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  • Annika Simon
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  • 24.01.2017

Warum Psychiater werden? Gute Gründe dafür und dagegen

Psychiatrie gehört sicher zu den spannendsten Fächern im ganzen Studium. Aber deshalb gleich Psychiater werden? Als kleine Entscheidungshilfe haben wir einige Gründe dafür und dagegen gesammelt – mit einem Augenzwinkern.

5 mal Pro: Jesus und die guten Pillen

1. Du lernst viele neue Leute kennen: Ob Jesus höchst persönlich oder die letzten Kämpfer der Samurai – da ist für jeden Geschmack etwas dabei.


2. Du gewinnst jedes Duell: Der psychotische Patient kann noch so sehr randalieren. Eine Rutsch Haldol und die Sache hat sich erledigt.


3. Angenehme Arbeitszeiten: Während die Chirurgen schon um 7 h morgens Visite machen, triffst du dich mit Kollegen und Patienten um halb Zehn bei Kaffee und Brötchen zur Morgenrunde.


4. Der Herr der Pillen: Ob Tavor, Melperon, Distra oder Lyrika – du kommst immer an die guten Pillen.


5. Patientenkontakt in Maßen: Dein Patient hat ein Herzproblem und bräuchte einen Zugang? Kein Problem für dich. Du wählst die Nummer des diensthabenden Internisten.

 

5 mal Contra: Noch Arzt oder schon Patient?

1. Verschwimmende Grenzen: Nach einigen Jahren Psychiatrie werden manche Ärzte selbst ein wenig zu Patienten.


2. Reden, reden, reden: Es gibt einfach Tage, an denen man mal nicht so viel sprechen möchte. Dann können endlose Psychotherapie-Sitzungen zur Hölle werden.


3. Keine „richtige“ Medizin: Wer im Studium so gerne Platzwunden genäht und motiviert die Haken gehalten hat, wird einiges vermissen. Denn wenn mal einer deiner Patienten stürzt, musst du aus juristischen Gründen einen Arzt rufen…


4. Hoffnungslose Fälle: Einige Patienten sind schon so kaputt, dass man es selbst kaum ertragen kann. Das kann mit der Zeit belasten.


5. Vergebliche Liebesmüh: Da hast du dir bei der Entgiftungsbehandlung eines Alkoholikers so viel Mühe gegen und siehst ihn auf dem Nachhauseweg nur wenige Tage später betrunken am Kiosk. Psychiatrie kann ja so frustrierend sein.

 

Fazit: Noch unsicher? Einfach mal ausprobieren!

In der Psychiatrie gibt es zwar keine Operationen. Dafür aber auch garantiert keine Langeweile. Du lernst viele Menschen und Geschichten kennen, an denen du auch selbst wachsen kannst. Und für alle Unentschlossenen: Wer schon nach einem Jahr feststellt, dass er nicht ewig in der Psychiatrie bleiben will, kann immer noch problemlos in die Neurologie wechseln. Schließlich braucht man als Neurologe mindestens ein Jahr Erfahrung in der Psychiatrie. Also keine Panik und erstmal ausprobieren.

 

Weiterführende Links


Homepage der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde

Dokumentation über das Leben in der Psychiatrie

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