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  • Melanie Hüttemann
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  • 02.04.2012

Kopfläuse: Lästige Plagegeister auf der Kopfhaut

Es kann jedem passieren: Der Kopf juckt und beim näheren Hinsehen fallen schuppenähnliche Anlagerungen in den Haaren auf - Nissen der Kopfläuse. Vor allem Kinder, die in Kindergarten und Schule in engem Kontakt zu Altersgenossen stehen, werden von den Plagegeistern befallen. Wie erkennen Sie Nissen, wie werden Kopfläuse behandelt und besteht eine Meldepflicht?

Kopflaus (aus Sitzmann: Duale Reihe Pädiatrie, Thieme Verlag)

 

Läuse verbreiten sich durch engen Kontakt ...

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass Läuse von Mensch zu Mensch überspringen können, ist zu betonen, dass Läuse sich ausschließlich durch engen Kontakt verbreiten. Sie wandern zum Beispiel beim Schmusen oder "Köpfe-Zusammenstecken" von Kopf zu Kopf. Da Läuse vom Wirt getrennt gerade mal drei Tage überleben können, bevor sie austrocknen, ist es auch relativ unwahrscheinlich, über Gegenstände an Läuse zu geraten. Trotzdem ist es möglich, beispielsweise über eine nacheinander getragene Mütze oder einen Schal die Tiere zu übertragen und besonders in Kindergärten bieten Kuscheltiere den Läusen eine günstige Transportmöglichkeit zum nächsten Wirt.
Der Mensch ist übrigens der einzige Wirt der Kopfläuse, Tiere werden nicht befallen, sodass eine Übertragung durch Haustiere nahezu ausgeschlossen ist. Befallene Menschen werden heute nicht mehr als unsauber stigmatisiert, weil sich inzwischen herumgesprochen hat, dass selbst gute Hygiene einen Befall nicht verhindern kann.

 

... ein quälender Juckreiz ist die Folge

Eltern werden meist dadurch aufmerksam, dass sich das Kind auffällig häufig am Kopf kratzt, zum Teil bis es blutet. Insektenstich-ähnliche Papeln, vor allem hinter den Ohren und im Nacken sind ein Hinweis. Durch Kratzen kann es zur sekundären Impetiginisierung (eitriger Hautausschlag mit Blasenbildung) an der Kopfhaut und der Nacken-Haar-Grenze kommen und die Haare können verfilzen. Die Gebiete hinter den Ohren sind häufig am stärksten betroffen. Entzündungen an den Kratzstellen und tastbare geschwollene Lymphknoten am Hals sind Hinweise auf eine bakterielle Infektion, die umgehend ärztlich behandelt werden sollte.

 

Läuse sind Insekten

Kopfläuse, Pediculus humanus capitis, sind flügellose, sechsbeinige Insekten. Der so genannte Außenparasit (Ektoparasit) hat sich den Menschen als alleinigen Wirt ausgesucht. Sie sind 2 bis 3,5 mm lang und daher mit bloßem Auge gut zu erkennen. Allerdings bewegen sich die Tierchen so schnell, dass der Untersucher nur bei starkem Befall die Läuse durch die Haare krabbeln sieht. Ihr Körper ist an Vorder- und Rückseite (dorsoventral) abgeflacht und hat normalerweise eine gräuliche Farbe, wenn sich die Laus nicht zuvor mit Blut vollgesaugt hat. Letzteres ermöglicht ihnen ihr relativ langer Stechsaugrüssel.
Die Kopflaus durchläuft drei Entwicklungsstadien: die der Nisse (Ei), die der Nymphe (Larve) und die der erwachsenen (adulten) Laus. Die adulte Laus kann in ihrem Leben 90 bis 140 Eier legen, die in der Nähe der Kopfhaut abgelegt werden. Sie sind grau-weiß, etwa 0,8 mm groß und nicht wasserlöslich, weshalb gründliches Haarewaschen mit üblichen Shampoos auch wirkungslos bleibt. Aus den Eiern schlüpfen nach sieben bis zehn Tagen die Larven, die wiederum nach 10 Tagen geschlechtsreif sind. Ein Generationszyklus beträgt somit 17 bis 22 Tage. Es ist nicht unwichtig, die Entwicklung der Kopflaus zu kennen; warum, dazu später mehr.

 

Die Eltern können ihre Kinder selbst untersuchen

Ein Kopflausbefall (Pediculosis capitis) wird diagnostiziert, wenn mindestens eine lebende Kopflaus im Haar oder Nissen in Kopfhautnähe gefunden werden.

Die Deutsche Kopflausgesellschaft e.V. empfiehlt zwei Diagnosemethoden:

 

1. Auskämmen mit Pflegespülung

Waschen Sie die Haare und massieren Sie anschließend eine Pflegespülung ein. Die flinken Läuse können sich in dem Schaum nicht mehr gut bewegen. Nun kämmen Sie das Haar mit einem Läusekamm Strähne für Strähne aus und streichen Sie den Schaum auf einem hellen Handtuch aus. Die Kopfläuse sind auf dem Handtuch gut zu erkennen, wenn sich einer in den Zinken verfangen hatte.

Mit dieser Methode sollten Sie auch testen, ob die Behandlung nach einem Kopflausbefall erfolgreich war. Finden sich am Tag nach der Behandlung noch lebende Läuse, sind die Tiere entweder gegen das Mittel resistent oder die Behandlung ist nicht korrekt durchgeführt worden (Mittel zu sparsam eingesetzt, zu früh ausgewaschen, keine Wiederholungsbehandlung oder zum falschen Zeitpunkt, Insektizid im zu nassem Haar verteilt)

 

2. Suche nach Nissen

Die Nissen sind etwa 0,8 mm klein, weiß-gräulich und tropfenförmig, sodass sie gelegentlich mit Schuppen verwechselt werden. Sie haften an den Haaren und lassen sich im Gegensatz zu Schuppen schlecht abstreifen, da sie an den Haarwurzeln kleben und auch nicht wasserlöslich sind. Ausgewachsenen Läuse sind bei anfänglichem Befall kaum zu entdecken, da sie sich sehr schnell bewegen können. Auch die Larven können aufgrund ihrer geringen Größe leicht übersehen werden.

Um den Kopf auf Nissen zu untersuchen, sollten Sie das Haar systematisch abschnittsweise Strähne für Strähne kämmen und untersuchen. Gutes Licht ist ganz wichtig und eine Lupe kann hilfreich sein. Bei langen Haaren macht es Sinn, die Haar mit Haarspangen und Zopfgummies "aus dem Weg zu räumen", um gute Sicht auf die einzelnen Haarsträhnen zu haben. Gesucht wird am Haaransatz und in Kopfhautnähe, zunächst im Nacken und hinter den Ohren.

Nissen, die weiter als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt am Haar kleben, sind leer oder bereits abgestorben. Mit der Nissensuche kann nicht geklärt werden, ob die Behandlung erfolgreich war, da sich lebende von toten Nissen nicht unterscheiden lassen.

 

An den Haaren fest anhaftende Nissen bei massivem Befall
(aus Sitzmann: Duale Reihe Pädiatrie, Thieme Verlag 2002)

 

Selbstverständlich können die Eltern selbst ihre Kinder auf Läuse untersuchen. Es gehört allerdings sehr viel Geduld dazu und es sollte äußerst gründlich vorgegangen werden. Wenn keine Nissen oder Läuse gefunden wurden, macht es Sinn, ein zweites und drittes Mal zu einem späteren Zeitpunkt zu untersuchen. Denn der Läusebefall ist im Anfangsstadium äußerst schwer zu erkennen. Wer sich selbst nicht zutraut, einen Läusebefall zu erkennen, kann sich oder sein Kind auch beim Gesundheitsamt oder beim Arzt untersuchen lassen.

 

Die Läuse müssen sofort bekämpft werden!

Ist die Diagnose einer Pediculosis capitis gestellt, gilt es in zweierlei Hinsicht zu handeln: Zum einen müssen die Patienten sofort therapiert werden und die Eltern müssen die Gemeinschaftseinrichtungen, die das Kind besucht, umgehend benachrichtigen. Im Anschluss werden dann die anderen Eltern benachrichtigt, damit alle Kinder der betroffenen Einrichtung auf Kopflausbefall untersucht und gegebenenfalls auch gleich behandelt werden können. Die Einrichtung leitet die Meldung übrigens dann an das Gesundheitsamt weiter, da dies nach §34 Abs. 6 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) so vorgeschrieben ist. Die Eltern sind zu einer Meldung an die Einrichtung verpflichtet, zwar nicht gemäß § 6 oder 7 des IfSG, wohl aber gemäß §34 Abs. 5.

