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  • Annika Simon
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  • 17.02.2014

Update GYN TO GO – Ein Erfolgsprojekt geht in die nächste Runde

Was mit einer spontanen Idee eines Assistenten begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem beliebten Erfolgsprojekt. Erst im Oktober 2012 berichtete Via Medici online über die kostenfreien Live-Vorträge zur Weiterbildung aus den Bereichen Gynäkologie und Geburtshilfe. Seitdem hat sich einiges getan, der Erfolg von GYN TO GO ist größer und die Inhalte sind breiter geworden. Keine Frage: Zeit für ein Update!

Logo: GYN TO GO

Das Geheimnis: Fortbildung aus Leidenschaft

Bei GYN TO GO handelt es sich um ein noch junges Online-Projekt, das mittels einer internetbasierten Life-Übertragung von Fachvorträgen die Weiterbildung im Fachbereich Gynäkologie und Geburtshilfe vorantreiben möchte. Unter der Leitung von Dr. Thilo Gröning aus Düsseldorf und Dr. Babett Ramsauer aus Berlin wird das Expertenwissen führender Referenten für eine breite medizinische Öffentlichkeit vom PJ-Studenten bis hin zum Chefarzt zugänglich. Dabei liegt Gröning vor allem die Unabhängigkeit des kostenfreien Angebots am Herzen: „In den letzten Jahren hat sich ein regelrechter Weiterbildungsmarkt entwickelt. Wir wollen diesem Trend ein kostenfreies Angebot für jedermann entgegensetzen und die Selbstständigkeit von GYN TO GO bewahren.“ Dass es sich hierbei nicht um leere Worte handelt und dass alle Beteiligten eine große Leidenschaft für ihre Themen hegen, zeigt das große Engagement des Organisationsteams sowie der jeweiligen Fachreferenten. „Unsere Referenten arbeiten alle ehrenamtlich und bereiten die Vorträge in ihrer Freizeit vor. Anfallende Kosten für Technik und Organisation bezahlen meine Kollegin und ich stets vom eigenen Gehalt“, berichtet Dr. Gröning stolz von den Vorbereitungen und Rahmenbedingungen der Fachvorträge. Mein Interview mit dem vielbeschäftigten Oberarzt führte ich übrigens an einem Montagabend kurz vor Mitternacht. „Wir haben in der Klinik derzeit viel zu tun. Daher kann ich mich nachts am besten um das Projekt und die Vorbereitungen kümmern“, so Gröning über die Vorzüge der nächtlichen Dienstbereitschaft.

Der Blick über den fachlichen Tellerrand wird weiter

Nachdem GYN TO GO wenige Monate nach der ersten Online-Konferenz über das klassische Schneeballsystem in aller Munde geriet, motivierte das positive Feedback die Referenten zu einer systematischen Erweiterung des Angebotsspektrums. Wie dem Archiv, sowie dem aktuellen Programm auf der zugehörigen Homepage entnommen werden kann, sind die Themen der beiden ursprünglichen Basiskurse Gynäkologie und Geburtshilfe auf inhaltlicher Ebene vielfältiger geworden. Darüberhinaus waren zwei Referentinnen der ersten Stunde von GYN TO GO so begeistert, dass es seit kurzem noch einen dritten Basiskurs über Endokrinologie mit gynäkologischen Bezügen gibt. „Dieses Spezialgebiet ist für unsere Fachrichtung immer sehr wichtig und der neue Basiskurs stellt eine tolle Bereicherung für das bisherige Angebot dar“, kommentiert Göring den frischen „Nachwuchs“ der Online-Reihe. Dieser neue Basiskurs ist aber längst nicht alles, was Dr. Gröning an Neuigkeiten zu berichten hat. So umfasst das laufende Programm ergänzende Wochenendvorträge, die bisweilen die Freizeitplanung der organisierenden Kliniken ganz schön auf den Kopf stellen können, wie der Oberarzt in einer kleinen Anekdote berichtet. „Kurz vor dem Wochenendkurs Anfang Februar fiel mir auf, dass wir schon vor langer Zeit ein gemeinsames Skiwochenende mit der Abteilung am selben Termin geplant hatten. Damit GYN TO GO dennoch stattfinden konnte, versuchte ich eine Übertragung aus dem Hotel zu organisieren. Da die dortige Leitung aber zu schwach war, landete ich schließlich bei der Bergbahn, die mir ihre Internetleitung zur Verfügung stellte und somit die geplante Fortbildung tatkräftig unterstützte.“ Unglaublich: Bei soviel Einsatz wird Weiterbildung sogar in den Alpen möglich.

