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  • Verena Päschke
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  • 22.02.2005

Famulatur-Tagebuch (5)

Resümee Woche 1

Verena ist bei der Punktierung eines Aszites dabei und zieht nach der ersten Arbeitswoche Resümmee.

Foto: Jupiterimages

Die Aszites-Punktion

Achmed, mein Retter! Heute nur fünf Stunden in der Klinik, das Wochenende rückt unaufhaltsam näher! Dr. Berger, ein sympathischer, älterer Assistenzarzt kommt in unser Zimmer: "Wer will den Aszites bei Frau H. punktieren?" fragt er und schaut mich auffordernd an. Hilfe! Wo ist Achmed? Eine rauchen natürlich.

"Ähhh, ich habe vorgestern zum ersten Mal Blut abgenommen und ..." stottere ich. "Macht nichts, einmal ist immer das erste Mal", meint Berger fröhlich grinsend. Ich spüre, wie mir der kalte Schweiß ausbricht. Doch mein Retter biegt soeben um die Ecke. Er hat noch nie Aszites punktiert, ist als künftiger Internist ganz scharf darauf und ich lasse ihm ladylike den Vortritt! Berger erklärt uns alle Schritte ganz genau, bevor wir zur Patientin marschieren. Ich halte ihren Bauch fest, während Achmed und Berger mit dem Sono-Schallkopf eine passende Einstichstelle suchen und die Kanüle durch die Bauchdecke schieben. Das tut weh, die Patientin klammert sich an meinen Armen fest. Aber Achmed hat es toll gemacht: Rasch ist die Prozedur vorbei, und das Bauchwasser fließt und fließt in den Drainage-Beutel. Mittags fühlt sich Frau H. schon deutlich besser und spaziert auf dem Gang herum.

 

So bald wie möglich entfleuche ich

Da sonst nichts los ist – keine Neuaufnahmen, keine Entlassungen – und der Ablagestapel längst bewältigt ist, wagt es Achmed, Sandra zu fragen, ob er schon um 11 Uhr gehen kann. 600 km Autobahn zwecks Wochenendbesuch bei seinen Eltern liegen vor ihm. Wie könnte es anders sein, Sandra findet natürlich noch irgendeine Lappalie, die er erledigen muss, bevor er die Fliege machen kann. Ich wäre auch gern eher gegangen, traue mich aber nicht zu fragen. Zum Glück muss Sandra bald zu ihrer einstündigen Essens-Sitzung, was mir die Gelegenheit bietet, ebenfalls ins Wochenende zu entfleuchen.

Im Zug schlafe ich gleich wieder ein. Kein Wunder, so eine echte Arbeitswoche schlaucht ganz schön. Das lockere Studentendasein mit der freien Zeiteinteilung werde ich später sehr vermissen....

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