• Fachartikel
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  • Dr. med. Yvonne Kollrack
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  • 30.06.2014

Wie behandelt man Fußballverletzungen?: Der Muskelfaserriss

 

No. 5 | Schmerzhafter Klassiker: Der Muskelfaserriss

Nationalspieler Sidney Sam stand beim Ligaspiel von Bayer Leverkusen gegen Hertha BSC gerade vier Minuten auf dem Platz – da musste er schon wieder runter. Diagnose: Muskelfaserriss. Muskel- und Sehnenverletzungen sind die häufigsten Verletzungsarten im Fußball. Zu 90 % betroffen sind die Hamstring-, Adduktoren-, Quadrizeps- und Gastrocnemiusgruppe. Die Hamstring-Verletzung ist die geläufigste im Profifußball. Im Schnitt sind Muskeltraumata bei einer Mannschaft für eine Ausfallzeit von 80 Tagen pro Jahr verantwortlich. Besonders häufig sind Minorverletzungen (Ver­härtungen, Zerrungen oder Faserrisse). Sie können sonografisch von den Majorverletzungen unterschieden werden (komplette Muskelbündelrisse oder Muskelsehnenabrisse). Behandelt werden die Verletzungen zunächst wie ein Pferdekuss. Große Rupturen bzw. knöcherne Ausrisse müssen operativ readaptiert bzw. refixiert werden. Experimentell konnte die Muskelheilung durch In­filtration von Bindegewebswachstumsfaktoren gesteigert werden, etwa „insulin-like growth factor“ (IGF-1) oder „platelet-derived growth factor“ (PDGF). Der Arzt der Nationalspieler, Dr. Müller-Wohlfahrt, schwört auf eine Kombi­therapie aus Lokalanästhetikum, Actovegin, Myo-Mecalvin und Seg­mentan – Wirkstoffe aus ­Honig und Kälberblut. Ob diese Mischung auch bei Sam zum Einsatz kam, ist nicht bekannt. Sein nächster Einsatz erfolgte aber schon 14 Tage später.

 

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