• Bericht
  • |
  • Thorben Koch
  • |
  • 30.09.2015
  • Allgemeinmediziner

Das etwas andere Nachwuchsprogramm

„Förderprogramm für Studierende mit Interesse an der Allgemeinmedizin“ - diese Beschreibung hätte Thorben im ersten Semester wahrscheinlich kaum beachtet. Warum er seine Meinung änderte.

 

Als ausgebildeter Rettungsassistent lag es für mich nahe, später in der Anästhesie und Notfallmedizin zu arbeiten. Meine Famulatur bei einem niedergelassenen Hausarzt änderte jedoch alles. Ich fand es spannend, mit Patienten zu arbeiten und die langjährige Begleitung als zentraler Anlaufpunkt faszinierte mich mehr und mehr. Bei meinen Recherchen über die Allgemeinmedizin stieß ich immer wieder auf die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, kurz DEGAM.

 

Wenig später entdeckte ich auch einen Artikel über die DEGAM-Nachwuchsakademie. Ich bewarb mich mit einem Motivationsschreiben und wurde aufgenommen. Seit Januar 2014 gehöre ich zum dritten Jahrgang des Förderprogramms und möchte dir berichten, was dich in der Nachwuchsakademie erwartet.

 

Einmal pro Jahr treffen sich alle Jahrgänge mit ihren Dozenten zu einem Klausurwochenende. Die letzten beiden Male fand das Treffen im wunderschönen Hayn in der Nähe von Erfurt statt. Während den Treffen kann man sich in sehr entspannter Atmosphäre untereinander austauschen. In den Gesprächen geht es nicht nur um medizinische Inhalte.

 

Nach dem offiziellen Programm sitzt man abends noch zusammen und diskutiert in gemütlicher Runde. Der Präsident der DEGAM, Professor Ferdinand M. Gerlach, der zugleich Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen ist, ist ebenfalls mit von der Partie. Er versteht es, schwierige berufspolitische Zusammenhänge sehr fundiert, aber gleichzeitig unterhaltsam darzustellen. Die Podiumsdiskussionen mit ihm geben immer wieder spannende Einblicke in die Entwicklung der Medizin in Deutschland.

 

Für die Anreise – sowohl zum Klausurwochenende als auch zum Jahreskongress – wird ein in der Regel kostendeckender Fahrtkostenzuschuss gewährt, so dass du bequem per Bahn oder Auto anreisen kannst. Der jährlich stattfindende DEGAM-Kongress ist ein Highlight der Nachwuchsakademie. Die Unterbringung wird von der DEGAM übernommen.

 

Für die meisten ist es der erste Kongress in dieser Größenordnung. Anfangs ist man oft völlig überwältigt von dem großen Angebot an Seminaren und Vorträgen. Wenn man sich aber einmal zurecht gefunden hat, kann man die lockere Atmosphäre und die spannenden Veranstaltungen – es gibt auch Workshops von Studierenden für Studierende – voll und ganz genießen.

 

Alle Kongress-Teilnehmer sind offen für Gespräche. Besonders junge angehende Kollegen genießen große Aufmerksamkeit. Am zweiten Kongresstag findet ein Festabend statt, zu dem du natürlich auch eingeladen bist. Schnell kommt man ins Gespräch und knüpft Kontakte quer durch die Bundesrepublik.

 

Die Nachwuchsakademie bietet abseits von Klausurwochenenden und Kongress vor allem eine Plattform, um sich untereinander auszutauschen. Neben den Dozenten der jeweiligen Jahrgänge helfen auch Mentoren, die man als Mitglied der Nachwuchsakademie auf Wunsch zugeteilt bekommt. Manchmal sind das sogar die Lehrstuhlinhaber der Allgemeinmedizin deiner Universität.

 

So hast du bei Fragen immer einen kompetenten Ansprechpartner. Die Unterstützung der Mentoren reicht dabei von allgemeinen Fragen zum Studium über aktuelle Themen in der Allgemeinmedizin bis hin zur Unterstützung bei Promotionsvorhaben. Solche Kontakte sind Gold wert und erleichtern auch die Orientierung nach Abschluss des Studiums.

 

Wer nach Fahrtkostenzuschuss und Unterbringung auf monatliche „Finanzspritzen“ hofft, wird allerdings enttäuscht werden. Die DEGAM will vor allem Studierende ansprechen, die wirklich an der Allgemeinmedizin interessiert sind. Die Mitgliedschaft in der DEGAM ist für alle Studierenden – nicht nur die Mitglieder der Nachwuchsakademie – kostenfrei.

 

Wenn du also Interesse an der Allgemeinmedizin hast und dieses spannende Fach auch mal abseits der Vorlesung erleben möchtest, bewirb dich einfach. Dein Alter spielt keine Rolle – allein die Motivation zählt. Auch Oldies wie ich mit 12 Wartesemestern haben eine gute Chance, in dieses tolle Förderprogramm aufgenommen zu werden!

 

Mehr Infos

www.degam.de

nachwuchsakademie@degam.de

 

 

 

Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete