• Steckbrief
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  • Stina Schild-Suhren
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  • 02.12.2013

Steckbrief Dermatologie

Ein Hautarzt beschäftigt sich mit Erkrankungen der Haut. Nicht nur! Welche Aufgaben ein Facharzt für Dermatologie hat und warum das Fach einen immer größeren Stellenwert einnimmt, zeigt der Facharztcheck.

 

Lupe - Foto: ccvisin

Foto: ccvision

 

Zum Fach Dermatologie gibt es viele Vorurteile. Das häufigste ist sicher, dass Dermatologen sich den ganzen Tag nur Leberflecke angucken. Dabei haben Dermatologen noch viel mehr Aufgaben! Die Weiterbildung heißt offiziell „Facharzt/ -in für Haut- und Geschlechtskrankheiten“. Zu den einzelnen Fachbereichen gehören die spezielle Dermatologie, die Ästhetik, die Phlebologie (Lehre der Venen) und die Laser- bzw Lichttherapie. Ein Dermatologe hat also viele Möglichkeiten sich zu verwirklichen.

 

Alles nur Haut oder was?

Bisher klingen die Aufgabenfelder sehr lokal begrenzt, jedoch sind viele Hautveränderungen mit systemischen Erkrankungen kombiniert, sodass auch diese genau erkannt und therapiert werden müssen. Besonders in der Behandlungstechnik (konservativ, operativ, systemisch, lokal uvm. …) ist dies entscheidend und in den letzten Jahren gab es hier große Fortschritte auf dem Gebiet der Therapieverfahren.

Auch für chirurgisch Interessierte ist die Dermatologie sicherlich ein Fach mit Potential. Man kann operative Behandlungen jeglicher Art durchführen und Überlappungen mit der plastischen Chirurgie sind sichtbar zum Beispiel bei lokalen Lappenplastiken. Auch mit den phlebologischen Operationen hat ein Dermatologe einen weit gefächerten Aufgabenbereich.

Doch damit nicht genug: Der Dermatologe hat zudem die Kompetenz der Allergologie und ist bezüglich der Haarbewertung der Ansprechpartner der Wahl.

Nicht zu vergessen ist die Onkologische Schnittstelle. Hautkrebs ist ein häufiges Phänomen und wird oft unterschätzt. Neben der Bekämpfung ist auch die ästhetische Komponente für die Patienten oft sehr wichtig, denn Hautveränderungen sind schnell für andere sichtbar. Eine Hautveränderung als bösartig zu erkennen beziehungsweise zu entscheiden, wann und welche Veränderungen man entnimmt um sie histologisch zu begutachten, erfordert viel Können und Erfahrung.

Da aufgrund des demografischen Wandels die Bevölkerung immer älter wird, sind auch Hautveränderungen immer häufiger.

 

Phlebologie

Hierbei handelt es sich um die Prävention, Diagnostik, Behandlung und die Rehabilitation jeglicher Venenerkrankungen der unteren Extremität sowie dort auftretenden Thrombosen.Die Weiterbildung zum Phlebologen ist nicht nur für Dermatologen, sondern auch für Fachärzte der Allgemeinmedizin, der Inneren Medizin und der Chirurgie möglich. Mindestens zwei Jahre klinische Tätigkeit sowie anderthalb Jahre Weiterbildungszeit in einer dafür bemächtigten Einrichtung sind Voraussetzung dafür.

 

Laser- und Lichttherapie

Dies ist ein Bereich der immer weiter an Bedeutung gewinnt, jedoch darf man den Laser nicht als Wundwaffe sehen. Bei jedem Patienten müssen Nutzen und Risiko abgewogen werden.

In vielen Bereichen wie der Phlebologie, der Pigmententfernung, der dauerhaften Haarentfernung, im Anti Aging-Bereich und der Tätowierungsentfernung leistet der Laser aber große Erfolge. Wichtig ist eine erfahrene Handhabung, die bei entsprechenden Weiterbildungen gelernt werden kann. Denn wird der Laser falsch eingesetzt, kann es zu schmerzhaften Hautschädigungen kommen.

 

Ästhetik

Vieles der dermatologischen Ästhetik spielt in die Phlebologie und vor allem in die Lasertherapie mit hinein. Dazu gehört zum Beispiel die Entfernung von Besenreißern, Varizen, Narben, Tätowierungen und Pigmentflecken.

An dieser Stelle wäre natürlich auch die Anti Aging Therapie zu nennen. Hier wird eine deutliche Überlappung zu den plastischen Chirurgen sichtbar.

Zudem nimmt die Relevanz der Behandlung von Hautproblemen Jugendlicher weiter zu. Die Akne muss zum Beispiel nicht nur aus dermatologischer Sicht behandelt werden, sondern oftmals auch aus psychologischer Sicht. Vielen Jugendlichen ist durch einen Dermatologen eine Behandlung ihrer „unreinen“ Haut möglich.

 

Klinik und Praxis, alles ist möglich!

Als Dermatologe hat man viele Möglichkeiten. Man kann in der Klinik bleiben, in die universitäre Lehre gehen oder sich selbständig machen mit seiner eigenen Praxis. Auch eigene Hautkliniken sind keine Seltenheit. Oft sind diese in Verbindung mit plastischen Chirurgen aufgebaut, um die Patienten optimal betreuen zu können.

 

Wie wird man nun erst einmal Dermatologe?

Weiterbildungszeit für den Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten: 60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten in einer Weiterbildungsstätte wovon bis zu 30 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden können.Welche Kompetenzen alle Erlernt werden müssen, ist dem Logbuch zu entnehmen.

 

Quellen:

http://www.derma.de/de/start/

http://www.bundesaerztekammer.de/

http://www.dgdc.de/

http://www.dermatologie24.de/lasermedizin.html

http://klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=3007

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