• Steckbrief
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  • Stina Schild-Suhren
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  • 23.01.2014
  • Gefärbtes Duodenum - Foto: S. Schild-Suhren

    Gefärbtes Duodenum-Gewebe - Foto: S. Schild-Suhren

     
  • Giemsa Magenschleimhaut-Färbung - Foto: S. Schild-Suhren

    Giemsa Magenschleimhaut-Färbung - Foto: S. Schild-Suhren

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  • Giemsa Magenfärbung - Foto: S. Schild-Suhren

    Giemsa Magenschleimhaut-Färbung - Foto: S. Schild-Suhren

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Steckbrief Pathologie - Detektivarbeit am toten Gewebe

Mit der Pathologie haben Kliniker häufig zu tun. Doch wer sind diese Pathologen, denen man die „Proben“ schickt, deren Berichte man erwartet und deren Diagnosen im OP oftmals über den weiteren Verlauf der Behandlung entscheiden? Was sind ihre Aufgaben? Und wie wird man Pathologe?

 

Was ist Pathologie?

Die Pathologie ist die Krankheitslehre und Krankheitsforschung. Sie umfasst „die Erkennung von Krankheiten, ihrer Entstehung und ihrer Ursachen durch die morphologiebezogene Beurteilung von Untersuchungsgut oder durch Obduktion“ (Quelle: Weiterbildungsordnung Bundesärztekammer). Der Pathologe ist also maßgeblich an der Diagnosestellung und damit indirekt an der anschließenden Therapieentscheidung beteiligt.

Zugleich dient die Pathologie der Qualitätssicherung der Arbeit von Ärzten. Hier fällt auf, wenn Mediziner Metastasen oder Ähnliches übersehen haben. Aber Diagnosen können auch bestätigt werden.

 

Das Mikroskop – wichtigstes Arbeitsgerät der mikroskopischen Pathologie

Den größten Teil seiner täglichen Arbeit verbringt der Pathologe am Mikroskop und beurteilt Gewebeproben. Dafür werden die Proben speziell vorbereitet. Das heißt, sie werden zum Beispiel fixiert, eingebettet, geschnitten oder gefärbt – je nach Organ und Fragestellung. 

Ein Beispiel für die Arbeit eines Pathologen:

Ein Krankenhaus hat bei einer Patientin einen auffälligen Knoten in der Brust entfernt. Ob es sich um eine bösartige Entartung handelt, kann der Pathologe in einem mikroskopischen Präparat erkennen. Es ist ihm ebenfalls möglich zu sagen, um was für eine „Art“ von Tumor es sich handelt, wie groß dieser ist und wie viel Gewebe um ihn herum infiltriert ist. Zudem kann er angrenzende Lymphknoten untersuchen und schauen, ob sich der Tumor schon bis zu ihnen ausgebreitet hat und somit gestreut haben könnte.

Der Pathologe führt ein „Typing“, ein „Subtyping“, ein „Grading“ und ein „Staging“(Ausbreitung) des Tumors durch. Auch kann er untersuchen, ob der Tumor für bestimmte Hormone sensitiv ist. All diese Ergebnisse sind die Grundlage für die Therapieentscheidung des behandelnden Arztes.

 

Pathologe = Rechtsmediziner? – die makroskopische Pathologie

Oft wird angenommen, dass nur ein Rechtmediziner obduziert. Diese Annahme ist aber völlig falsch. Auch der Pathologe führt Obduktionen durch. Dies ist zwar nur ein kleiner Teil seiner Gesamttätigkeit, aber dennoch von wichtiger Bedeutung.

In der Pathologie werden in der Klinik verstorbene Patienten auf Wunsch des behandelnden Arztes obduziert. Hierbei soll meist eine nicht ganz klare Todesursache geklärt werden, bzw. untersucht werden, ob die Ärzte etwas übersehen haben. Es handelt sich um eine Qualitätssicherung. Wichtig zu beachten ist, dass die Angehörigen hierzu einwilligen müssen.

In der Rechtmedizin veranlasst die Polizei/ Staatsanwaltschaft eine Obduktion, wenn der Verdacht eines unnatürlichen Todes besteht. Hierzu bedarf es keiner Zustimmung von Angehörigen. Eine Ablehnung ist jedoch auch nicht möglich.

Bei einer pathologischen Obduktion wird jedes Organ und die großen Gefäße gewogen und präpariert. Die verschiedenen Körperflüssigkeiten werden ebenfalls untersucht. Zudem werden Proben entnommen, wenn dem Pathologen etwas auffällig erscheint.Normalerweise bekommen die Kliniker die makroskopische Beurteilung einer Obduktion noch am selben Tag.

 

Wie werde ich Pathologe? (Muster-) Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer

Von einem Absolventenjahrgang des Fachs Medizin, wählen etwa 1% die Pathologie für ihre Weiterbildung.

Im Bereich Pathologie können Mediziner entweder zum Pathologen, oder zum Neuropathologen ausgebildet werden. Beides beinhaltet eine Basisweiterbildungszeit von 24 Monaten bei einem Weiterbildungsbefugten in einer Weiterbildungsstätte.

Für den Facharzt der Neuropathologie wird folgendes erwartet: Insgesamt 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten in einer Weiterbildungsstätte. Davon 24 Monate Basisweiterbildung und 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt Neuropathologie. Davon können wiederum 12 Monate in der Neurochirurgie, -logie, -pädiatrie, -radiologie und/oder Psychiatrie oder Psychologie angerechnet werden.

Für den Facharzt der Pathologie wird folgendes erwartet: Insgesamt ebenfalls 72 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten in einer Weiterbildungsstätte. Davon 24 Monate Basisweiterbildung und 48 Monate Weiterbildung zum Facharzt Pathologie. Von letzterem können hier 12 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung angerechnet werden.

 

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