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  • 18.09.2007

Pathologie - Fach für Investigative mit Adlerauge

Pathologie scheidet für viele junge Mediziner als Berufsoption direkt aus. Warum eigentlich? Natürlich hat man in diesem Fach viel mit Toten zu tun. Die meiste Zeit aber kümmert man sich darum, mit schnellen und zielsicheren Befunden Leben zu retten!

 

Foto:WavebreakmediaMicro, Fotolia.com

 

Was macht ein Pathologe? Er führt Obduktionen durch. Dieses Bild ist auch bei vielen Medizinstudenten hartnäckig verankert. Dagegen wehren sich die Ärzte für Pathologie. "Nur etwa 5 % meiner Arbeitszeit entfällt auf Obduktionen, Tendenz sinkend!", erklärt Dr. Peter Fritz, Chefarzt der pathologischen Abteilung am Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart. Die meiste Zeit ihres Arbeitstages verbringen die drei Pathologen des Robert Bosch Krankenhauses am Mikroskop.

 

Mikroskop statt Stethoskop

Am Mikroskop müssen zytologische und histologische Präparate aus dem Haus und von auswärts befundet und die Diagnosen gleich auf Band gesprochen werden. Nicht jedes Krankenhaus verfügt über eine eigene pathologische Abteilung. Sie sind in diesem Fall auf die Pathologen anderer Häuser angewiesen. Auch niedergelassene Ärzte schicken ihre Proben an das Robert Bosch Krankenhaus. Die drei Fachärzte müssen die Befunde und Diagnosen schnell erstellen, um den Therapiebeginn nicht unnötig zu verzögern.

30 bis 40 Fälle schaut sich Dr. Fritz täglich unter dem Mikroskop an. Jeweils noch einmal dieselbe Anzahl an Untersuchungen werden von seiner Oberärztin und von seinem Assistenten befundet.

Ein "Fall" besteht aus einem Anforderungsschein, der Patientendaten wie Alter und Geschlecht und in kargen Worten die Fragestellung sowie den Ort der Probeentnahme enthält. Und er besteht aus mehreren Objektträgern mit Zellausstrichen oder histologischen Dünnschnittpräparaten. "Etwa jeder 10. Fall ist belastend, weil wir die Diagnose einer bösartigen Erkrankung stellen müssen.", sagt Dr. Fritz, der die schwierigen Fälle immer morgens zwischen 7 und 8 Uhr untersucht.

Der Pathologe ist auch immer der Qualitätssicherer für die Arbeit in der Klinik und Förderer der wissenschaftlichen Erkenntnis. Pathologie ist Krankheitslehre und zugleich Krankheitsforschung.

Der Pathologe wird als Spezialist hinzugezogen, wenn während einer Operation ein schneller Befund benötigt wird ("Schnellschnitt-Technik"). Der Pathologe entscheidet damit über das Ausmaß der Operation. Typische Fragestellungen lauten: "Bösartig oder nicht?" oder "Sind die Resektionssränder tumorfrei oder muss noch weiter geschnitten werden, um garantiert alle Krebszellen entfernt zu haben?" Sind die Lymphknoten von Krebszellen befallen oder nicht?"

Die Pathologie zählt zu den 22 Hauptfächern, für die ein Schein zur Examensanmeldung vorgelegt werden muss. Es gibt zudem noch den Querschnittsbereich "Klinisch-pathologische Konferenz".

 

Gegenstandskatalog

Auf der Homepage des IMPP findeset du eine pdf-Datei, in der alle Gesundheitsstörungen (mit wesentlichen Krankheitszeichen z.B. Beschwerden, Symptome, Befunde) und Krankheitsbilder aufgeführt sind, die in der Prüfung abgefragt werden.

 

Tipp:

Mehr noch als in anderen Fächern lohnt sich in der Pathologie die Vorlesung mit der Demonstration aktueller Sektionsbefunde! Anschaulicher wird man nie wieder eine Leberzirrhose, eine Raucherlunge mit Karzinom oder ein verfettetes Herz sehen! Manchmal knirscht die Aorta beim Aufschneiden: Verkalkung!

 

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