzt-Kurs und erste Einsätze

Schon während der Weiterbildungszeit kann der sogenannte "Notarzt-Kurs" absolviert werden. Dieser Kurs vermittelt in 80 Stunden Kenntnisse der allgemeinen und speziellen Notfallbehandlung. Ebenso werden die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen des Rettungsdienstes, die spezielle Notfallmedikation oder Analgesierungs- und Sedierungsverfahren erläutert. Außerdem werden auch die Technik der endotrachealen Intubation, manuelle bzw. maschinelle Beatmung, sowie die kardio-pulmonale Wiederbelebung vermittelt. Neben einem abgeschlossenen Notarzt-Kurs müssen für die Zusatzbezeichnung weiterhin noch 50 Notarzteinsätze unter Anleitung eines Notarztes hospitiert werden. Diese können im Notarztwagen oder sogar im Rettungshubschrauber erfolgen.

Notfallkurs - Foto: C. Fleischauer

Grundlagen erlernen im Notarztkurs

Prüfung bei der Ärztekammer und Erfahrungen sammeln

Nach absolvierter Weiterbildungszeit, abgeschlossenem Notarzt-Kurs und 50 Notarzteinsätzen kann die Prüfung zur Zusatzbezeichnung Notfallmedizin bei der Landesärztekammer abgelegt werden. Hier wird im Rahmen einer mündlich-praktischen Prüfung nach relevanten notfallmedizinischen Krankheitsbildern, Organisation des Rettungsdienstes oder auch Rechtsgrundlagen gefragt. Teilweise kann auch ein Praxisteil enthalten sein, z.B. eine kardiopulmonale Reanimation am Phantom. Wird die Prüfung erfolgreich abgeschlossen gilt es nun, als fertig "gebackener" Notfallmediziner, Erfahrung zu sammeln. Das macht man am besten, in dem man an einer Vielzahl von Notfalleinsätzen teilnimmt.

Helikopter - Foto: C. Fleischauer

Der Rettungshubschrauber im Einsatz

Viel Abwechslung aber auch viel Stress

Die Tätigkeit als Notarzt bietet natürlich einiges an Abwechslung. "Man kommt früh zur Arbeit und weiß eigentlich nie, was einen erwartet … das ist das Spannende an der Notfallmedizin", so ein langjährig tätiger Notarzt. Neben der Abwechslung ist da aber auch noch die sehr hohe Arbeitsbelastung. Lange Dienste – mindestens 12h, meist jedoch 24h – sind die Regel. Oftmals gibt es kaum Erholungspausen und keine geregelten Zeiten zwischen den Einsätzen. Sobald der Melder schellt, geht es blitzschnell zum nächsten Notfall.

Verkehrsunfall - Foto: C. Fleischauer

Ein Notarzt muss auch bei einem Verkehrsunfall schnell vor Ort sein

Aussichten und Möglichkeiten

Die Tätigkeit als Notarzt ist meist an einen Notarztstandort gebunden. Hiervon gibt es deutschlandweit über 1000 Standorte. Diese sind oftmals direkt an ein Krankenhaus angebunden und der Notarztdienst wird dann durch Ärzte des jeweiligen Krankenhauses besetzt. Eine andere Alternative ist die freiberufliche Tätigkeit. Hier kann ein Notarzt im Rahmen einer Honorartätigkeit einzelne Dienste an verschiedenen Standorten abdecken. Zudem gibt es im Internet Notarztbörsen, bei welche je nach Angebot und Nachfrage Notärzte für bestimmte Einsätze bzw. Regionen verpflichtet werden. Aber egal in welcher Form man als Notarzt tätig wird, es ist und bleibt einer der abwechslungsreichsten Bereiche der Medizin!

Was braucht es für die "Zusatzbezeichnung Notfallmedizin"?

Laut der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer braucht man:

  • 24 Monate Weiterbildung in einem Gebiet der unmittelbaren, stationären Patientenversorgung
  • 6 Monate Weiterbildung in Anästhesiologie, Intensivmedizin oder in der Notfallaufnahme
  • 80 Stunden Kurs-Weiterbildung in allgemeiner und spezieller Notfallmedizin ("Notarzt-Kurs")
  • 50 Einsätze im Notarztwagen oder Rettungshubschrauber, unter Anleitung eines verantwortlichen Notarztes
Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete