• Pressemeldung
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  • Anna N. Wolter
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  • 06.08.2014

ZMapp – Wundermittel zur Behandlung von Ebola?

Ebola Virus - Foto: Frederick A. Murphy/CDC

Ebola Virus - Foto: Frederick A. Murphy/CDC

 

Sie wollten anderen helfen ­– und wurden selber zum Opfer. Bei ihrer Arbeit in Liberia infizierten sich der Arzt Kent Brantly und die Missionarin Nancy Writebol mit dem tödlichen Ebolavirus. Ihre Chance zu überleben lag somit bei höchstens 50%, manche Berechnungen gehen sogar von einer Überlebensrate von nur 10% aus. Schlechte Aussichten also für die beiden US-Amerikaner. Doch als beide schon deutliche Krankheitssymptome zeigten, erreichte sie ein rettendes Serum aus den USA: ZMapp, ein Cocktail aus drei verschiedenen Antikörpern, die gegen Epitope des Ebolavirus gerichtet sind. Ein Therapeutikum, das bisher noch keine Zulassung erhalten hat und nur an einer kleinen Gruppe Primaten getestet wurde.

Doch wer mit Ebola infiziert ist, hat nicht mehr viel zu verlieren. So bekamen die beiden US-Amerikaner das Mittel verabreicht, Brantly erhielt zusätzlich das Serum eines 14-jährigen Jungens, der eine Ebola-Infektion überstanden hatte. Die Wirkung der Behandlung war verblüffend: Der amerikanische Arzt fühlte sich schon nach einer Stunde deutlich besser. Seine  Symptome, darunter akute Atemnot und heftige Ausschläge, verbesserten sich drastisch. Trotzdem ging es für ihn zur weiteren Behandlung in die USA – transportiert in einem umgebauten Geschäftsflugzeug, inklusive Isolationszelt.

Bei Nancy Writebol war der Erfolg der Behandlung zunächst nicht so durchschlagend, doch nach der Gabe einer zweiten Dosis des Therapeutikums verbesserte sich auch ihr Zustand deutlich. Am Dienstag erreichte sie die Klinik in Atlanta im stabilen Zustand. Ist ZMapp also das neue Wundermittel gegen Ebola? Die Rettung für Westafrika? Experten warnen vor zu großer Euphorie. Dass das Serum bei zwei Patienten anschlägt, heißt nicht, dass es bei anderen Patienten dieselbe Wirkung erzielt. Außerdem ist es bisher nicht möglich, die Antikörper in großen Mengen zu produzieren. Hergestellt werden sie nämlich von gentechnisch modifizierten Tabakpflanzen – ein langwieriger Prozess mit geringem Ertrag. Ein durchschlagender Erfolg bleibt die Behandlung der beiden US-Amerikaner aber trotzdem. Sollte das Serum auch in klinischen Studien seine Wirksamkeit beweisen, wäre dies ein historischer Durchbruch im Kampf gegen Ebola.

 


Weitere Infos der Hilfsorganisation Samaritan's Purse, für die die beiden erkrankten US-Amerikaner unterwegs waren: klick

    

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