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  • Anika Wolf
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  • 11.03.2014

11 Dinge, die man als Medizinstudent erlebt haben muss

Der Beginn eines Medizinstudiums ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Plötzlich muss man ganze Bücher auswendig lernen, darf in einem weißen Kittel durch Klinikflure laufen und soll bereit sein, immer mehr Verantwortung zu übernehmen. Ein paar Dinge darfst du in deinem Studium auf keinen Fall verpassen. Welche das sind? Anika erzählt es dir.

 

Kugelschreiber - Foto: Fotolia/Trobz

 

1.      Auf einem Kongress einen Kuli abstauben

Natürlich würdest du auf einem Kongress NIE zu einem Stand gehen, nur um dir dort einen hübschen Kuli zu holen. NIE! Aber wenn sie einem doch so nett angeboten werden … An dieser Stelle erinnere ich mich an meine frühere Klassenlehrerin zurück, deren Mann Arzt war. Die Kuli-Eroberungen seiner Kongressbesuche reichten regelmäßig, um unsere gesamte Klasse damit auszustatten. Und da waren wirklich edle Teile dabei! Solltest du also auf einem Kongress sein und ganz rein zufällig an einem Stand mit hübschen Kulis vorbeikommen …

 

 

 

Buchstaben - Foto: ccvision

 

2.      Das komplizierteste medizinische Wort finden

Die meisten Nicht-Mediziner verstehen von einem Text in medizinischer Fachsprache wohl in etwa soviel wie von einem Gedicht auf Suaheli. Kein Wunder: Wie oft hat man selbst als Medizinstudent Begriffe vor sich, die man erst einmal mühsam entziffern muss? Denn Mediziner sind meisterhaft darin, sich möglichst kompliziert und für Laien unverständlich auszudrücken. Im ersten Semester dachten wir noch, „Renin-Angiotensin-Aldosteron-System“ sei ein schwieriges Wort. Bis wir auf „Carbamoylphosphatsynthetasemangel“ (eine erbliche Stoffwechselstörung) oder „Cholezystocholangiographie“ (eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel der Gallenblase und –wege) stießen. Ein heißer Anwärter auf Platz eins der Liste der kompliziertesten medizinischen Wörter ist „Hippopotomonstrosesquippedaliophobie“. Das ist die Angst vor langen Wörtern.

 

 

 

Fernglas - Foto: ccvision

 

3.      Den Seminarraum in der Klinik finden, ohne sich zu verlaufen

Das ist einfacher als es klingt. Gerade Unikliniken sind meistens so riesig und verwinkelt, dass man mittendrin manchmal daran zweifelt, je wieder Tageslicht zu erblicken. „Den Eingang zur chirurgischen Ambulanz finden Sie bei Punkt A.“ Nur leider scheint Punkt A einen Durchmesser von 50 Metern zu haben … In Gießen sind besonders die Seminarräume der Strahlentherapie prädestiniert dafür, nicht gefunden zu werden. Laufen Sie zu Punkt B. Nehmen Sie den Aufzug ins zweite Untergeschoss. Folgen Sie den 27 Hinweisschildern Richtung Strahlentherapie. Gehen Sie noch 13 Mal um die Ecke und Sie haben den Raum gefunden. Fazit: Zum Radiologie-Seminar lieber zehn Minuten früher losgehen.

 

 

 

Malen - Fotolia/contrastwerkstatt

 

4.      In der Vorlesung den Block seines Nachbarn vollmalen

Das kann großen Spaß bereiten und ist am besten in langweiligen Vorlesungen durchzuführen. Der Inhalt der Zeichnungen ist völlig freigestellt. Es können Abbildungen sein, die den Inhalt der Vorlesung verdeutlichen (so ungefähr jedenfalls), wie zum Beispiel die Vermehrung von Bakterien: Du malst zuerst einen Kreis auf das Blatt, das ist das erste Bakterium. Dann einen zweiten, wenn sich das Bakterium verdoppelt hat. Dann vier, acht, sechzehn …

 

 

 

Studentin liest Buch - Foto: shutterstock

 

5.      Testen, wie spät man mit dem Klausurlernen anfangen kann

Dieses Experiment machst du idealerweise nicht bei besonders wichtigen Klausuren oder dem Staatsexamen. Aber in einem Semester mit einer unüberschaubaren Anzahl an Klausuren bleibt einem manchmal kaum etwas anderes übrig. Vielleicht findest du ja sogar das ultimative Konzept für ein neues Lehrbuch: „HNO im Schnelldurchgang“ oder „Orthopädie in 24 Stunden“?

