Auf einen Blick: Seltsame Hautrötung

Ein 34-jähriger Mann klagt über Grippesymptome. Doch plagen ihn wirklich Viren?

Ein 34-jähriger Mann stellt sich beim Hausarzt mit allgemeinen Krankheitssymptomen vor. Dem Arzt fällt sofort eine schlecht verheilende Schnittverletzung an der Hand auf und möchte wissen, was da passiert ist. Der Mann wiegelt gleich ab und meint, das könne beim Weihnachtsbaum fällen schon mal passieren: „Jedes Jahr streife ich mit meinem Patenkind durch den Wald und suche den schönsten Weihnachtsbaum für das Fest aus, letztes Jahr war es so warm, dass ich keine Handschuhe gebraucht habe, naja und dann ist mir die Säge abgerutscht. Aber deshalb bin ich nicht hier, sondern wegen meiner Erkältung.“

Der Mann klagt über erhöhte Temperatur und Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen: „Ich bekomme eine dicke Grippe, können Sie mir irgendetwas verschreiben, dass es nicht schlimmer wird? Ich habe erst letzte Woche einen neuen Job angefangen und kann auf keinen Fall ausfallen.“ Der Arzt begutachtet seinen Patienten und kommt zu dem Schluss, ihn trotzdem krank zu schreiben, damit er sich einige Tage erholen kann. Er drückt ihm eine AU und ein Rezept in die Hand.

Der junge Mann steht schon auf, als ihm noch etwas einfällt: „ Wenn ich schon mal hier bin, können Sie sich das auch gleich ansehen.“ Er dreht sich um und zeigt auf eine rote Stelle im Nacken: „Vor ein paar Tagen ist mir das beim Duschen aufgefallen und es geht auch nicht mehr weg, tut zwar nicht weh, dennoch würde mich interessieren was das ist.“

Der Arzt hebt interessiert die Augenbrauen, ihm kommt nun eine ganz andere Diagnose in den Sinn.

 

Hautrötung - Foto: Duale Reihe Dermatologie, Thieme

Bild: Duale Reihe Dermatologie, 7. Auflage, 2010, Thieme

 

A) Grippaler Infekt

B) Sweet-Syndrom

C) Influenza

D) Lyme-Borreliose

E) Varizellen

  • Antwort

    Lösung: D) Lyme-Borreliose

    Der junge Mann hat sich vermutlich bei seinem Waldspaziergang in der Weihnachtszeit einen Zeckenstich eingefangen. Auch letztes Jahr zeigte das Thermometer wieder deutliche Plusgrade um den Heiligen Abend an, was Zecken erwachen lies. Zwar ist es unwahrscheinlich, sich mit einem Weihnachtsbaum die Spinnentiere in die Wohnung zu holen, auf dem Waldboden, auf Gräsern oder ähnlichem kann man sie allerdings schon erwarten. Kommt es zu einem Stich durch eine mit Borrelien infizierte Zecke, kann es zu einer Lyme-Borreliose kommen. Dabei ist in den ersten Tagen bis Wochen nach der Infektion mit allgemeinem Krankheitsgefühl und der typischen Wanderröte (Erythema chronicum migrans) zu rechnen. Schnellst möglich sollte dann eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden.

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