• Tipp
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  • Ann-Kathrin Eisfeld
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  • 01.08.2011

How to write an abstract

Jedem Doktoranden wird es einmal passieren: Freudestrahlend betritt der Doktorvater oder die Doktormutter das Arztzimmer zum vereinbarten Treffpunkt, um einem im nächsten Augenblick die Eröffnung zu machen: "Stell dir vor, ich habe einen Kongress gefunden, zu dem du deine Arbeit vielleicht vorstellen kannst! Du musst nur noch schnell einen kleinen Abstract schreiben, um dich zu bewerben. Ach ja, die Deadline ist in drei Tagen. aber das schaffst du doch sicher, oder?"

 

Da steht man dann also. Abstract? Verdammt, wie soll ich denn das hinkriegen? Damit es dir nicht genauso geht, hier ein paar kleine Tipps zum Aufbau des Textes und Dinge, auf die du auf jeden Fall achten musst!

 

Titel

Natürlich beginnt jeder Abstract genau wie jeder Artikel auf deutsch mit dem Titel. Er sollte über maximal(!) zwei Zeilen gehen, aber trotzdem die wichtigsten Ergebnisse enthalten. Wenn dein Abstract zum Kongress angenommen werden würde, stünde in den Programmheften lediglich der Titel - und wenn der nicht gut ist und die Teilnehmer neugierig macht, wirst du vor leeren Stühlen stehen.

Beim Schreiben des Titels ist darauf zu achten, dass jedes Wort mit einem Großbuchtaben begonnen wird.

Beispiel: The Title Is The Most Important Part Of The Abstract

 

Autoren

Gleich unter dem Titel werden die Autoren aufgeführt. Hierzu zählen alle Personen, die dich bei deiner Arbeit unterstützt haben! Vergiss zum Beispiel auch die nette MTA nicht, die dir immer im Labor geholfen hat. Und auch der Chef der am Projekt beteiligten Einrichtungen will immer genannt werden. Das Wichtigste ist jedoch die Reihenfolge der Namen, da jeder kundige Leser an ihr erkennen kann, wer in welcher Zeitintensität an den Forschungen beteiligt war.

Achte darauf, dass du immer als erstes genannt wirst! An dieser Stelle steht nämlich die Person, die alles ausgearbeitet hat! Die letzter Stelle, die ebenso wichtig ist, sollte immer von eurem Doktorvater belegt werden. Als Vorletztes steht der Chef eures Doktorvaters - sofern es einen gibt. An zweite Position kommt am besten derjenige, der dich am meisten bei der Arbeit unterstützt hat. Die Reihenfolge zwischen dem zweiten und dem vorletzten Namen ist egal.

Zum Veranschaulichen: 1. Doktorand 2. Wichtigster Helfer 3. Andere Helfer 4. Chef des Doktorvaters 5. Doktorvater

Wichtig ist außerdem, dass du mit Hilfe kleiner hochgestellter Zahlen kenntlich machst, welche Person zu welchem Institut und zu welcher Universität gehört. Was die einzelnen Zahlen bedeuten sollen, musst du dann unter die Autorenaufzählung schreiben.

 

Introduction

Die Introduction (Einleitung) sollte aus 3-6 Zeilen bestehen und den Leser neugierig auf deinen Abstract machen. Keineswegs dürfen hier bereits deine Ergebnisse genannt werden! Erzähl statt dessen lieber kurz etwas über das Krankheitsbild, mit dem sich deine Arbeit beschäftigt und schlage davon eine Brücke zu den ersten Überlegungen einer Arbeit.

 

Patients and methods

Wie der Name schon sagt gehören in diesen Teil Dinge wie die Anzahl deiner Patienten/Akten/Proben, epidemiologische Daten zu deinen Patienten (Geschlechterverteilung, medianes Alter, Diagnosenhäufigkeit,...) und auch die Beschreibung von Geräten die du genutzt hast (z.B. im Labor: Hersteller und Produktname des Gerätes für die PCR o.ä.). Außerdem solltest du hier auch zum Beispiel die Normwerte der Blutwerte nennen, auf die du dich beziehst.

Wie du schon merkst, ist dieser Abschnitt des Abstract der am wenigsten spannende und wahrscheinlich auch der, der von kaum jemandem gelesen wird. Trotzdem ist es wichtig, bei der Aufzählung dieser Daten sehr exakt zu sein und keine zu vergessen, da sie die Grundlage deiner Arbeit bilden und schließlich auch das sind, was dich die meiste Zeit gekostet hat...

 

Results

Hier kannst du nun endlich aufzählen, was du alles herausgefunden hast. Wichtig: Der Results-Teil besteht lediglich aus der Auflistung deiner Ergebnisse und (wenn du eine statistische Auswertung gemacht hast) die statistische Signifikanz von eventuell gefundenen Korrelationen (p-Wert).

 

Conclusions

Dies ist wohl der interessanteste Teil des Abstracts. Hier musst du noch einmal die Hauptschlussfolgerungen aus deiner Arbeit ziehen. Das wäre zum Beispiel, dass das von dir untersuchte Medikament die Lebensqualität der Patienten verbessert oder auch dass irgendein bisher unbekanntes Molekül nach euren Untersuchungen wichtiger Bestandteil von Antikörpern ist.

Wenn du mehrere Hauptaussagen aus deiner Doktorarbeit hast, was ja fast immer der Fall ist, macht es sich gut, die Aussagen zu numerieren. Nicht vergessen: Keine langen Sätze!

Wenn du der Meinung bist, dass das Ergebnis deiner Arbeit näher untersucht werden sollte, schreib das ebenfalls in diesen Teil.

 

Allgemeine Tipps

  • Jeder Kongress hat eine genaue Beschränkung der Abstractlänge. Sie wird in Anzahl der erlaubten Zeichen angegeben. Hierzu zählen auch die Leerzeichen! Erkundige dich auf alle Fälle vorher, du sparst dir viel Arbeit beim sonst notwendigen Kürzen der abstracts!
  • Um Zeichen zu sparen kannst du wie überall sonst auch hier für häufig benutzte Wörter Abkürzungen wählen. Hierzu musst du die Abkürzung in Klammern hinter den zum ersten Mal benutzten Begriff schreiben. Beispiel: patients (pts)
  • Die meisten Abstracts können nicht einfach per Mail verschickt werden, sondern müssen auf der Homepage des Kongresses eingegeben werden. Als Bestätigung deiner Einsendung bekommst du dann die Abstractnummer zugemailt.

 

Lesertipp

Man kann sich auch an ein Buch halten! Von Jan Enders

.. und zwar an den American Medical Association (AMA) Manual of Style, das inzwischen auf den Seiten "Authors instructions" vieler Journals als Referenz angegeben wird.
Ich bin damit recht gut gefahren, zumal da auch vieles nett mit Beispielen erklärt wird. Oft gibts den AMA MoS in der Unibibliothek o.ä., ein Kapital beschäftigt sich nur damit, wie man einen Artikel vorbereitet, inkl Abstract.

Viele Grüße, Jan

 

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