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  • J. Mössner
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  • 22.09.2005

Kasuistik: Pankreatikopleurale Fistel

 

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Therapie und Verlauf

Nach der Diagnosestellung der pankreatikopleuralen Fistel via ERCP, wurde in gleicher Sitzung eine Ballondilatation des stenosierten Pankreasganges durchgeführt.

Der Pankreasgang wurde mit einem Plastikstent (7 Fr, 12 cm; Typ Zimmon) versorgt (Abb. [2]) und nachfolgend eine nasopankreatische Sonde (7 F) transpapillär in die Nekrosehöhle und in den Fistelgang plaziert sowie Material für die mikrobiologische Untersuchung asserviert (Abb. [3]).

Unter Spülung und antibiotischer Therapie mit Ceftriaxon und Metronidazol i. v. verkleinerte sich die Nekrosehöhle auf 39 × 12 mm und der Fistelgang begann abzuheilen:
Er ließ sich bei einer Kontroll-ERCP nach einer Woche deutlich schmaler und nur noch unterhalb des Zwerchfells ohne Verbindung zur Pleura darstellen.

Der Patient blieb fieberfrei. Der mikrobiologische Kulturbefund konnte kein Wachstum von Aerobiern oder Anaerobiern sichern.
Nach 2 Wochen hatte sich die Nekrosehöhle auf 12 mm verkleinert (Abb. [4]). Die nasozystische Sonde konnte extrahiert werden, der Stent wurde belassen.
Trotz des guten lokalen Befundes konnte unter wiederholten Pleurapunktionen (insgesamt > 6 l) keine ausreichende Regredienz des Pleuraergusses erreicht werden, so dass eine Pleurasaugdrainage angelegt wurde. Da mehrere Einzelfallberichte zur Wirksamkeit von Somatostatin-Analoga bei Pleuraerguss durch pankreatikopleurale Fisteln existieren, wurde eine Therapie mit Octreotid eingeleitet. Aufgrund erneut ansteigender Entzündungsparameter erfolgte ein Antibiosewechsel auf Piperacillin und Sulbactam. Die Pleurasaugdrainage konnte nach einer Woche bei geringem Resterguss entfernt werden.

Nach weiteren 3 Wochen erfolgte bei kleiner Rest-Nekrosehöhle ein Pankreasstentwechsel. Der Patient konnte nach insgesamt 7 Wochen beschwerdefrei entlassen werden. Bei Pankreasgangstenose und kleiner Restnekrosehöhle wurde für die Dauer eines Jahres ein Pankreasgangstentwechsel in 3-monatigen Abständen geplant.

 

Fotos: J. Mössner, Thieme

Abb. 2 ERP: Selektive Sondierung und Darstellung der Nekrosestraße mit mediastinaler Nekrosehöhle (*) und pankreatikopleuraler Fistel (Pfeil).

 

Abb. 3 ERP: Drainage der Nekrosehöhle und pankreatikopleuralen Fistel durch transpapilläre Einlage einer nasopankreatiko-zystischen Drainage (7 French). Zusätzlich Einlage eines Pankreasstents (7 French, Typ Zimmon).

 

Abb. 4 ERP: Befund nach weitgehender Sanierung der Nekrosehöhle (Pfeil) und der pankreatikopleuralen Fistel.

 

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