 

Jetzt geht's den Läusen an den Kragen!

Die Pediculosis capitis wird in der Regel durch eine Kombinationstherapie behandelt, die auf chemischen, mechanischen sowie auf physikalischen Wirkmechanismen beruht. Bei den Läusemitteln, die auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, muss dabei zwischen insektiziden Arzneimitteln einerseits und sogenannten alternativen Medizinprodukten unterschieden werden.

  • Arzneimittel
    Zu den aktuell zugelassenen insektiziden Arzneimittelwirkstoffen gehören Permethrin (Infectopedicul®), Pyrethrum (Goldgeist® Forte) sowie Allethrin, das in Sprühform als Jacutin Pedicul Spray® erhältlich ist. Der ebenfalls bekannte Wirkstoff Lindan darf dagegen seit Ende 2007 nicht mehr verwendet werden. Vereinzelt ist es in Deutschland zu Resistenzen gegen Insektizide gekommen, im Ausland sind diese häufiger zu beobachten. Die Datenlage ist für zuverlässige Empfehlungen aber derzeit noch unzureichend. Die Deutsche Pediculosis Gesellschaft e.V. rät vom Spray ab, weil der Wirkstoff eingeatmet werden kann und zu viel daneben geht.
  • Alternative Medizinprodukte
    Zu den wissenschaftlich geprüften Giftalternativen gehört das Mosquito Läuseshampoo®, das waschaktive Substanzen enthält, sowie Nyda L® und EtoPril®. Letztere basieren dabei auf Silikonöl, durch das die Kopfläuse erstickt werden. Achtung, da die Mittel ganz unterschiedlich angewendet werden, sollten Sie sich bei der Wahl in der Apotheke beraten lassen und bei der Anwendung unbedingt die Anleitung befolgen. Nyda L® und EtoPril® müssen zum Beispiel über Nacht einwirken und werden erst am nächsten Tag ausgewaschen.
  • Nach der chemischen Behandlung werden die Haare systematisch mit einem Nissenkamm ausgekämmt. Eine Hilfe kann die die sogenannte "Bug Busting Methode*" sein, für die es spezielle Sets in der Apotheke gibt.
    Die Haare lassen sich übrigens wesentlich einfacher mit den feinen Nissenkämmen auskämmen, wenn Sie sie vorher mit Essigwasser spülen.
  • Besonders bei Kleinkindern, Schwangeren und anderen Risikogruppen wird empfohlen, die Haare nur auszukämmen, da die insektiziden Wirkstoffe toxisch wirken können und nicht sicher erwiesen ist, dass keine fruchtschädigenden (teratogenen) Risiken bestehen. Weitere mögliche Mittel sind in dieser Patientengruppe die Läuseshampoos wie Nyda L®.

*Das Bug Buster Kid ist ein in der Apotheke erhältliches Set aus speziellen Kunststoffkämmen, dessen Zinken besonders für kleine Läuse und Nissen geeignet sind. Neben einer ausführlichen Anleitung in deutscher Sprache sind ein Folienumhang und lustige Aufkleber im Kit enthalten.

 

Therapieschema

Tragen Sie das Medikament auf den behaarten Kopf auf und waschen Sie es je nach Mittel nach einer vorgegebenen Zeit (die Angaben auf den Beipackzetteln beachten!) aus.
Diese Anwendung müssen Sie unbedingt nach 8 bis 10 Tagen wiederholen. Der optimale Zeitpunkt ist nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) der 9. oder 10. Tag nach der Erstbehandlung. Denn die Mittel wirken zwar gegen die lebenden Läuse und Nymphen, nicht immer jedoch gegen die Nissen. Innerhalb des Zeitintervalls sind alle Larven geschlüpft, haben jedoch noch keine Eier abgelegt.

Selbst nach erfolgreicher chemischer Behandlung bleiben die klebrigen Nissen im Haar zurück. Nissen, die weiter als einen Zentimeter vom Haaransatz entfernt kleben, sind leer, was man anhand des Entwicklungszyklus der Läuse und des Längenwachstums der Haare von einem Zentimeter pro Monat nachvollziehen kann. Dennoch sind die Nissen natürlich ein kosmetisches Problem. Hier helfen in der Apotheke erhältliche Nissenkämme und Essigwasser.

Spezielle Nissenkämme zeichnen sich dadurch aus, dass die Zinken nicht mehr als 0,2 bis 0,3 mm voneinander entfernt sind. Sie sind aus Metall und können abgekocht werden. Es gibt mittlerweile auch spezielle Kunststoffkämme, die sich in wissenschaftlichen Studien den Metallkämmen als überlegen erwiesen haben. Das lauwarme Essigwasser, mit dem die Haare zuvor gespült werden, sollte aus drei Esslöffeln Essig auf einen Liter Wasser bestehen.

Mit einem einmaligen Auskämmen ist den Nissen leider nicht beizukommen - die Prozedur müssen Sie einige Tage lang wiederholen. Hat der Patient durch den Läusebefall ein Kopfekzem oder eine eitrige pustelige Infektion der Kopfhaut, muss dies behandelt werden. Ärzte verschreiben in solchen Fällen Antiseptika und Kortikosteroidlösungen.

Folgendes systematisches Therapieschema empfiehlt das RKI:

Tag 1: Insektizidbehandlung mit anschließendem nassen Auskämmen
Tag 5: nasses Auskämmen, um nachgeschlüpfte Larven zu entfernen
Tag 8-10: Wiederholungsbehandlung mit Insektizid
Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen
Tag 17: evt. letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen

Statt Insektizide können Sie auch die oben genannten Shampoos (Medizinprodukt) verwenden.

 

Die Insektizide sind giftig

Hexachlorcyclohexan ist ein sehr wirksames Kontaktinsektizid, das vorübergehend das Nervensystem der Insekten erregt und dann lähmt. Allethrin ist in seiner insektiziden Wirkung dem DDT sehr ähnlich und damit kann es in hohen Dosen auch zu Vergiftungen kommen.
Das klingt zwar erst einmal hochgefährlich, in der Roten Liste sind allerdings als Nebenwirkungen bei sachgemäßer Anwendung lediglich Überempfindlichkeitsreaktionen wie Irritationen, Juckreiz (Pruritus) und Rötung der Kopfhaut (Erythembildung) genannt. Achten Sie bei der Behandlung darauf, dass nicht zu viel des Insektizids über die Haut aufgenommen wird, da es dann zu schweren Nebenwirkungen kommen kann. Daher sollten Sie das Mittel mit Einmalhandschuhen in die Haare geben. Die Aufnahme des Insektizids über die Haut wird zum Beispiel durch Wärme gefördert, daher die behandelten Haare auf keinen Fall Föhnen oder in die pralle Sonne sitzen.

Bei Kindern im Säuglingsalter sollte die Behandlung von Ärzten durchgeführt werden. Eltern ist die Prozedur ohne ärztliche Aufsicht nicht zu empfehlen. Auch bei Kindern unter 11 Jahren sind die Herstellerangaben unbedingt vor Behandlungsbeginn zu berücksichtigen, damit gegebenenfalls auf ein anderes Medikament ausgewichen werden kann. Eine ungiftige Alternative sind die oben genannten Läuseshampoos.
Bitte beachten Sie weiterhin, dass einige Präparate in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden dürfen. Wie oben bereits beschrieben, sollte die Behandlung dann durch alleiniges Auskämmen mit einem Spezial-Kamm erfolgen.

 

Putzhysterie ist unnötig

Wenn sich Läuse auch nur selten über Gegenstände übertragen lassen, sollten dennoch bestimmte Vorkehrungen getroffen werden. So ist es gut, Handtücher und Bettwäsche zu wechseln sowie Mützen, Schals und Kuscheltiere bei mindestens 60° C zu waschen. Ist das nicht möglich, kann die Wäsche auch für 3 Tage in einem gut verschlossenen Beutel aufbewahrt oder einen Tag bei -10 Grad eingefroren werden.
Möbel müssen nicht desinfiziert werden, da sie der humanen Kopflaus keinen Lebensraum bieten. Es ist demnach völlig unnötig, in eine "Putzhysterie" zu verfallen, da die Parasiten nur auf der menschlichen Kopfhaut überleben können, wenn sie alle 4-6 Stunden Blut saugen können.

 

Hurra - Schulfrei!?

Meist ist Kindern mit Lausbefall gar nicht zum Jubeln zumute. Jedoch hoffen viele Kinder auf zumindest einen vorübergehenden Vorteil der unangenehmen Erkrankung: Sie dürfen zunächst nicht mehr in die Schule. Diese Annahme führt immer wieder auch zu Auseinandersetzungen zwischen der betroffenen Einrichtung und den Eltern.
Das Robert-Koch-Institut stellt fest, dass die Kinder direkt nach der ersten Behandlung mit einem zugelassenen Medikament wieder die Schule und den Kindergarten besuchen dürfen. Die zweite Behandlung nach 8 bis 10 Tagen darf aber in keinem Fall vergessen werden und die Eltern müssen sowohl die Erst- als auch die Nachbehandlung schriftlich oder mündlich bestätigen.
Eine Bestätigung durch den Arzt ist also erst einmal nicht erforderlich. Der Arzt wird jedoch in die Pflicht genommen, wenn die Kinder innerhalb von vier Wochen erneut befallen werden. Nun wird ein ärztliches Attest notwendig. In Hinblick auf die Wiederzulassung nach Kopflausbefall ist allerdings noch darauf hinzuweisen, dass laut § 34 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) das Einholen eines "ärztlichen Urteils" eigentlich obligatorisch ist. Da Diagnose und Therapie aber in der Regel durch die Eltern erfolgen, sind nach Absprache zwischen betroffener Einrichtung und der zuständigen Gesundheitsbehörde auch die oben beschriebenen Ausnahmen möglich.

Ein weiterer Streitpunkt zwischen Eltern und Schule kann sein, dass ein Kind, bei dem im Kindergarten oder in der Schule Läuse festgestellt wurden, einfach nach Hause geschickt wird. Das RKI betont, dass das Kind, wenn eine anderweitige Betreuung nicht möglich ist, bis zum Ende des regulären Aufenthalts bleiben darf, solang enge Kontakte vermieden werden können.

 

So können Sie sich schützen

Einen generellen Schutz - gerade für Kinder - gibt es nicht. Es kann also wirklich jeden treffen, wobei die allgemeine Körperhygiene keinen Einfluss hat.

Es macht keinen Sinn, Läuseshampoos oder Insektizide vorbeugend einzusetzen.
Ist in einer Einrichtung oder in der Familie ein Fall von Pediculosis capitis bekannt, sind dennoch einige Maßnahmen hilfreich. So sollten die oben genannten Hygienemaßnahmen veranlasst und Bürsten, Kämme, Handtücher und Kleidung nicht gemeinsam genutzt werden. Auch enge Körperkontakte müssen vermieden werden. Kontaktpersonen sollten genau auf einen Befall untersucht und ggf. behandelt werden. Von einer vorbeugenden Therapie der Angehörigen wird aufgrund der Risiken und Nebenwirkungen allerdings abgeraten. Auch in diesem Punkt sollte man also nicht in Panik verfallen und Hysterie schüren!

 

Lausbefall?? Kein Grund sich zu schämen!! Abschließend sei noch einmal ausdrücklich betont, dass Kopfläuse in unseren Breiten endemisch sind und jeden befallen können, sei er auch noch so reinlich. Es wird sogar angenommen, dass sich Läuse in frisch gewaschenem Haar besonders wohl fühlen.

 

Quellenangaben

Moll: "Duale Reihe Dermatologie", Georg Thieme Verlag

Sitzmann: "Duale Reihe Pädiatrie", Georg Thieme Verlag

Robert-Koch-Institut

Kinderärzte im Netz

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

 

Interessante Links

Homepage der Pediculosis-Gesellschaft

www.kindergesundheit-info.de

Aktuell

Das Ärzteblatt meldet: Die US-Arzneibehörde FDA hat das Insektizid Spinosad zur topischen Behandlung von Kopfläusen bei Kindern ab 4 Jahren und Erwachsenen zugelassen.

Artikel bei Ärzteblatt online

 

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