 

 

 

Essen - Foto: Thieme/Stefanie Bütow

 

6.      Alle Zutaten eines Mensaessens herausfinden

Vorneweg: uns ist es bis jetzt noch nicht gelungen. Besonders die Soßen machen dieses Rätsel unlösbar. Man kann sich auch kaum vorstellen, wie kreativ die Köche der Mensa sind. Sie schaffen es immer wieder, einen auf falsche Fährten zu locken, indem sie Dinge im Essen platzieren, die dort nicht hingehören. Zwiebeln bei den Wassermelonen zum Beispiel.

 

 

 

Lachende Patientin - Foto: istockphoto

 

7.      Einen Patienten zum Lachen bringen

Das ist wohl einer der wichtigsten Punkte auf dieser Liste. Schon ein nettes Lächeln zur Begrüßung kann Wunder wirken, wenn es einem Patienten schlecht geht. Nicht umsonst sind in vielen Kinderkliniken mittlerweile Clown-Doktoren unterwegs. Ein herzhaftes Lachen hat noch keinem geschadet. Und wenn der Patient glücklich ist, kannst du als Arzt auch glücklich sein.

 

 

 

Schwimmbad - Foto: Fotolia/Bonsai

 

8.      Mitten in der Klausurenphase ins Schwimmbad gehen, statt zu lernen

Manchmal braucht man einfach eine Pause. Auch wenn (oder gerade wenn) Klausurenphase ist. Meistens fällt es schwer, sich zu entspannen, wenn noch ein riesiger Bücherstapel wartet, der gelernt werden will. Aber wenn du dir dann doch ein Herz fasst und losziehst, wird das schon. In einem warmen, blubbernden Whirlpool sieht die Welt schon ganz anders aus. Und nach der schönen Ablenkung funktioniert das Lernen auch gleich wieder viel besser.

 

 

 

Versicherungskärtchen - Foto: Fotolia/thomasp24

 

9.      Sich eine eigene Krankenversicherung beschaffen

Ja, irgendwann ist es soweit, dass man sich um manche Dinge selbst kümmern muss. Ein großer Schritt zum Erwachsenwerden.

 

 

 

Arztbrief - Foto: shutterstock

 

10.      Oma/Tante/Freund/Nachbar einen Arztbrief verständlich erklären

Cor und Pulmo o.p.B., keine AP, keine HRST. Bitte? Irgendwann werden auch deine Familienmitglieder/Freunde/Nachbarn feststellen, wie nützlich es ist, einen Arzt, oder zumindest einen Angehenden, in der Familie oder Umgebung zu haben. Da sich Ärzte gerne unverständlich ausdrücken (siehe Punkt 2) ist es kein Wunder, dass niemand ihre Briefe versteht. Und man hilft ja, wo man kann. Du wirst feststellen: die Dankbarkeit, die man dafür zurückbekommt, fühlt sich ganz wunderbar an.

 

 

 

Radiologe - Foto: K. Oborny

 

11.      Die Faszination der Medizin entdecken

Vermutlich hätten wir ein anderes Studienfach ausgewählt, wenn wir die Medizin nicht faszinierend fänden. Trotzdem gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Manches davon ist unglaublich schön und lässt sich dennoch kaum in Worte fassen. Du musst es einfach erlebt haben. Wenn man zum ersten Mal auf dem Ultraschall-Bild wirklich ein Organ erkennt. Wenn bei einer OP der Brustkorb eröffnet wird und man zum ersten Mal das rosa glänzende Herz schlagen betrachtet. Oder wenn man zum ersten Mal ein Baby auf die Welt kommen sieht. 

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