• Interview
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  • Dorothee Oestreicher
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  • 11.05.2010

Doktorarbeit während des Studiums

Ein hoher Anteil an Studenten absolviert den "Dr. med." bereits während des Studiums. Aber für welches Thema soll ich mich entscheiden und wie lässt sich eine Promotion überhaupt mit dem Studium vereinbaren? In den nächsten Monaten stelle ich einige Kommilitonen vor, die ich zu diesem Thema interviewt habe. Ich hoffe, dass die Berichte anderer dir helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

 Grafik: Dieter Schmid, Thieme

Nadine arbeitet an ihrer statistischen Doktorarbeit in der Pathologie. Sie stand Dorothee Oestreicher im Interview Rede und Antwort.

 

> Was für ein Thema bearbeitest Du in Deiner Doktorarbeit?

Ich habe mich für eine statistische Doktorarbeit in der Pathologie entschieden. Bei meinem Thema geht es um den Zusammenhang von definierten Syndromen mit gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) bei jungen Erwachsenen.

 

> Was hast Du Dir überlegt, bevor Du Dich für eine Doktorarbeit entschieden hast? Welche Kriterien hast Du an deine Doktorarbeit gestellt?

Ich habe mir zunächst überlegt, wann ich mit der Doktorarbeit anfangen möchte. Für mich war wichtig möglichst bald nach dem Physikum zu beginnen. Zusätzlich habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, welche Art der Doktorarbeit für mich in Frage kommt, also statistisch, klinisch oder experimentell. Ich wollte unbedingt eine statistische Arbeit haben, da ich nicht gerne im Labor arbeite und von vielen schlechten Erfahrungen mit klinischen Doktorarbeiten gehört habe.

Viel Wert habe ich darauf gelegt, dass mein Betreuer genügend Zeit für mich hat, mich das Thema interessiert und die Dauer der Arbeit absehbar ist. Ich wollte ja auch eine vernünftige Dissertation abliefern.

 

> Was hat sich positiv entwickelt und was negativ verglichen mit den Kriterien, die Du an deine Doktorarbeit gestellt hast?

Das kann ich noch nicht sagen, da ich noch nicht so lange daran arbeite. Generell stört mich, dass ich nicht weiß wie ich an eine Doktorarbeit rangehen soll, was der Doktorvater aber als selbstverständlich annimmt. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit meiner Wahl und kann bis jetzt nur Positives berichten.

 

> Wie lange hast Du nach einer Doktorarbeit gesucht und wie viele Angebote hast Du Dir angeschaut?

Ich hab etwa zwei Monate aktiv gesucht. Anfangs habe ich versucht über E-Mails eine Promotionsstelle zu ergattern, was nicht sonderlich gut funktioniert hat, besser ist persönlich hinzugehen. Genauer angeschaut habe ich mir nur zwei Angebote.

 

> Wie gut schätzt Du das Angebot an der Uni Erlangen ein?

Um ehrlich zu sein, darüber habe ich keinen guten Überblick.

 

> Möchtest Du später wissenschaftlich tätig sein und auch Artikel veröffentlichen?

Nein, ich möchte nicht in der Forschung arbeiten. Eine Veröffentlichung ist zwar schön, wenn es dazu kommt, aber ich strebe sie nicht an.

 

> Was würdest Du denen raten, die eine Doktorarbeit anfertigen möchten?

Ich empfehle den Studenten sich ihren Doktorvater genau anzusehen, insbesondere nachzufragen, wie lange er noch an der Universität bleibt. Wichtig ist es auch selbstbewusst aufzutreten: Ich dachte anfangs, wenn ich mich für eine Doktorarbeit bewerbe, muss ich mich gut "verkaufen". Aber man muss sich immer bewusst sein, dass der Doktorvater ebenfalls von der Arbeit profitiert.

Ich wünsche auf jeden Fall allen Studenten viel Glück bei der Suche und vor allem: Erfolgreiches Arbeiten!

 

> Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin alles Gute!

 


 

Dorothee Oestreicher studiert Medizin in Erlangen und ist Via medici online-Lokalredakteurin.


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