• Info
  • |
  • Mylène Thiel
  • |
  • 23.10.2014

Im Visier – das Ebolavirus

Mit mehr als 6.000 Infizierten und über 3.000 Toten allein in diesem Jahr, ist Ebola ein weiterhin unbesiegtes Virus, dessen Ausbreitung längst außer Kontrolle geraten ist. Doch was ist Ebola, wo kommt das Virus her und warum gibt es immer noch kein sicheres Medikament, um dem Virus den Garaus zu machen?

 

 

Das Ebolavirus wurde 1976 zum ersten Mal entdeckt und benannt. Namensgeber für die Krankheit war der Fluss Ebola in Zaire – die heutige demokratische Republik Kongo – wo das Virus seine ersten Opfer forderte. Auch wenn die genaue Ursache und Herkunft immer noch nicht geklärt ist, gehen Forscher davon aus dass es sich um eine zoonotische Krankheit handelt, die von in Afrika heimischen Tieren übertragen wird.

Das Virus gehört zur Familie der einzelsträngigen RNA-Viren, den Filoviridae. Zu dieser Familie gehört außerdem das Marburgvirus, das bis dato aber weit weniger Opfer gefordert hat.
Man unterscheidet beim Ebolavirus mehrere unterschiedliche Stämme, die nach den unterschiedlichen Ländern benannt sind, in denen das Virus entdeckt wurde. Bis jetzt sind fünf Stämme bekannt:

- Zaire-Ebola
- Sudan-Ebola
- Elfenbeinküste-Ebola
- Reston-Ebola
- Bundibugyo-Ebola

Nicht alle Subtypen führen zum Ausbruch von Ebola beim Menschen. Das Reston-Ebola zum Beispiel ist bisher zwar bei Primaten, jedoch nicht beim Menschen festgestellt worden.

 

 

Wie wird das Virus übertragen?

Hat das Ebolavirus einmal den Menschen infiziert und ist die Krankheit ausgebrochen, überträgt es sich über direkten Kontakt mit dem Infizierten. Dies kann über Körperflüssigkeiten wie zum Beispiel Blut, Muttermilch, Urin, Sperma oder Kot geschehen. Das Virus bahnt sich dann über die Schleimhäute oder offene Wunden den Weg in den Körper. Hat der Erreger seinen Wirt erst einmal erfolgreich infiziert, breitet er sich in Zellen der Lymphknoten, Makrophagen aber auch in vielen anderen körpereigenen Zellen aus.

 

Dauer und Verlauf der Krankheit

Innerhalb der ersten 21 Tage ab der Infektion, muss der Infizierte nicht unbedingt Symptome zeigen oder sich krank fühlen. Dennoch breitet sich das Virus weiter im Körper aus und multipliziert sich unaufhörlich. Die ersten auftretenden Symptome sind denen einer normalen Grippe sehr ähnlich. Die Palette reicht von Heiserkeit über Bauchschmerzen mit Erbrechen bis zu hohem Fieber. Die Patienten fühlen sich schwach und klagen über Kopfschmerzen, der Körper dehydriert aufgrund von Diarrhoe. Die Letalität beim Ebolavirus ist mit 50-90 % sehr hoch und viele Patienten versterben in der zweiten Woche nach der Infektion an inneren Blutungen.

 

Diagnose: Ebola

Bei Verdacht auf Ebola muss dieser schnellstens anhand von Labortests überprüft werden. Denn im frühen Stadion der Krankheit kann ohne ein Labor nicht immer eindeutig zwischen Influenza, Typhus, Malaria oder Ebolafieber unterschieden werden. Leider können auch die Blutwerte innerhalb der ersten 48 Stunden einen falsch negativen Test liefern, sodass nach Eintritt der ersten Symptome erst einmal zwei Tage abgewartet werden muss, um auf Nummer sicher zu gehen.

 

Die Suche nach einer erfolgreichen Therapie

Seit Beginn des diesjährigen Ausbruchs der Epidemie in Westafrika, suchen Forscher in aller Welt wieder nach einer wirkungsvollen Impfung gegen das tödliche Virus. Aus Mangel an finanzieller Unterstützung ist bis heute noch kein zugelassener Impfstoff auf dem Markt, sodass Betroffenen nur wenig geholfen werden kann.

In erster Linie versucht man, den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt der Patienten anhand von Infusionen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Außerdem gehören Antibiotika gegen eine sekundäre Infektion, sowie Sauerstoffgabe zur erleichterten Atmung zum Pflegeplan eines Ebolapatienten.

Seit 2003 machen Forscher immer wieder Fortschritte im Kampf gegen das gefährliche Ebolafieber. Aktuell untersucht man Methoden, die zu einer schnelleren Diagnostik verhelfen. Zudem gibt es einen neuen Impfstoff aus Kanada, der allerdings noch nicht ausführlich am Menschen getestet werden konnte.

Für die Zukunft der Völker in Westafrika und der ganzen Welt bleibt im Moment nur zu hoffen, dass sich schnell ein Impfstoff bewährt und sich anhand der richtigen Prävention nicht weitere Menschen mit dem noch relativ unerforschten Virus anstecken.

 


Weitere Infos:

http://ebola.emedtv.com/ebola/ebola-diagnosis.html 

http://www.cdc.gov/vhf/ebola/about.html

http://www.rki.de/DE/

 

Schlagworte
Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete