• Kurs
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  • C. Pedain und J. Herrero Garcia
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  • 17.12.2013

Online Kurs Gynäkologie Fall 1: Beurteilung von Plazenta und Nabelschnur

Fall 81 aus dem Fallbuch Gynäkologie: Beurteilung von Plazenta und Nabelschnur

Sie befinden sich im Praktischen Jahr und beginnen heute mit Ihrem Tertial in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Zur ersten Geburt an diesem Tage in der Frauenklinik kommen Sie leider zu spät, der Kreißsaalarzt ist im Stress und weiß nicht so recht, wie er Sie beschäftigen soll. Er fordert Sie auf, in den Nebenraum zu gehen und sich die Plazenta anzuschauen, "das könnte interessant für Sie sein. Danach berichten Sie mir, was Ihnen aufgefallen ist!".

 

Plazenta

 

Sie finden die Plazenta so vor (s. Abb.).

 

Fragen:

  • 1. Worauf müssen Sie generell bei der Beurteilung der Plazenta achten?

     

    • Vollständigkeit (s. Kommentar):Nachtastung (Kürettage) erforderlich, wenn ein mehr als bohnengroßes Stück fehlt (sonst Gefahr der Nachblutung, Infektion)
    • Gefäße: Nabelschnuransatz?, klaffende Gefäße am Plazentarand (= V.a. Nebenplazenta, Nachtastung erforderlich)?, aberrierende (= über die Eihaut ziehende) Gefäße?, Nabelschnur (Anzahl der Gefäße? Knoten?)
    • Anomalien: Plazenta bipartita, Plazenta succenturiata (s. Kommentar)
    • Infarkte: weiße, scharfabgegrenzte Areale von derber Konsistenz
    • Dokumentation besonderer Befunde, Gewicht dokumentieren
  • 3. Welche Konsequenzen können aus dieser Formanomalie resultieren?

     

    Ruptur dieser über die Eihäute ziehenden Gefäße beim Blasensprung (oder der instrumentellen Sprengung der Blase) mit erheblicher Blutung aus dem kindlichen Kreislauf bis hin zum Verbluten des Kindes (Durchblutung der reifen Plazenta auf der fetalen Seite: 200–250 ml/min!). Leitsymptom: Zeitgleich mit dem Blasensprung einhergehende vaginale Blutung mit akuter Verschlechterung der fetalen Herztöne.

Nach der Besprechung des Plazentabefundes erzählt Ihnen der Kreißsaalarzt, dass er im Rahmen der sonographischen Pränataldiagnostik ein paar Tage zuvor bei einer anderen Patientin eine Nabelschnur gesehen hat, die nur aus 2 Gefäßen bestand, einer Arterie und einer Vene.

Kommentar zum ersten Fall

 

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