 

Die Abteilung von Dr. Gröning beim Skiwochenende – Foto: Dr. Gröning

 

Mit Apps und Co fit für die Zukunft

Neben inhaltlichen Ergänzungen hat sich auch in technischer Hinsicht einiges getan. So gibt es inzwischen einen App, mit der man ganz bequem via Tablet-PC und Smartphone an den Live-Vorträgen teilnehmen kann. Der Zugang ist dabei denkbar einfach: Als Grundausstattung reicht ein internetfähiges Endgerät, das zur Nutzung von Apps befähigt ist. Weitere Details finden sich in leicht verständlicher Form auf der Homepage der Veranstaltungsreihe. Ist man dort gelandet, fällt neben der technischen Raffinesse recht schnell eine weitere Besonderheit ins Auge: Nachdem die Ärztekammer grünes Licht zur Qualität des Weiterbildungsportals gegeben hatte, können Ärzte durch erfolgreiche Teilnahme und nach der Bearbeitung eines Fragebogens zur jeweiligen Veranstaltung CME­-Fortbildungspunkte sammeln. Durch diese Zertifizierung hat das Team um Gröning und Ramsauer erstmals die Möglichkeit, Teilnehmerzahlen genauer abzuschätzen, die Veranstaltungen im Sinne einer Qualitätssicherung zu evaluieren und Verbesserungsvorschläge zusammenzutragen. Die bisher eingesehen Zahlen sprechen hierbei eine klare Sprache: „Beim Vortrag über schwierige Kaiserschnitte hatten wir morgens über 1100 Teilnehmer, abends waren zusätzlich 400 weitere mit von der Partie“, präsentiert Gröning die jüngsten Erfolgsergebnisse. Was die laufend gesammelten Fragebogen sonst noch ergeben, ist Gegenstand einer sozialpädagogischen Masterarbeit, die sich derzeit in Entwicklung befindet. Auch wenn die Statistiken weiterhin ausstehen, muss aufgrund der bisherigen Historie schwer mit einem positiven Resultat gerechnet werden.

 

Fortsetzung folgt

Fragt man Dr. Thilo Gröning nun über die Zukunftspläne von GYN TO GO, kann man das Leuchten in den Augen beinahe durch den Telefonhörer erahnen: „Eine Ausweitung des Konzeptes auf andere Fachgebiete ist sicher eine unserer Ideen. Derzeit möchte ich aber noch nicht zu viel verraten.“ Schließlich möchte Gröning mit seinem Projekt in naher Zukunft weitere Zielgruppen neben Oberärzten und Weiterbildungsassistenzen erreichen. Der Anteil von Medizinstudenten wird bislang auf etwa 10 Prozent geschätzt, ist also auf jeden Fall noch ausbaubar. Das GYN TO GO Team ist daher auch jederzeit offen für interessierte Studenten und ganze Fachschaften, die sich zum Beispiel eine Live-Übertragung in den Hörsaal wünschen. Kontaktmöglichkeiten sind über die Homepage unter dem Stichwort „Kontakt“ zu finden. Und was sich in den kommenden Monaten sonst noch alles entwickeln und ergeben wird, könnte vielleicht bald zu einem neuen Update führen! 

 

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