Radiologie-Trainer: Fall 2

80-jähriger Patient, zu Hause aufgefunden mit Aphasie und Hemiparese rechts. In der Anamnese Schlaganfall vor 5 Jahren mit Hemisymptomatik links. Bekannter Hypertonus und Diabetes mellitus.

CT Schädel - Foto: Georg Thieme Verlag

Abb. a: CT Schädel

CT Schädel - Foto: Georg Thieme Verlag

Abb. b: CT Schädel

  • Befund

    Die CT (Abb. a, Abb. b) zeigt eine homogene deutliche Dichteminderung von Rinde und Marklager im Versorgungsgebiet der linken A. cerebri media einschließlich Putamen, entsprechend einem Mediateilinfarkt. Die Hirnfurchen sind in diesem Areal gegenüber rechts eingeengt. Kontralateral besteht im Pallidum/hinteren Kapselschenkel ein linsenförmiger liquordichter Substanzdefekt, der entweder postischämisch oder posthämorrhagisch bedingt ist. Zudem deutliche flächige Dichteminderung des periventrikulären Marklagers,aber auch der rechten Capsula externa.

  • Bemerkungen

    Bei Patienten mit vaskulären Risikofaktoren (Hypertonus, Diabetes, Rauchen) sieht man häufig ein buntes Bild vaskulärer Schädigungen. So bestehen parallelakute und chronische mikro- und makroangiopathische Veränderungen. Die DD von Substanzdefekten in den Stammganglien, wie in diesem Beispiel, kann bei fehlenden Voruntersuchungen schwierig sein. Mit der CT können ischämische und blutungsbedingte Residuen nicht immer sicher differenziert werden. Hier kann ggf.die MRT weiterhelfen, da mit geeigneten Sequenzen (Suszeptibilitäts-/T2*w Aufnahmen) Blutungsresiduen nachgewiesen werden können.

Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete