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  • 13.03.2018

Influenza

Schlimme Krankheiten und Tragödien treffen immer die anderen. Das denkt man, bis man plötzlich selbst mit einem schweren Schicksal in Berührung kommt. Normalerweise kümmern sich alle Ärzte und Schwestern unserer Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin um kranke Patienten. Doch manchmal erwischt es auch einen von uns. Wie kürzlich im Januar. 

Eine pflegerische Kollegin einer Intensivstation hatte einen freien Tag und äußerte gegenüber ihrem Ehemann allgemeine Abgeschlagenheit. Da er einen neuen Job in einer anderen Stadt begonnen hatte, konnte er erst einen Tag später zu ihr fahren. Dort angekommen, kollabierte sie plötzlich und er musste im Schlafzimmer eine Reanimation beginnen. Das Tragische: Er ist ebenfalls Pflegekraft und hatte auch lange Zeit bei uns gearbeitet. Seine Frau war noch keine 40 Jahre alt. Natürlich bestellte er während der Wiederbelebungsmaßnahmen den Rettungsdienst. Unter laufender Reanimation brachten sie unsere Kollegin in unsere Uniklinik. 

Die ganze Abteilung war informiert und stand im Schockraum der Notaufnahme in den Startlöchern. Alle rätselten über die Ursache ihres schlechten Zustandes. Fast im Minutentempo rutschte die junge Frau in eine Sepsis mit Multiorganversagen. Erst vermuteten wir eine Lungenembolie, denn eine Hirnblutung. Als sich dieser Verdacht nicht bestätigen konnte, punktierten die Chirurgen das flüssigkeitsgefüllte Abdomen. Hier zeigte sich eine giftgrüne Flüssigkeit, in der Laboruntersuchung konnten Influenzaviren Typ B nachgewiesen werden. 

Leider schaffte es unsere Kollegin nicht, es ging einfach zu schnell. Nach und nach gaben alle wichtigen Körperfunktionen „den Geist“ auf: Herzkreislauf-, Lungen-, und Leberversagen. Alle Hightech-Maßnahmen der modernen Medizin konnten den Verlauf nicht stoppen und wenige Stunden nach der Einlieferung wurde ihr Tod festgestellt. In der gesamten Klinik herrschte große Betroffenheit und Mitgefühl gegenüber der Familie. 

Man darf eine echte Grippe nie unterschätzen, ich selbst hatte mich schon im Dezember beim Betriebsarzt impfen lassen. Allein in Niedersachsen gab es mit diesem Fall bis heute bereits zwei Todesopfer durch Influenza, zahlreiche Patienten mussten intensivmedizinisch behandelt werden. Insbesondere Ältere, chronisch Kranke und medizinisches Personal sind gefährdet. Worauf wartest du? Lass dich gegen Grippe impfen! 

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